Barttrend

Welttag des Bartes: So haarig ist die Hauptstadt

Der Bart ist längst mehr als ein bisschen Haar im Gesicht. Pünktlich zum Welttag des Bartes zeigt eine neue Auswertung: Berlin hat ihn offenbar besonders gern.

Gina Wendt
Gina Wendt
3 Min
Ein gepflegter Vollbart gehört für viele Berliner längst zum Stadtbild.

Ein gepflegter Vollbart gehört für viele Berliner längst zum Stadtbild.

© Oleg Usmanov/imago

Berlin hat den Bart raus. Zumindest, wenn es um dessen Pflege geht. Pünktlich zum Welttag des Bartes am 5. September zeigt eine neue Auswertung: In keinem anderen Bundesland ist die Dichte an Barber-Shops höher als in Berlin.

181 Barber-Shops zählt der Datendienst Listflix derzeit in der Hauptstadt. Das sind 4,91 pro 100.000 Einwohner. Deutschlandweit gibt es laut der Auswertung derzeit 2776 Barber-Shops. Und wenn man diese Zahl einmal kennt, sieht man sie plötzlich überall.

In Neukölln fällt die Statistik kaum noch auf. Rund um die Sonnenallee sieht man sie überall, die rot-weiß-blaue Barber-Säule. Nur ein paar Kilometer weiter, in Kreuzberg, werden ebenfalls Bärte getrimmt, Übergänge gefadet und Konturen nachgezogen. Und in Prenzlauer Berg hat der gepflegte Vollbart ohnehin eine erstaunliche Karriere hinter sich: Früher Erkennungszeichen des Hipsters, trägt ihn heute fast jeder.

Bart ist längst nicht mehr gleich Bart

Die rot-weiß-blaue Säule vor vielen Läden ist übrigens mehr als Dekoration. Der sogenannte Barber Pole ist das traditionelle Erkennungszeichen des Handwerks und erinnert an Zeiten, in denen Barbiere nicht nur Haare und Bärte schnitten, sondern auch kleinere medizinische Eingriffe übernahmen. Heute ist das anders. Geblieben ist die Säule - und die erkennt man inzwischen auch in Berlin aus einiger Entfernung.

Berlin hat den Bart nicht erfunden. Aber die Stadt hat ziemlich viele Orte, an denen man weiß, was mit ihm zu tun ist.

Denn Bart ist längst nicht mehr gleich Bart. Da gibt es den Drei-Tage-Bart, der selbstverständlich nicht einfach drei Tage wachsen durfte. Den Vollbart, der so gepflegt ist, dass man sich fragt, ob er morgens vor seinem Besitzer im Bad fertig ist. Und dann ist da noch der Schnurrbart: Vor ein paar Jahren erinnerte er verdächtig an den Onkel auf der Familienfeier, heute spaziert er wieder ganz selbstverständlich durch die Hauptstadt.

Barbierhandwerk blickt auf eine alte Tradition zurück

Und natürlich ist da noch der imposante Rauschebart – die Königsklasse, bei deren Anblick man sich unweigerlich fragt, wie viele Jahre Wachstum und Pflege da eigentlich vor einem stehen. Damit aus all dieser Haarpracht eine Form wird, braucht es kundige Hände.

Open Source

Open Source

Sie haben etwas zu sagen? Senden Sie uns Ihren Text! 

Einreichen
Open Door

Open Door

Sie möchten ein Thema vorschlagen? Senden Sie uns Ihren Vorschlag!

Vorschlagen

Wer einmal in einem Barber-Shop gesessen hat, weiß: Mit „einmal kurz schneiden“ hat das häufig nicht mehr viel zu tun. Es wird rasiert, getrimmt, konturiert, eingeölt und mit heißen Handtüchern gearbeitet. Der Bart bekommt eine Behandlung, von der weibliche Haarspitzen nur träumen können.

Je nach Aufwand und Salon kostet ein Bartschnitt übrigens zwischen zehn und 40 Euro.

Das Barbierhandwerk blickt auf eine jahrhundertealte Tradition zurück. Was heute wieder ziemlich modern wirkt – Männer sitzen zusammen, lassen Haare und Bart schneiden und nehmen sich dafür Zeit – hat also erstaunlich alte Wurzeln. Berlin hat aus dem alten Handwerk nur längst wieder ein ziemlich zeitgemäßes Geschäft gemacht.

Am heutigen Samstag, dem 5. September, ist daher Welttag des Bartes. Einen gesetzlichen Feiertag gibt es dafür leider nicht. Der Bart bekommt in Berlin aber immerhin die Aufmerksamkeit, die er verdient.

Send feedback

Ihre Meinung ist uns wichtig. Senden Sie uns Ihr Feedback zu diesem Artikel an: [email protected]

Lesen Sie mehr zum Thema
weltbune Banner