Brandenburg

Bundesregierung gibt Schloss Meseberg aus Kostengründen auf – Stiftung sucht neuen Nutzer

Für Schloss Meseberg zeichnet sich eine Anschlussnutzung ab. Die Eigentümerstiftung sei „knapp davor, eine Lösung zu haben“.

2 Min
Ab Februar 2027 läuft der Vertrag der Regierung mit der Messerschmitt Stiftung aus.

Ab Februar 2027 läuft der Vertrag der Regierung mit der Messerschmitt Stiftung aus.

© Jens Kalaene/dpa

Die Messerschmitt-Stiftung als Eigentümerin des Schlosses Meseberg rechnet mit einer baldigen Anschlussnutzung für das Barockschloss in Brandenburg. Die Bundesregierung lässt den Vertrag über das Gästehaus Anfang 2027 auslaufen.

„Wir sind knapp davor, eine Lösung zu haben“, sagte der Vorstandsvorsitzende der Stiftung, Hans Heinrich von Srbik, der Deutschen Presse-Agentur. Details nannte er zunächst nicht. Die Münchner Stiftung hatte das Gebäude im Jahr 1995 erworben, für 25 Millionen Euro sanieren lassen und zum Symbolpreis von einem Euro pro Jahr an die Bundesregierung vermietet.

Die Bundesregierung hatte im Februar angekündigt, den Vertrag zum Februar 2027 unter anderem aus Kostengründen zu beenden. Srbik zeigte sich davon überrascht: „Die Vorgängerregierung hat noch eine zehnjährige Verlängerung in Aussicht gestellt.“ Nach Angaben einer Regierungssprecherin lagen die Bewirtschaftungskosten des Schlosses im Jahr 2025 bei rund einer Million Euro, hinzu kamen eine halbe Million Euro Personalkosten sowie 3,8 Millionen Euro für die Bewachung. Als weitere Gründe nannte die Regierung die zurückgegangene Nutzung und die Entfernung nach Berlin.

Ort blickt mit Wehmut zurück

Rund 20 Jahre lang hatte die Bundesregierung das Schloss im rund 120 Einwohner zählenden Ort Meseberg nördlich von Berlin für Staatsbesuche und Kabinettsklausuren genutzt. Ortsvorsteherin Christin Zehmke sagte, mit dem Ende der Nutzung verliere Meseberg „einen Teil seiner besonderen staatlichen Präsenz und seiner überregionalen Aufmerksamkeit“.

Srbik betonte die Verbundenheit des Ortes mit dem Gebäude: „Die Meseberger Bevölkerung liebt ihr Schloss und schätzt die Stiftung, das ist nicht selbstverständlich in den neuen Bundesländern.“ Amtsdirektor Nico Zehmke aus Gransee erklärte, bislang habe es keine Gespräche gegeben. Er hoffe, dass gemeinsam mit der Stiftung „eine langfristig tragfähige Perspektive“ entwickelt werde.

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Auch die Zukunft des benachbarten Hotels Schlosswirt Meseberg ist offen. Inhaber Bert Groche verwies darauf, dass die Nutzung des Schlosses als Gästehaus vor 20 Jahren der einzige Grund für sein Engagement gewesen sei. Den auslaufenden Vertrag habe er unter diesen Umständen nicht verlängert. (mit dpa)

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