Südkorea

Weniger Fokus auf Seoul: Ministerien in Südkorea sollen ab 2027 umziehen

Südkorea will ab 2027 einige Ministerien und rund 350 öffentliche Einrichtungen aus dem Großraum Seoul verlagern. Auch ein neuer Amtssitz des Präsidenten ist geplant.

3 Min
Das südkoreanische Justizministerium nahe Seoul

Das südkoreanische Justizministerium nahe Seoul

© Kyodo News/imago

Südkorea will ab dem kommenden Jahr weitere zentrale Regierungsbehörden aus dem Großraum Seoul in die Verwaltungsstadt Sejong verlagern. Die ersten Umzüge sollen in der ersten Hälfte des Jahres 2027 beginnen. Zu den zunächst vorgesehenen Ministerien gehören das Justizministerium sowie das Ministerium für Gleichstellung und Familie, wie die Nachrichtenagentur Yonhap berichtet.

Die Verlagerung soll schrittweise erfolgen. Behörden, die eigene Gebäude in Sejong benötigen, sollen nach Fertigstellung ihrer neuen Standorte folgen. Dazu gehören unter anderem die Nationale Polizeibehörde sowie Behörden, die künftig Aufgaben der Staatsanwaltschaft übernehmen sollen. Das berichtet die Korea Times unter Berufung auf Regierungsangaben.

Die Regierung will die konkreten Behörden und Einrichtungen, die verlegt werden sollen, im vierten Quartal dieses Jahres festlegen. Auch das Außen- und das Vereinigungsministerium werden nach Angaben des Innenministers Yun Ho-jung als mögliche Kandidaten für eine spätere Verlagerung geprüft, berichtete Yonhap.

Neuordnung des öffentlichen Sektors

Parallel dazu sollen rund 350 öffentliche Einrichtungen aus dem Großraum Seoul in andere Regionen des Landes verlagert werden. Die Regierung will den konkreten Plan ebenfalls im vierten Quartal vorlegen und im kommenden Jahr mit den Umzügen beginnen. Dabei sollen die Einrichtungen nicht gleichmäßig über das Land verteilt, sondern stärker in bestehenden regionalen Innovationszentren gebündelt werden. Damit sollen dort wirtschaftliche Wachstumsschwerpunkte entstehen, wie die Korea Times berichtet.

Gleichzeitig plant die Regierung eine umfassende Neuordnung des öffentlichen Sektors. Die Zahl der entsprechenden Institutionen soll laut dem Bericht reduziert werden. Nach Angaben der Regierung sollen dafür unter anderem Einrichtungen mit ähnlichen oder sich überschneidenden Aufgaben zusammengelegt und kleinere Institutionen fusioniert werden. Betroffen sind den Angaben zufolge 109 von insgesamt 525 Institutionen.

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Unter anderem sollen die fünf staatlichen Stromerzeuger zu einer einzigen Organisation zusammengeführt werden. Auch die staatlichen Öl- und Gasunternehmen sollen zu einer neuen Gesellschaft gebündelt werden. Darüber hinaus ist eine Zusammenlegung der vier regionalen Hafenbehörden für Busan, Incheon, Ulsan und Yeosu-Gwangyang vorgesehen, wie die Korea Times berichtet.

Weniger Fokus auf Seoul

Mit den Maßnahmen will die Regierung laut Reuters die starke Konzentration von Bevölkerung, Kapital, Unternehmen und Infrastruktur im Großraum Seoul verringern und eine ausgewogenere regionale Entwicklung fördern. Sejong war 2012 als neue Verwaltungsstadt geschaffen worden. Nach Angaben von Yonhap haben seitdem 44 zentrale Regierungsorganisationen ihren Sitz dorthin verlagert.

Zudem soll bis August 2029 ein weiterer Amtssitz des Präsidenten in Sejong entstehen. Damit soll das administrative Zentrum des Landes stärker nach Sejong verlagert werden, sagte Ministerpräsidentin Han Seong-sook laut Yonhap.

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