Umwelt

Baumkauf, Deko und Festtagsessen: Mit diesen Tipps wird Ihr Weihnachten nachhaltig

Schon bald ist Weihnachten. Das bedeutet leider auch: Müllberge nach der Bescherung, Verpackungen ohne Ende und Essen, das in der Tonne landet. Oder geht das auch anders?

Team News Jule Damaske
5 Min
Mit einigen Tipps und Tricks werden die Weihnachtsfesttage nachhaltig und umweltbewusst.

Mit einigen Tipps und Tricks werden die Weihnachtsfesttage nachhaltig und umweltbewusst.

© Ralph Peters/imago

Nur noch wenige Tage bis Weihnachten: In den letzten Tagen vor dem Fest werden noch die letzten Geschenke besorgt und eingepackt, die Wohnung geschmückt, der Tannenbaum aufgestellt und für das Festessen eingekauft. Das ist nicht immer besonders umweltfreundlich. Der TÜV-Verband gibt daher Tipps, wie die Festtage möglichst nachhaltig und umweltschonend gestaltet werden können.

Auf Nachhaltigkeit können Berlinerinnen und Berliner bereits beim Baumkauf achten. Jedes Jahr werden in Deutschland etwa 29 Millionen Weihnachtsbäume verkauft. Die meisten davon kommen aus Deutschland, doch nachhaltig sind sie nicht immer. „Auf Weihnachtsbaumplantagen werden häufig Insektizide gegen Schädlinge, Herbizide gegen Konkurrenzpflanzen, Fungizide gegen Pilze und Mineralöle für ein gleichmäßiges Wachstum eingesetzt“, sagt Juliane Petrich, Referentin für Nachhaltigkeit beim TÜV-Verband. „Der Einsatz der Pestizide schadet Böden, Gewässern und Tieren.“

Auf FSC- und Bio-Siegel beim Weihnachtsbaumkauf achten 

Der TÜV empfiehlt daher Bio-Weihnachtsbäume, insbesondere heimische Fichten, Kiefern und Weißtannen, die von einer Bio-Plantage oder direkt aus dem Wald stammen. Bäume, die ohne Pestizide und Düngemittel behandelt werden, sind am Bioland-, Biokreis-, Demeter-, Naturland- oder EU-Bio-Siegel erkennbar. Auch auf das FSC-Siegel sollten Verbraucherinnen und Verbraucher achten.

Eine Alternative sind regionale Forstbetriebe, die heimische Bäume im Wald anbauen. Dort können Interessierte sich den Baum selbst aussuchen und schlagen. Einige Baumschulen und Gärtnereien bieten sogar einen Miet-Service an, bei dem sich ein Baum ausgeliehen werden kann. Nach den Feiertagen wird dieser dann wieder abgeholt und eingepflanzt. Wer sich grundsätzlich gegen einen Baum entscheidet, kann mit Zweigen und Holzresten in einer Vase für eine weihnachtliche Stimmung sorgen.

Von Plastikbäumen rät der TÜV jedoch ab, da diese oft in China produziert werden und beim Transport und der Herstellung viel CO2 ausgestoßen wird. „Ein Plastikbaum muss deshalb mindestens zehn Jahre – besser länger – genutzt werden, bis die Ökobilanz auf dem Niveau eines echten Weihnachtsbaumes ist“, teilt der TÜV mit.

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Weihnachtsbaum mit natürlichen Materialen und LED-Lichterkette dekorieren

Beim Baumschmuck und der Dekoration gibt es umweltfreundliche Alternativen zum allseits beliebten Lametta und Kugeln aus Plastik. Auch Deko aus natürlichen Materialien kann den Baum oder die Wohnung verzieren und teils sogar in der Natur gefunden werden. Der TÜV empfiehlt Tannenzapfen, Zweige, Früchte, Zimtstangen, Öko-Wachs und Moos. Anstatt der klassischen Weihnachtskugeln können Kugeln aus Glas oder Holz aufgehängt werden. Am besten ist es jedoch, Dinge aus den Vorjahren wieder zu benutzen.

Für die festliche Beleuchtung können energiesparende LED-Lichterketten genutzt werden. Allerdings sollte auf batteriebetriebene Lichterketten verzichtet werden, da mit diesen viel Müll anfällt. „Grundsätzlich sollten die Lichter nicht durchgehend brennen, sondern mit einer Zeitschaltuhr versehen werden“, empfiehlt der TÜV. „Das spart nicht nur Strom, sondern verhindert auch, dass nachtaktive Tiere und Zugvögel durch das künstliche Licht gestört werden.“

Bescherung zu Weihnachten mit kreativen Geschenkverpackungen

Alle Jahre wieder: Die Bescherung im heimlichen Wohnzimmer erinnert in so manchen Fällen an die Geschenkeorgie in Loriots „Weihnachten bei Hoppenstedt“. Unmengen an Verpackungsmüll lassen sich jedoch vermeiden. „Buntes und glitzerndes Geschenkpapier enthält oft Plastik, Aluminium und andere Schadstoffe“, sagt Petrich. „Auch reine Papierverpackungen verbrauchen bei der Herstellung viel Holz und Energie.“ Daher sind Zeitungspapier, altes Packpapier oder Stoffe aus Baumwolle, Leinen oder Wolle eine gute Alternative. Die Geschenke können außerdem mit natürlichen Materialien wie Tannenzapfen, getrockneten Orangenscheiben, Blumen oder Blättern verziert werden.

Um Müll zu vermeiden, können Geschenke zu Weihnachten in Zeitungspapier oder Stoffe eingewickelt werden.

Um Müll zu vermeiden, können Geschenke zu Weihnachten in Zeitungspapier oder Stoffe eingewickelt werden.

© Jochen Tack/imago

Damit unerwünschte Geschenke nicht kurz nach der Bescherung im Müll landen, sollten Familie, Verwandte und Freunde vorher gefragt werden, ob sie einen Wunsch haben. Viele Menschen freuen sich auch über selbstgemachte Geschenke oder gemeinsame Aktivitäten und Erlebnisse.

Weihnachtliches Festessen mit regionalen und saisonalen Produkten

Genauso wie der Baum, Deko und Geschenke gehört auch das Festessen zu Weihnachten. Damit keine Lebensmittel verschwendet werden, sollten die Gerichte vorab gut geplant werden. Der TÜV empfiehlt außerdem, auf saisonale und regionale Produkte zuzugreifen. Insbesondere beim Fleisch sollte auf das Bio-Siegel geachtet werden: „Eine Gans aus Freilandhaltung ist sowohl tier- als auch klimafreundlicher als eine Gans aus Massentierhaltung“, teilt der TÜV mit. „Hirsch, Reh oder Kaninchen sind mögliche Alternativen zu Schwein oder Rind, da die Massentierhaltung Tiere und Umwelt stärker belastet als die Verarbeitung von Wild.“

Wer an Weihnachten Fisch isst, sollte nicht zu den überfischten Arten greifen. „Eine gute Alternative zu Aal oder Alaska-Seelachs ist der Karpfen, der im Vergleich zu anderen Fischen eine gute Ökobilanz aufweist“, so der TÜV. Beim Kauf kann man sich am MSC-Siegel für nachhaltige Fischerei orientieren. 

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