Das Angebot klingt so verlockend wie außergewöhnlich: „1 Wasserturm. 8 Ecken. 360 Grad“. In Guben im brandenburgischen Landkreis Spree-Neiße, das am westlichen Ufer der Lausitzer Neiße liegt, steht ein Kleinod zum Verkauf, von dessen begehbarem Flachdach der neue Eigentümer seinen Blick bis nach Polen schweifen lassen kann.
Genutzt werden kann der denkmalgeschützte Wasserturm mit viel „Raum, Licht und einer besonderen Architektur“ nach Angaben der Immobilienfirma Finest Propertis Hamburg Alster GmbH, die das Anwesen anbietet, etwa als „außergewöhnliches Einfamilienhaus“, Ferien- oder Wochenendimmobilie, zum „Arbeiten und Wohnen unter einem Dach“ oder als Atelier.
Der Turm mit jeweils acht Fenstern pro Etage liegt in ruhiger Lage am Ende einer asphaltierten Sackgasse. Mitsamt einem Grundstück von mehr als 5000 Quadratmetern ist er auf der Plattform Kleinanzeigen für 370.000 Euro zu haben.
Das achteckige Bauwerk mit 360-Grad-Rundumblick ist nicht die einzige ungewöhnliche Immobilie im Märkischen, die derzeit einen neuen Eigentümer sucht.
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So kommt am 24. September ein in Ferch am Schwielowsee gelegener Campingplatz bei der Herbstauktion der Deutschen Grundstücksauktionen AG unter den Hammer. Das Mindestgebot liegt bei 395.000 Euro. „Dabei wird es aber nicht bleiben“, ist sich Louisa Holzweißig vom Auktionshaus sicher, die das Objekt betreut und schon jetzt zahlreiche Anfragen hat.
Der Campingplatz mit dem Namen Neue Scheune ist von Wald umgeben und nur 400 Meter vom Ufer des Sees entfernt. „Man läuft bis zum Wasser durch einen Wald. Es ist wunderschön“, sagt Holzweißig.
Auf dem 41.850 Quadratmeter großen Areal südwestlich von Potsdam stehen ein Rezeptions- und ein Sanitärgebäude, sechs Mobilheime mit Schlafbereich, Duschbad, Kochnische und Wohnecke sowie ein Sanitätscontainer.
Das Objekt hat zudem etwa 86 Dauerstellplätze sowie 25 Kurzzeitstellplätze und bietet einen Kinderspielplatz. „Das ganze Areal ist sehr weitläufig, sodass auch die Urlauber viel Platz haben. Es hat einen absoluten Erholungswert“, sagt Louisa Holzweißig.
Der Campingplatz Neue Scheune liegt am Schwielowsee, er wird Ende September versteigert.
© DGA-AG
Zu haben: Militärflugplatz mit vier Hangars
Sie kann auch erklären, warum der Campingplatz unter den Hammer kommt. Der Eigentümer, der zugleich auch Betreiber ist, wolle das Grundstück aus Altersgründen abgeben. Er habe von der Auktion der Grundstücksauktionen AG gehört, bei der im Juni ein ehemaliger Campingplatz in der Gemeinde Krummhörn in Ostfriesland versteigert wurde. Das Mindestgebot für das Areal am Deich der Nordsee lag bei 175.000 Euro. Der neue Eigentümer legte rund 60.000 Euro mehr auf den Tisch.
Laut Holzweißig müssen Kaufinteressenten des Schwielowsee-Campingplatzes beachten, dass etwa 24.000 Quadratmeter des Anwesens mit einem Erbbaurecht belegt sind. Der Erbbauzins betrage 26.000 Euro, zudem müsste Geld etwa für Instandhaltungsmaßnahmen, Versicherungen und Personal bereitgestellt werden.
Dem stünden jährliche Einnahmen des Campingbetriebs von rund 200.000 Euro gegenüber. Die Auktion beginnt am 24. September um 11 Uhr im Hotel MOA in Berlin.
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Eine Immobilie noch ganz anderer Art steht in Niedergörsdorf zum Verkauf: ein verlassener Militärflugplatz mit vier Hangars. Insgesamt will die Brandenburgische Bodengesellschaft (BBG) seit Mai vergangenen Jahres ein Anwesen mit einer Größe von 423.838 Quadratmetern verkaufen.
Die angebotene Liegenschaft im Landkreis Teltow-Fläming, so heißt es auf der Internetseite der BBG, bestehe aus 31 Flurstücken, die zu elf Parzellen zusammengefasst worden seien. Insgesamt vier denkmalgeschützte Flugzeughallen sind darauf zu finden. Die Hangars sind in der Denkmalliste des Landes Brandenburg aufgeführt und gehörten zum „Fliegerhorst Altes Lager“, der etwa im Jahr 1934 für die Luftwaffe errichtet worden war.
1945 wurden die Anlagen durch die sowjetischen Luftstreitkräfte übernommen und bis zum Abzug der russischen Truppen genutzt. Einen Preis nennt die Brandenburgische Bodengesellschaft nicht, man erwartet vielmehr Kaufpreisangebote.
Ungewöhnlich ist auch diese Offerte: In Burg im Spreewald steht ein einstiges Wasserwerk zum Verkauf. 750.000 Euro müssen Interessenten dafür berappen. Sie können dafür jedoch laut einer Immobilienfirma aus Cottbus (SBS Immobilienmanagement GbR) ihre Vision verwirklichen. Der Anbieter wirbt mit einem individuellen Baukörper und einem eigenen Spreewaldhafen.
14 Zimmer, sechs Luxusbäder – ein Schloss wird verkauft
Das Ensemble besteht aus der ehemaligen Pumpenhalle, einem Zwischenbau, der ehemaligen Trafohalle und einem Anbau. Insgesamt stünden somit 1387 Quadratmeter zur Verfügung. Highlight ist den Angaben zufolge das ehemalige, 520 Quadratmeter große Pumpenhaus, das eine Deckenhöhe von 9,20 Metern besitzt.
Das ehemalige Einlaufwerk mitten im Spreewald sei 1963 erbaut worden und wurde bis 1996 für die kommunale Wasserversorgung genutzt, so heißt es. Es lasse eine Vielzahl von kreativen Nutzungsideen zu – vom Eigenheim der Extraklasse bis hin zu einem Ensemble aus Loftwohnungen und Gastronomie. Die Gebäude befinden sich auf einem etwa 7500 Quadratmeter großen Grundstück.
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In Bad Freienwalde im Landkreis Märkisch-Oderland wird ein neuer Schlossherr oder eine neue Schlossfrau gesucht. Das Unternehmen Kensington Finest Properties International bietet Schloss Neuenhagen zum Verkauf – mit einem großzügigen Park und einem Gewölbekeller.
Das Anwesen verfügt über eine Wohn- und Nutzfläche von 1120 Quadratmetern, 14 Zimmer, darunter mehrere repräsentative Säle und sechs Luxusbäder. Das 340 Quadratmeter große Dachgeschoss kann ausgebaut werden. Die restaurierte Schlosskapelle besitzt eine Standesamt-Zertifizierung.
Das Grundstück hat eine Größe von rund 5300 Quadratmetern. Zu haben ist das im Jahr 1560 erbaute Schloss, das seit 2011 Schritt für Schritt saniert und restauriert wurde, für 1,95 Millionen Euro.
Es sind nicht die einzigen außergewöhnlichen Immobilien, die derzeit in Brandenburg auf dem Markt sind. Angeboten werden unter anderem auch Herrenhäuser, ausgebaute Scheunen und stillgelegte Einkaufscenter.
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