Wenige Tage vor der nächsten wichtigen Entscheidung zum Wiederaufbau der Dresdner Carolabrücke schlägt die PVP-Kooperation im Dresdner Stadtrat vor, die neue Elbquerung ohne reguläre Fahrspuren für Autos zu bauen.
Nach dem Vorschlag soll lediglich der Brückenzug für Straßenbahn und Fußverkehr errichtet und um einen Radschnellweg ergänzt werden. Die ÖPNV-Trasse soll so ausgelegt werden, dass sie auch von Rettungsfahrzeugen und Bussen genutzt werden kann.
In besonderen Umleitungssituationen soll dort nach Vorstellung der Antragsteller ebenfalls Autoverkehr möglich sein. Damit geht die PVP-Kooperation deutlich weiter als die bisher diskutierte Reduzierung von vier auf zwei Kfz-Spuren. Denn grundsätzlich hatte sich der Dresdner Stadtrat bereits für einen Wiederaufbau mit vier Autospuren entschieden. Diese Vorgabe war auch Grundlage für die vier vorgelegten Brückenentwürfe.
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PVP rechnet mit deutlich niedrigeren Kosten
Ein entscheidendes Argument der Antragsteller sind die Kosten. Die PVP-Kooperation schätzt, dass eine Variante ohne reguläre Kfz-Fahrspuren statt bis zu 140 Millionen Euro nur rund 70 Millionen Euro kosten könnte.
Weil der ÖPNV-Anteil der Brücke nach bisherigen Planungen zu einem großen Teil vom Bund gefördert werden kann, erwartet die PVP-Kooperation zudem einen deutlich geringeren Eigenanteil der Stadt Dresden. Dieser könnte nach ihrer Berechnung bei 20 bis 30 Millionen Euro liegen. Das eingesparte Geld solle unter anderem für andere Dresdner Brücken eingesetzt werden.
Dass mit einer schmaleren Brücke grundsätzlich Geld gespart werden könnte, hatten zuvor auch Experten betont. Nach Angaben der SPD-Fraktion hatte ein Expertengremium im Juli darauf hingewiesen, dass eine Reduzierung der Fahrspuren Investitionskosten von etwa 25 bis 30 Millionen Euro einsparen könnte. Zugleich warnten die Experten vor einem hohen Risiko, dass der derzeitige Kostenrahmen von 140 Millionen Euro im weiteren Projektverlauf überschritten werden könnte.
Vier Autospuren sind beschlossene Sache
Ausgangspunkt der bisherigen Planung ist ein bereits gefasster Stadtratsbeschluss für vier Kfz-Spuren. Auch die Grünen setzen sich seit Monaten dafür ein, diesen Beschluss noch einmal zu ändern und die neue Carolabrücke mit zwei statt vier Autospuren zu bauen.
Am 3. September wird der Stadtrat festlegen, welcher der vier Entwürfe für den Neubau weiterverfolgt wird. Die frühere Carolabrücke war in der Nacht zum 11. September 2024 teilweise eingestürzt. Auch die verbliebenen Brückenzüge mussten anschließend abgerissen werden. Als Ursache des Einsturzes gilt Korrosion an Spanngliedern des Bauwerks.
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