Rettungsaktion

Wal „Timmy“: Darum fordert ein Ministerium nun 140.000 Euro von seinen Rettern

Das Umweltministerium in Schwerin verlangt von den privaten Geldgebern des Wal-Rettungsversuchs vor der Insel Poel knapp 140.000 Euro. Die Initiative weist die Forderung zurück.

3 Min
Eine private Initiative versuchte, Wal „Timmy“ zu retten.

Eine private Initiative versuchte, Wal „Timmy“ zu retten.

© Daniel Bockwoldt/dpa

Das Ministerium für Klimaschutz, Landwirtschaft, ländliche Räume und Umwelt Mecklenburg-Vorpommerns hat der privaten Rettungsinitiative für den in der Ostsee gestrandeten Buckelwal 139.161,50 Euro in Rechnung gestellt. Das teilte das Ministerium auf Nachfrage dieser Zeitung mit.

Grundlage sei eine Haftungsfreistellungs- und Kostenübernahmeerklärung, die die Initiative um Media-Markt-Gründer Walter Gunz und die Pferdesport-Unternehmerin Karin Walter-Mommert unterzeichnet habe.

Wal-Initiative widerspricht Zahlungsforderung

Die geltend gemachten Kosten belaufen sich auf insgesamt 139.161,50 Euro. Davon entfallen 137.859 Euro auf Personalkosten und 1302,50 Euro auf Sachkosten für die Anmietung einer Ferienwohnung, die während der Rettungsmaßnahme als behördlicher Einsatzstützpunkt genutzt wurde.

Walter-Mommert habe der Forderung zwischenzeitlich schriftlich widersprochen. Für Gunz hätten sich zwischenzeitlich seine anwaltlichen Vertreter gemeldet und die geltend gemachte Forderung zurückgewiesen sowie ergänzende Informationen angefordert. Das weitere Vorgehen werde derzeit geprüft. Weitere Aussagen könne das Ministerium derzeit nicht treffen.

Grundlage des Schreibens sei die von der Rettungsinitiative im Zusammenhang mit dem ersten Rettungskonzept übermittelte Haftungsfreistellungs- und Kostenübernahmeerklärung, in der sich die Unterzeichnenden verpflichten, sämtliche im Zusammenhang mit der Rettungsmaßnahme entstehenden Kosten – einschließlich der „Einsatzkosten von Behörden“ – zu übernehmen.

Open Source

Open Source

Sie haben etwas zu sagen? Senden Sie uns Ihren Text! 

Einreichen
Open Door

Open Door

Sie möchten ein Thema vorschlagen? Senden Sie uns Ihren Vorschlag!

Vorschlagen

Der „Timmy“ getaufte Buckelwal war im März mehrfach in der Ostsee gesichtet worden und strandete zunächst vor Timmendorf in Schleswig-Holstein sowie später vor der Insel Poel. Umweltminister Till Backhaus (SPD) hatte den privaten Rettungsversuch entgegen den Empfehlungen von Wissenschaftlern zugelassen. Ende April wurde das Tier auf einem Lastkahn in die Nordsee geschleppt und dort freigelassen. Zwölf Tage später entdeckten Fischer den toten Wal vor der dänischen Insel Anholt.

Neuer Wahl nähert sich der Ostsee

Die gesamten Kosten der Rettungsaktion bezifferte Walter-Mommert auf mehr als zwei Millionen Euro. Gunz habe davon 300.000 Euro beigesteuert, weitere Zahlungen seien von ihm nicht zu erwarten.

Seit einigen Tagen ist bekannt, dass sich ein weiterer Wal der deutschen Ostseeküste nähert. Tierschützer vermuten, dass es sich um den zuvor vor Dänemark gesichteten Buckelwal „Hartwin“ handelt – und zeigen sich alarmiert über dessen Gesundheitszustand. Die Tierschutzorganisation „Stranded No More“ teilte auf Facebook mit, der Buckelwal „Hartwin“ sei am Donnerstag vor der schleswig-holsteinischen Küste bei Dazendorf und Heiligenhafen gesehen worden. Man sei „extrem besorgt“, da sich das Tier in einem schlechten Zustand befinde. Sollte der Wal seinen Kurs beibehalten, könne er auch Mecklenburg-Vorpommern erreichen.

Send feedback

Ihre Meinung ist uns wichtig. Senden Sie uns Ihr Feedback zu diesem Artikel an: [email protected]

Lesen Sie mehr zum Thema
weltbune Banner