Rund zweieinhalb Wochen vor der Landtagswahl in MV hat eine neue Forsa-Umfrage die Kräfteverhältnisse vermessen – und die Regierungsfrage bleibt offen.
Die AfD liegt mit 37 Prozent unverändert vorn. Die SPD von Ministerpräsidentin Manuela Schwesig legt jedoch kräftig zu und erreicht 28 Prozent. Für die bislang regierende Koalition aus SPD und Linken zeichnet sich trotzdem keine Mehrheit ab. Selbst zusammen mit den Grünen käme dieses Lager laut Umfrage nicht über die nötige Marke.
Was die neue Forsa-Umfrage zur Landtagswahl MV zeigt
An der Spitze bleibt alles beim Alten. Die AfD mit Spitzenkandidat Leif-Erik Holm käme unverändert auf 37 Prozent – genauso viel wie in der vorherigen Forsa-Erhebung im Februar.
Deutlich Boden gutgemacht hat die SPD. Mit 28 Prozent liegt sie fünf Punkte höher als vor einem halben Jahr, bleibt aber klar hinter der AfD.
Drittstärkste Kraft ist die Linke mit unveränderten 11 Prozent. Damit zieht sie an der CDU vorbei, die von 13 auf 10 Prozent abrutscht. Die Grünen kommen auf 5 Prozent und wären wieder im Landtag vertreten. Das BSW verfehlt mit 4 Prozent den Einzug, die FDP taucht nur noch unter „Sonstige“ auf.
Aktuelle Umfrage für Mecklenburg-Vorpommern: So stehen die Parteie
- AfD: 37 Prozent
- SPD: 28 Prozent
- Linke: 11 Prozent
- CDU: 10 Prozent
- Grüne: 5 Prozent
- BSW: 4 Prozent
- Sonstige: 5 Prozent
Warum es für Rot-Rot-Grün nicht reicht
Für eine Fortsetzung Regierung von Ministerpräsidentin Schwesig reicht es nach den Umfragewerten nicht. Bei gleicher Wahlbeteiligung wie 2021 entfielen auf die SPD 22, auf die Linke 9 und auf die Grünen 4 Sitze.
Zusammen wären das 35 Mandate – zu wenig für eine Mehrheit im Schweriner Schloss. AfD (29) und CDU (8) kämen dagegen auf 37 Sitze.
Rechnerisch hätte also ein Bündnis aus AfD und CDU eine Mehrheit. Die CDU schließt eine solche Zusammenarbeit bislang kategorisch aus und verweist auf ihre Brandmauer.
Eine stabile Mehrheit hätte auch eine sogenannte Amsterdam-Koalition aus SPD, CDU und Linken – benannt nach der Farbfolge Rot-Schwarz-Rot in der Flagge der Stadt. Doch auch zur Linkspartei gilt in der CDU ein Unvereinbarkeitsbeschluss.
Was sich die Wähler in Mecklenburg-Vorpommern wünschen
Bei der Wunschkoalition haben die Befragten eine klare Präferenz: 29 Prozent sprechen sich für ein Bündnis aus AfD und CDU aus. Für Rot-Rot-Grün votieren nur 13 Prozent, die Amsterdam-Koalition wünschen sich lediglich 3 Prozent.
Zugleich geht eine Mehrheit zur Linie der CDU auf Distanz: 56 Prozent finden laut Umfrage, die Partei sollte ihre Haltung ändern, 34 Prozent wollen am Unvereinbarkeitsbeschluss festhalten.
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Auch mit Blick auf die Linke wünschen sich viele mehr Offenheit: 53 Prozent halten es für richtig, wenn sich die CDU für eine Zusammenarbeit öffnet.
Warum der neue Landtag größer werden dürfte
Fest steht schon jetzt: Dem neuen Landtag dürften mehr als die vorgesehenen 71 Abgeordneten angehören. Gewinnt die AfD mehr Direktmandate, als ihr nach dem Zweitstimmenergebnis zustehen, erhalten die übrigen Fraktionen Ausgleichsmandate. So bleibt das Verhältnis der Zweitstimmen gewahrt.
2021 profitierten davon CDU, AfD, Linke und FDP mit fünf zusätzlichen Sitzen. Diesmal könnten SPD, CDU und Linke Sitze hinzugewinnen.
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