Fußballweltmeisterschaft

„Sie ließen uns nicht einmal regenerieren“: Iran-Team wirft USA Schikane bei der WM vor

Die iranische Nationalmannschaft wirft den USA vor, ihr die WM zusätzlich zu erschweren. Nach dem Auftaktspiel gegen Neuseeland musste das Team nach eigenen Angaben noch in der Nacht zurück nach Mexiko reisen.

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Pressekonferenz nach WM-Auftakt: Irans Nationaltrainer Amir Ghalenoei beklagt die Behandlung seines Teams.

Pressekonferenz nach WM-Auftakt: Irans Nationaltrainer Amir Ghalenoei beklagt die Behandlung seines Teams.

© Bai Xuefei/imago

Die iranische Fußball-Nationalmannschaft erhebt neue Vorwürfe gegen die USA während der Weltmeisterschaft 2026. Nach dem 2:2 gegen Neuseeland am Montagabend in Inglewood bei Los Angeles sei das Team angewiesen worden, die Vereinigten Staaten noch in derselben Nacht zu verlassen und in sein Quartier im mexikanischen Tijuana zurückzukehren.

„Sie haben uns nicht einmal Zeit zur Erholung gegeben“, sagte Nationaltrainer Amir Ghalenoei laut der Nachrichtenagentur AP. Wer die Anweisung erteilt habe, sagte er nicht. Die Mannschaft habe ursprünglich erwartet, nach dem Spiel in Kalifornien zu übernachten und erst am folgenden Tag zurückzukehren. „Wir wissen ehrlich gesagt nicht, warum wir zurückgeschickt werden“, sagte Ghalenoei. „Wir sollten zwei Nächte vor dem Spiel kommen und heute Nacht zur Regeneration bleiben. Stattdessen müssen wir sofort abreisen.“

Iran spricht von zusätzlichen Hürden

Die iranische Mannschaft hat ihr WM-Quartier nicht in den USA, sondern im mexikanischen Tijuana bezogen. Bereits Ende Mai war bekannt geworden, dass die Spieler nur zu ihren Partien in die Vereinigten Staaten einreisen und anschließend wieder nach Mexiko zurückkehren sollen. Damals erklärte Mexikos Präsidentin Claudia Sheinbaum, die FIFA habe ihrer Regierung mitgeteilt, dass die USA keinen dauerhaften Aufenthalt der iranischen Mannschaft auf ihrem Staatsgebiet wünschten. US-Präsident Donald Trump hatte einen längeren Aufenthalt des Teams mit Verweis auf Sicherheitsfragen als nicht angemessen bezeichnet.

Nach Angaben der iranischen Delegation sorgte die Regelung bereits vor dem Auftaktspiel für erhebliche Probleme. Kapitän Mehdi Taremi berichtete laut AP von rund fünf Stunden Reise- und Sicherheitskontrollen für die vergleichsweise kurze Strecke zwischen Tijuana und dem Großraum Los Angeles. Zudem seien mehreren Verbandsfunktionären, Betreuern und Medienvertretern Visa verweigert worden. „Alles ist eigentlich eine Katastrophe für uns“, sagte Taremi.

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Trainer sieht sportliche Nachteile

Ghalenoei führte mehrere Muskelkrämpfe und Verletzungsprobleme seiner Spieler auf die schwierigen Reisebedingungen zurück. Die Mannschaft habe nicht ausreichend Zeit gehabt, sich auf die Bedingungen vor Ort einzustellen. „Vor dem Spiel habe ich gesagt, dass wir wegen der Reise keine Zeit hatten, uns anzupassen“, erklärte der Trainer. Mehrere Auswechslungen seien deshalb nicht aus taktischen Gründen erfolgt, sondern wegen körperlicher Probleme.

Trotz der Schwierigkeiten holte der Iran gegen Neuseeland nach zwei Rückständen noch ein 2:2. Mohammad Mohebi erzielte vor mehrheitlich iranischen Fans im SoFi Stadium den Ausgleich.

Politisch aufgeladene Atmosphäre

Das Spiel fand vor dem Hintergrund des Krieges zwischen dem Iran sowie den USA und Israel statt. Vor dem Stadion protestierten Hunderte Exil-Iraner gegen die Regierung in Teheran. Während der Nationalhymne drehten zahlreiche Zuschauer dem Spielfeld den Rücken zu. Gleichzeitig unterstützte ein großer Teil der mehr als 70.000 Zuschauer die iranische Mannschaft lautstark. „Es war wie ein Heimspiel für uns“, sagte Taremi nach der Partie.

Der Iran trifft in der Gruppenphase noch auf Belgien und Ägypten. Beide Spiele finden ebenfalls in den USA statt.

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