Iran-Krieg

Iran-Gespräche in der Schweiz überraschend verschoben – Vance reist nicht an

Die geplanten Gespräche zwischen den USA und dem Iran in der Schweiz finden vorerst nicht statt. Zuvor hatte US-Vizepräsident JD Vance seine Teilnahme an dem Treffen abgesagt.

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US-Vizepräsident JD Vance

US-Vizepräsident JD Vance

© Spencer Platt/Pool Getty Images North America/AP/dpa

Die für Freitag geplanten Gespräche zwischen den USA und dem Iran in der Schweiz finden vorerst nicht statt. Das teilte das Schweizer Außenministerium in Bern mit. Gründe für die Entscheidung wurden zunächst nicht genannt. „Die Gespräche auf dem Bürgenstock werden heute nicht wie geplant stattfinden“, erklärte das Ministerium nach Angaben der Deutschen Presse-Agentur. Die Nachrichtenagentur AFP meldete unter Berufung auf die Schweizer Regierung, die US-iranischen Verhandlungen seien „verschoben“ worden.

Die Schweizer Regierung bestätigte am Freitag, dass die auf dem Bürgenstock geplanten Gespräche nicht stattfinden werden. Zuvor hatte das Weiße Haus mitgeteilt, dass US-Vizepräsident JD Vance nicht wie vorgesehen an dem Treffen teilnehmen werde. Vance sollte dort iranische Unterhändler treffen, um Gespräche über die Umsetzung des jüngst vereinbarten Rahmenabkommens zwischen Washington und Teheran aufzunehmen. Ob die Entscheidung des Vizepräsidenten der Grund für die Verschiebung war, blieb zunächst offen. Auch die Schweizer Regierung nannte keine weiteren Details.

Vance gilt als einer der wichtigsten Architekten der Vereinbarung mit dem Iran. Während sich US-Präsident Donald Trump in den vergangenen Tagen teilweise widersprüchlich zu einzelnen Details äußerte, verteidigte Vance das Abkommen wiederholt öffentlich. Nach Einschätzung mehrerer US-Medien ist er innerhalb der Regierung zur zentralen Figur für die Verhandlungen mit Teheran geworden.

Delegationen aus den USA, dem Iran, Katar und Pakistan erwartet

Bis zum späten Donnerstagabend hatten sich die Schweizer Behörden darauf eingestellt, dass im Luxusresort Bürgenstock zumindest Gespräche auf technischer Ebene beginnen. Erwartet wurden demnach Delegationen der USA und des Iran sowie Vertreter der Vermittlerstaaten Katar und Pakistan.

Der Bürgenstock liegt oberhalb des Vierwaldstättersees unweit von Luzern und war bereits im vergangenen Jahr Schauplatz der Ukraine-Friedenskonferenz. Die Hotelanlage mit Fünf- und Vier-Sterne-Häusern gehört einer Tochterfirma des katarischen Staatsfonds. Nach dpa-Informationen wurden Gäste, die dort Zimmer gebucht hatten, aus der Anlage gebracht und in anderen Häusern der Region untergebracht.

Die Schweiz hatte zunächst erklärt, die ersten Gespräche zur Umsetzung des Abkommens sollten am Freitag auf dem Bürgenstock stattfinden. Bei inhaltlichen Fragen verwies das Außenministerium in Bern jedoch auf die beteiligten Parteien.

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Rahmenabkommen bereits am Mittwoch unterschrieben

Ursprünglich sollte das Rahmenabkommen zwischen den USA und dem Iran am Freitag in der Schweiz unterzeichnet werden. Dazu kam es jedoch nicht mehr: Trump unterzeichnete die Vereinbarung bereits am Mittwochabend im Schloss Versailles bei Paris. Die iranische Seite zeichnete das Dokument separat gegen.

Nach pakistanischen Angaben trat das Abkommen mit „sofortiger Wirkung“ in Kraft. Es soll eine 60-tägige Verhandlungsphase eröffnen, in der eine endgültige Vereinbarung ausgehandelt werden soll. Dabei geht es unter anderem um das iranische Atomprogramm, hochangereichertes Uran und Sicherheitsfragen in der Region.

Straße von Hormus spielt zentrale Rolle

Ein zentraler Punkt des Rahmenabkommens betrifft die Straße von Hormus. Die Vereinbarung sieht nach bisherigen Angaben unter anderem die Öffnung der Meerenge und ein Ende der US-Seeblockade gegen iranische Häfen vor. Dem von der US-Regierung veröffentlichten Memorandum zufolge verpflichtet sich der Iran zudem, für zunächst 60 Tage die gebührenfreie Durchfahrt kommerzieller Schiffe zu gewährleisten. Das US-Regionalkommando Centcom erklärte am Donnerstag auf X, amerikanische Streitkräfte behinderten die Durchfahrt von Schiffen zu und von iranischen Häfen nicht länger.

Marineschiffe der USA sollten nach Centcom-Angaben aber zunächst in der Region bleiben, um die Einhaltung der Vereinbarungen zu überwachen. Die Straße von Hormus zählt zu den wichtigsten Handelsrouten der Welt. Durch die Meerenge zwischen dem Persischen Golf und dem Golf von Oman wird ein erheblicher Teil des weltweit gehandelten Erdöls transportiert.

Zukunft der Verhandlungen offen

Unklar blieb zunächst, wann die verschobenen Gespräche nachgeholt werden könnten. Ebenso offen war, ob die Verschiebung lediglich organisatorische Gründe hat oder auf neue Spannungen zwischen den Beteiligten hindeutet. Für den diplomatischen Prozess ist die Entwicklung heikel. Erst am Mittwoch hatten Washington und Teheran mit der Unterzeichnung des Rahmenabkommens den Weg für weitere Gespräche freigemacht. Nun fällt ausgerechnet die erste Runde zur Ausgestaltung der Vereinbarung kurzfristig aus.

Weder das Weiße Haus noch die iranische Regierung äußerten sich zunächst näher zu den Gründen. Die Schweizer Regierung teilte lediglich mit, das Treffen finde am Freitag nicht wie geplant statt.

Das Abkommen stößt in Washington auf Widerstand aus beiden Parteien. Republikanische Kritiker bemängeln vor allem, dass zentrale Fragen des iranischen Atomprogramms zunächst offen bleiben und Sanktionen gegen den Iran gelockert werden sollen. Besonders umstritten ist zudem ein geplanter Investitions- und Wiederaufbaufonds im Umfang von 300 Milliarden US-Dollar, der über private Investoren und regionale Partner finanziert werden soll. Gegner des Abkommens warnen, die wirtschaftlichen Erleichterungen könnten Teheran finanziell stärken, bevor verbindliche Vereinbarungen zum Atomprogramm vorliegen. Auch führende Demokraten kritisieren den Deal als zu weitgehend und werfen der Regierung vor, dem Iran zu große Zugeständnisse gemacht zu haben. Vance weist die Vorwürfe zurück und argumentiert, die Vereinbarung habe bereits zur Beruhigung der Energiemärkte beigetragen.

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