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Die Lausitzer Slawen, Teil 7: Erfolgsstory mit Widersprüchen – die Sorben in der DDR

Wie die DDR Kultur und Institutionen der Sorben förderte, warum die „sorbische Frage“ aber ungelöst blieb und welche Lehren daraus bis heute gezogen werden können.

Peter Kroh
Peter Kroh
12 Min
Der SED-Vorsitzende Wilhelm Pieck, im niederlausitzischen Guben geboren, zu Besuch bei den Sorben in Bautzen

Der SED-Vorsitzende Wilhelm Pieck, im niederlausitzischen Guben geboren, zu Besuch bei den Sorben in Bautzen

© Sorbisches Kulturarchiv am Sorbischen Institut/Fotograf: Kurt Heine

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Vorwort

Seit Jahrhunderten lebt ein kleines slawisches Volk unter, neben und mit den Deutschen. Es unterscheidet sich bis heute von den Deutschen durch eine eigene Sprache, eigene Sitten, Bräuche und Traditionen sowie eine eigene Hymne und Fahne.

Vor allem die Industrialisierung sowie juristische und politische Restriktionen bewirkten, dass die slawische Mehrheitsbevölkerung in ihrem Siedlungsgebiet im Verlaufe der Zeiten zu einer ethnischen Minderheit wurde.

Mit allen deutschen „Obrigkeiten“ gab es mal mehr, mal weniger heftige Differenzen. Dabei passte sich das Verhalten vieler Lausitzer Slawen an die Verhältnisse an, ohne dass sie ihre slawische Identität vollständig aufgaben. Andererseits gab es stets Gruppen und Persönlichkeiten, die sich dafür engagierten, über die eigenen Angelegenheiten, Rechte und Interessen selbst bestimmen zu können.

Wesentliche Momente dieses Ringens aus den letzten knapp 200 Jahren sollen hier nachgezeichnet werden.

***

Aufbauarbeiten des Hauses der Sorben in Bautzen im Jahr 1953

Aufbauarbeiten des Hauses der Sorben in Bautzen im Jahr 1953

© Sorbisches Kulturarchiv am Sorbischen Institut

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Das Ende des Zweiten Weltkrieges war auch für die Lausitzer Slawen ein Neubeginn ihres Strebens nach Gleichachtung und Gleichberechtigung. Unter ihnen keimte erneut die Hoffnung, dass es gelingen könnte, die „sorbische Frage“ zu lösen, weil nun bessere Bedingungen für die Verwirklichung ihrer sozialen und kulturellen Interessen entstehen würden.

Es ist hier nicht der Platz, um die Höhen und Tiefen des Umgangs mit den Lausitzer Slawen in der DDR hinreichend darzustellen. Einige wesentliche Merkmale sollen aber unter dem generellen Blickwinkel dieser Serie, dem Ringen der Lausitzer Slawen um Selbstbestimmung, genannt werden.

Noch bevor neue Machtstrukturen entstanden, gingen sorbische Persönlichkeiten daran, die Domowina wieder zu beleben. Am 24. April 1945 trafen sich in Chrósćicy (Crostwitz, zwischen Kamenz und Bautzen) sorbische Antifaschisten, um über Ziele und Aufgaben der Domowina zu beraten.

Am 10. Mai 1945, lange bevor es die SED und die DDR gab, gründete sich die Domowina, erst unter Leitung von Jan Cyž und noch im selben Jahr unter dem Vorsitz von Pawoł Nedo als antifaschistisch-demokratische Organisation neu. Etwa um die gleiche Zeit entstand in Prag der sorbische Nationalrat, der sich für die Loslösung der Lausitz von Deutschland und den Anschluss an die Tschechoslowakei einsetzte. Das fand anfangs auch in der Domowina offene Ohren.

Sowjetische Besatzungsbehörden untersagten diese Bestrebungen. In der Domowina konzentrierte man sich in der Folgezeit auf die Arbeit in der sowjetisch besetzten Zone (SBZ). Dennoch wurde das Engagement von Aktivisten der sorbischen nationalen Bewegung in dieser Zeit behindert, teilweise bekämpft. Unter den Deutschen gab es bis in die Führungen der SED hinein Vorbehalte, Vor- und Fehlurteile über Leben und Kultur der Slawen in der Lausitz.

Piecks Warnung war im Endeffekt ein Verbot

In dieser instabilen Nachkriegssituation initiierte die Domowina-Führung um Nedo und Cyž am 21. November 1947 ein Gespräch mit der politischen Spitze über die Lage der Sorben. Teilnehmer waren die SED-Vorsitzenden Wilhelm Pieck (1876 bis 1960) und Otto Grotewohl (1894 bis 1964) sowie die SED-Vorsitzenden von Brandenburg und Sachsen, Friedrich Ebert (1894 bis 1979) und Wilhelm Koenen (1886 bis 1963). Pieck meinte, die Forderung nach der Anerkennung der Sorben stelle „vom marxistischen Standpunkt in der gegebenen Situation eine Rückentwicklung“ dar. Es könne, so Pieck weiter, „nicht bestritten werden, daß es sich bei den in Sachsen und Brandenburg lebenden Sorben um Restvolksteile handelt, die keinen slawischen Mutterboden mehr haben“.

Das war sachlich falsch. Pieck warnte „eindringlichst davor, die nationale Frage in der Öffentlichkeit zu behandeln, weil damit dem Chauvinismus Tür und Tor geöffnet würde“. Das mussten die Vertreter der Sorben als Verbot weiterer Diskussionen verstehen. Grotewohl betonte, „daß die nach Stalin zur Bestimmung einer Nation erforderlichen Merkmale für die Anerkennung der Sorben als Nation als nicht gegeben anzusehen sind“.

Stalin definierte 1913 in der Schrift „Marxismus und nationale Frage“ Sprache, Territorium, Wirtschaftsleben und psychische Wesensart (Kultur) als Merkmale einer Nation. Unabhängig davon, wie Stalin heute einzuordnen ist, bleibt unklar, welches Merkmal Grotewohl damals als nicht gegeben ansah. Ebert sagte, „im Land Brandenburg (seien) bisher keine Anzeichen für eine lebendige sorbische Kultur sichtbar“, weswegen er es für unzweckmäßig halte, „in Brandenburg eine Aktion zur Wiederbelebung der sorbischen Nation einzuleiten“.

Zeitzeugen berichten, dass ein Großteil der slawischen Bewohner der Niederlausitz nach dem Kriegsende den nationalen Bestrebungen abwartend oder auch gleichgültig gegenüberstand. Insofern betonte Ebert die Fakten vor Ort nicht völlig falsch. Ob er sich aber bewusst war, dass seine Position die Ergebnisse der jahrhundertelangen Germanisierung, vor allem aber die zum Nachteil lausitz-slawischer Selbstbestimmung praktizierte Gleichschaltung der Nazis nachträglich legitimierte?

Bis heute wird das von Hanka Krawcec im Jahr 1949 entworfene Logo für die Domowina verwendet.

Bis heute wird das von Hanka Krawcec im Jahr 1949 entworfene Logo für die Domowina verwendet.

© Sorbisches Kulturarchiv am Sorbischen Institut

Piecks programmatische Rede

Nach den Irritationen in den unmittelbaren Nachkriegsjahren hat es in der jungen DDR einen Klärungsprozess gegeben, der einerseits in der Aufgabe dogmatischer Standpunkte in der SED-Führung zu den Sorben und andererseits in einer Akzeptanz der politischen Führung des neuen Staates in der Domowina-Führung zutage trat. Beide Seiten erkannten offensichtlich, wenngleich mit nicht völlig identischen Zielsetzungen, dass zukunftsfähige Antworten auf die „sorbische Frage“ nur gemeinsam zu finden wären.

Ein augenfälliges Zeichen dafür, dass etwas Neues entstehen sollte, war das 1. Sorbentreffen am 8./9. Juli 1950 in Bautzen. Als Präsident der DDR tat Pieck dort unter anderem Folgendes kund: „Jahrhundertelang wurden die Sorben gegen die Deutschen, die Deutschen gegen die Sorben gehetzt. Jetzt stehen sie als Gleichberechtigte zusammen. Die Deutsche Demokratische Republik hat in richtiger Erkenntnis der politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Rechte der Sorben die verfassungsmäßigen und gesetzlichen Grundlagen geschaffen, damit unsere sorbischen Brüder und Schwestern völlig gleichberechtigt mit den Deutschen sind. Die Deutsche Demokratische Republik gab den Sorben das Recht der Einführung ihrer alten sorbischen Sprache in Behörden und Schulen. Die Deutsche Demokratische Republik fördert weitestgehend die sorbischen kulturellen Einrichtungen und unterstützt die Pflege der sorbischen Sitten und Gebräuche.“

Auffordernd und selbstkritisch fügte der im niederlausitzischen Guben geborene Präsident hinzu: „Gerade wir Deutsche müssen uns nach der jahrhundertelangen Unterdrückung anderer Nationen verpflichtet fühlen, den Beweis zu erbringen, dass wir uns von jeder nationalen Überheblichkeit befreit haben.“

Im Leben der Lausitzer Slawen gab es in der Folgezeit zahlreiche und dauerhafte Belege für die Umsetzung dieser programmatischen Rede, die ja zugleich auch eine konträre Wendung zu den wenige Jahre zuvor vertretenen politischen Positionen war.

Zweisprachige Straßenbeschriftungen wurden Standard

Die umfassende Förderung des Sorbischen und der Sorben beendete historische Defizite und war langfristig fruchtbar. Es begann der Aufbau sorbischer Schulen und Lehrerbildungseinrichtungen. In beiden Lausitzen erschienen sorbische Zeitungen und Zeitschriften. Es gab Rundfunksendungen, Schallplatten, Theateraufführungen, Konzerte. Eine sorbische Druckerei nahm ihren Betrieb auf. Sie editierte Werke sorbischer Schriftsteller, z.B. von Jurij Brězan, Jurij Koch oder Kito Lorenc sowohl in sorbischer als auch in deutscher Sprache und machte sie so auch in der deutschen Öffentlichkeit bekannt. Außerordentlich verdienstvoll für Bewahrung und Dokumentation sorbischer Kultur sind die Publikation großer Abhandlungen, z.B. die „Stawizny serbskeho pismowstwa“ (Geschichte des sorbischen Schrifttums), die Reihe „Sorbische Volkstrachten“ oder der „Sorbische Sprachatlas“.

Wissenschaftliche Institute wurden in Bautzen und Leipzig gegründet. Ein sorbisches Nationalensemble konnte Musik, Tanz und Gesang der Lausitzer Slawen im In- und Ausland pflegen. Zweisprachige Orts- und Straßenbeschriftungen wurden Standard im Siedlungsgebiet. In staatlich festgelegten „grundsätzlich zweisprachigen Kreisen“ (Calau, Cottbus-Land und -Stadt, Forst, Guben, Hoyerswerda, Lübben, Spremberg, Weißwasser, Bautzen, Kamenz, Niesky) konnten Lausitzer Slawen vor Gericht ihre Muttersprache nutzen, „auch wenn sie der deutschen Sprache mächtig sind“. Protokolle solcher Gerichtsverhandlungen waren „in die deutsche Sprache zu übertragen“ – so hieß es im Gesetz über die Verfassung der Gerichte der DDR von 1952.

Das und manches andere, hier nicht Genannte, waren gute Voraussetzungen für ein selbstbewusstes Leben der Lausitzer Slawen, für ihr Streben nach Gleichachtung und Gleichberechtigung. Im Vergleich mit nationalen Minderheiten anderer europäischer Länder konnten sich Kultur und Sprache der Lausitzer Slawen in der DDR zu einer bis dahin nicht gekannten Blüte entwickeln. Das alles ist bis heute weithin unbestritten. Damit verbundene Erfahrungen sollten für die Zukunft der Lausitzer Slawen nicht vergessen werden.

Distanzierte Haltung der Aktivisten zur DDR

Nicht zu übersehen ist, dass praktische Regelungen zur Beantwortung der „sorbischen Frage“ im Laufe der Jahre von ideologischen Vorgaben überdeckt und insofern eingeschränkt wurden. Die sozialen und politischen Rahmenbedingungen für die gedeihliche Entwicklung der Lausitzer Slawen waren in der DDR eigentlich günstiger als je zuvor. Dennoch waren Konflikte allgegenwärtig. Die ethnische Minderheit hatte stets ein anderes Verhältnis zur „sozialistischen Demokratie“. Die Lausitzer Slawen lehnten sie nicht ab, aber sie erlebten immer wieder das Grundproblem jeder Demokratie: Das Leben und die Meinungen von denen „da unten“ werden von Entscheidungen derer „da oben“ erst überstimmt und dann bestimmt.

Eine oft als „Übermaß“ empfundene marxistisch-leninistische Propaganda führte nicht selten zu einer distanzierten Haltung sorbischer Aktivisten zur DDR. Manche im obersorbischen Bautzen gestartete Initiative zur Stärkung des Selbstbewusstseins der Lausitzer Slawen wurde in der Niederlausitz eher als Sorabisierung per Dekret empfunden. Die Kollektivierung der Landwirtschaft bewirkte Auseinandersetzungen zwischen der Domowina und sorbischen Landwirten. Zwar freute sich manch neues LPG-Mitglied, endlich mal geregelten Jahresurlaub machen zu können. Vor allem aber erlebten viele doch erheblichen Zwang bis zu ihrer „freiwilligen“ Unterschrift.

In den katholisch geprägten Dörfern verlor die Domowina Mitglieder. Der forcierte Braunkohlenabbau zerstörte in der nördlichen Oberlausitz und der Niederlausitz zahlreiche Wohnhäuser, Kirchen, Gasthäuser, Sportplätze in sorbischen Dörfern. Zudem kamen tausende Deutsche in die Lausitz, die weder einen Bezug zur sorbischen Geschichte und gleich gar nicht zur sorbischen Sprache hatten.

Wollten sich Lausitzer Slawen politisch engagieren, waren sie auf die in der DDR vorhandenen Parteien angewiesen. Die Sorben hatten nie eine eigene Fraktion, weder in der Volkskammer noch in den Länderparlamenten oder den Bezirkstagen Cottbus und Dresden. Zwischen der Domowina und den Kirchen beider christlicher Konfessionen existierte ein spannungsvolles Verhältnis. Ein sehr großer Teil der Domowina-Mitglieder war zugleich Mitglied in der evangelischen oder katholischen Kirche. Über die Jahre hinweg wurden nicht wenige von ihnen aus der Domowina verdrängt oder verließen sie aus eigenem Entschluss.

Keine zukunftsfähige Lösung

Für die Lausitzer Slawen waren die knapp 40 Jahre DDR eine widersprüchliche Zeitspanne. Einerseits gab es klare politische und juristische Regelungen, die einen tatsächlichen Aufschwung des kulturellen und sozialen Lebens durch weitreichende öffentliche Förderung bewirkten. Aber auch viel Geld löst nicht die Probleme im Zusammenleben unterschiedlicher Ethnien mit ihren unterschiedlichen Kulturen. Andererseits wurden viele, für die Lausitzer Slawen günstige Rahmenbedingungen durch ideologische Vorgaben durchkreuzt und vereitelt, wodurch – gewollt oder nicht – die durch wirtschaftliche Faktoren bewirkte fortschreitende Assimilation verstärkt wurde.

In der DDR wurde die „sorbische Frage“ nicht zukunftsfähig gelöst. Die progressiven Elemente staatlicher Förderung fanden unter Deutschen und Sorben nicht nur Zustimmung. Führende Mitarbeiter im DDR-Staatsapparat sahen das sorbische Volk mitunter eher als eine Art „Auslaufmodell“. Religiös-konservative Sorben befürchteten hingegen eine zu weit gehende Assimilation. Letztlich waren beide Varianten pessimistisch, destruktiv und provinziell.

Den Regierenden kam darüber hinaus zum Ende der DDR die Wirklichkeit insgesamt abhanden. Je mehr sich die DDR auf ihr Ende hin bewegte, desto klarer wurde es auch den deutschen und sorbischen Bewohnern der Lausitz: Wenn ein ganzes Land innenpolitisch erst absackt und dann zusammenbricht, dann war nicht alles gut und auch nicht alles richtig.

Der entscheidende Grund dafür, dass auch in der DDR die „sorbische Frage“ nicht beantwortet wurde, ist: Die Frage wurde überhaupt nicht gestellt! Vor allem in politischen Diskussionen redete mancher eher im „Bla-Bla-Stil“ von der „sorbischen Frage“. Es wird nicht genau gesagt, was gemeint ist. Der eine denkt vielleicht an Defizite im sorbischen Schulunterricht, ein anderer vielleicht an sorbisches Liedgut. Wieder andere denken an Ostereier und Trachten im Spreewald oder an den Dom St. Petri in Bautzen, der seit der Reformation als „Simultaneum“ existiert, d.h. von katholischen wie von evangelischen Christen für Gebete, Lobpreis und Begegnung genutzt wird.

So kann jeder sich etwas anderes unter der „sorbischen Frage“ vorstellen und erst recht unterschiedliche Antworten finden.

Dom St. Petri in Bautzen

Dom St. Petri in Bautzen

© Torsten Becker/Imago

Für die „sorbische Frage“ gilt jedoch wie für alle Fragen: Nur eine exakte Formulierung ermöglicht eine präzise Antwort. Eine wirkliche Frage hat, soll sie sich nicht in Phrasengedröhn auflösen, ein Fragezeichen und ein Fragewort.

Fasst man wesentliche Erkenntnisse aus den bisherigen Teilen dieser Serie zusammen, dann lautet die „sorbische Frage“: Wie sollen oder wie können Sorben und Deutsche in einem Staat zusammenleben und miteinander umgehen?

Sie löst sich in zwei grundsätzliche Fragen an die Beteiligten auf. Was müssen das sorbische Volk, seine führenden Persönlichkeiten, seine Organisationen und Institutionen tun, damit Lausitzer Slawen ihr Leben im deutschen Staat selbständig gestalten können? Was muss der deutsche Staat politisch, sozial und juristisch regeln und im Alltag durchsetzen, damit seine Staatsbürger sorbischer Nationalität gleichberechtigt sind und nicht „Bürger zweiter Klasse“ werden?

Als vorläufiges Fazit seien für die eine Seite zwei Sorben zitiert: Der katholische Kaplan Jurij Delan schrieb 1921 seinen Landsleuten, es läge wohl „so wenig Segen auf unserem ganzen sorbischen Bemühen, weil das Volk selbst sich nicht bewegt, sondern überlässt das lieber einer kleinen Schar sorbischer Patrioten“. Der sozialistische Journalist Jan Skala meinte zwölf Jahre später: „Den Kampf um das Recht werden in der vordersten Front fast immer nur Einzelne führen. Entscheiden aber wird den Kampf um das Recht die Seelenstärke der Massen.“

Die grundsätzliche Antwort der deutschen Seite auf die „sorbische Frage“ vor der Existenz der DDR wurde in dieser Serie schon mit vielen Beispielen illustriert. Wie sie nach deren Ende aussieht, ist noch zu erörtern.

Peter Kroh, 1944 in Namslau (Schlesien) geboren, Enkel und Biograf des sorbischen Poeten, Journalisten und Minderheitenpolitikers Jan Skala, veröffentlichte 2014 das Buch „Minderheitenrecht ist Menschenrecht. Sorbische Denkanstöße zur politischen Kultur in Deutschland und Europa“.

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