Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) und der Präsident des Bundesamtes für Verfassungsschutz (BfV), Sinan Selen, haben am Dienstag in Berlin den Verfassungsschutzbericht für das Jahr 2025 vorgestellt. der Bericht weist steigende Zahlen bei Extremismus und politischer Gewalt aus, auch in Ostdeutschland. Das BfV ist der deutsche Inlandsgeheimdienst, Zahlen und Angaben von dieser Seite sind in der Regel nicht verifizierbar; anders als die im folgenden genannten BKA-Zahlen.
Extremismus sorgt für Gewalt in Brandenburg und Sachsen
In den Statistiken zur politisch motivierten Kriminalität sind ostdeutsche im BfV-Bericht teilweise Länder auffällig vertreten. Bei rechtsextremistisch motivierten Gewalttaten registrierte das Bundeskriminalamt (BKA) in Brandenburg 145 Delikte – nach Nordrhein-Westfalen der zweithöchste Wert bundesweit. Berlin folgt mit 126 Taten.
Bei linksextremistisch motivierten Gewalttaten liegt Berlin mit 199 Fällen an der Spitze, gefolgt von Sachsen mit 135 Delikten. Der Freistaat verzeichnet einen deutlichen Anstieg linker Gewalt im Vergleich zu 2024, als es 92 registrierte Fälle waren. Bei den dem Milieu der „Reichsbürger“ und „Selbstverwalter“ zugerechneten Straftaten zählen Brandenburg (52) und Thüringen (48) zu den am stärksten betroffenen Ländern.
Berlin dominiert in der Statistik bei religiös und von ausländischer Ideologie motivierten Gewalttaten. Letztere sind allerdings im Vergleich zu 2024 zurückgegangen, von 356 auf 326.
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Rechtsextreme Szene wächst durch AfD-Einstufung
Dem Bericht nach ist die Zahl der Menschen, die dem rechtsextremistischen Spektrum zugerechnet werden, deutlich auf 58.700 gestiegen – ein Plus von 8450 gegenüber dem Vorjahr.
Der Zuwachs hänge laut Bericht überwiegend mit dem Mitgliederzuwachs der AfD zusammen, die das BfV als Verdachtsfall beobachtet. Von den rund 70.000 AfD-Mitgliedern stuft der Inlandsnachrichtendienst etwa 28.000 als rechtsextrem ein.
Linksextreme Szene wächst wegen „Rechtsruck“
Dem linksextremistischen Spektrum ordnete das BfV bundesweit 42.200 Menschen zu, nach rund 38.000 im Vorjahr. Die Zahl linksextremistisch motivierter Straftaten stieg laut BKA um 38,9 Prozent auf 8.133, die der Gewalttaten um 60,9 Prozent auf 856 Delikte.
Zur sogenannten Vulkangruppe, die für mehrere Anschläge auf Strom- und Bahninfrastruktur verantwortlich gemacht wird, liegen dem Bundesamt nach eigenen Angaben nur begrenzte Erkenntnisse vor. Es lasse sich annehmen, dass sich dahinter ein Netzwerk verberge, heißt es im Bericht. Den Zulauf zur Szene bringt das BfV mit einem von linksextremen Gruppen wahrgenommenen „Rechtsruck“ in der Gesellschaft in Verbindung.
Spionage aus Russland nimmt zu, Iran-Krieg befeuert Islamisten
Der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine habe laut BfV zu einer Zunahme von Spionage, Sabotage, Desinformation und Einflussoperationen durch Russland in Deutschland geführt. Vor wenigen Tagen wurde in Berlin ein Gemeinsames Abwehrzentrum Hybrid eingerichtet, in dem sich Vertreter von Bund und Ländern zu Aktivitäten ausländischer Mächte austauschen sollen.
Der Nahostkonflikt habe 2025 erneut ein hohes Mobilisierungspotenzial im islamistischen Spektrum erzeugt, so der Bericht. Insgesamt wurden 1823 extremistische Straftaten mit religiös-ideologischem Hintergrund erfasst, darunter zwei vollendete und acht versuchte Tötungsdelikte.
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