Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) hat wegen eines technischen Defekts an seinem Regierungsflieger nicht rechtzeitig aus den USA nach Berlin zurückkehren können.
Der Vizekanzler musste eine zusätzliche Nacht im Hotel verbringen – und verpasst damit an diesem Mittwoch die Kabinettssitzung in Berlin. Dort soll die von ihm ausgearbeitete Einkommensteuerreform auf den Weg gebracht werden. Der Regierungsflieger, mit dem Klingbeil zum G20-Treffen der Finanzminister gereist war, hat nach Angaben aus seiner Delegation ein technisches Problem. Einzelheiten zum Schaden wurden zunächst nicht genannt.
Was ist mit Klingbeils Regierungsflieger passiert?
Die Maschine der Flugbereitschaft der Bundeswehr sollte den Finanzminister eigentlich schon am Dienstagnachmittag (Ortszeit) zurückbringen.
Startort war der Flughafen Greenville-Spartanburg in South Carolina. Klingbeil wäre so am frühen Mittwochmorgen in Berlin gelandet – pünktlich zur Kabinettssitzung.
Daraus wurde nichts. Ein technisches Problem verhinderte den Abflug, hieß es aus der Delegation. Offenbar lässt sich der Schaden beheben: Ein neuer Start ist Medienberichten zufolge für den Mittag deutscher Zeit geplant.
Warum die verpasste Kabinettssitzung so brisant ist
An diesem Vormittag will das Bundeskabinett seine Einkommensteuerreform auf den Weg bringen. Klingbeil hatte das Vorhaben selbst ausgearbeitet und wollte es nach der Sitzung der Presse vorstellen.
Im Kabinett kann sich der Minister von einem Staatssekretär vertreten lassen. Die geplante Vorstellung der Reform vor der Presse fällt für ihn aus. Die Reform gilt als eines der großen Reformprojekte der Koalition und zielt unter anderem auf den Ausgleich der kalten Progression.
Schon vor der Panne hatte das Vorhaben für Diskussionen gesorgt. Aus den Reihen der CDU kam der Vorwurf, die geplanten Entlastungen reichten nicht aus. Klingbeil wies das zurück.
Pannenserie der Flugbereitschaft: Klingbeil ist kein Einzelfall
Defekte an Regierungsfliegern haben in Deutschland eine lange Geschichte. Mitte August wurde bekannt, dass eine Bombardier Global 5000 der Flugbereitschaft auf den Seychellen stand – ohne Politiker.
Sie musste auf einem Trainingsflug – ohne Politiker an Bord – wegen eines technischen Problems zwischenlanden. Entdeckt und auf der Plattform X gepostet hatte den geparkten Jet der AfD-Abgeordnete Malte Kaufmann, der sich nach eigenen Angaben selbst dort im Urlaub befand.
Wadephul, Baerbock, Merkel: die bekanntesten Fälle
Im November 2025 musste Außenminister Johann Wadephul (CDU) auf eine Linienmaschine nach Kolumbien ausweichen, weil ein Airbus A350 nicht einsatzbereit war.
2023 brach die damalige Außenministerin Annalena Baerbock eine Reise nach Australien, Neuseeland und Fidschi ab, nachdem sich bei einem Tankstopp in Abu Dhabi die Landeklappen eines A340 nicht einfahren ließen.
Streit um Vereinssteuern: Krach stellt sich gegen SPD-Chef Klingbeil
G20: USA verweigern Reporter aus Klingbeils Pressetross den Zugang
Die wohl bekannteste Panne erlebte die damalige Kanzlerin Angela Merkel 2018: Auf dem Weg zum G20-Gipfel nach Buenos Aires musste ihr A340 wegen defekter Funktechnik umkehren.
Die beiden störanfälligen A340 wurden nach Baerbocks Reiseabbruch vorzeitig ausgemustert. Anfang 2023 bestellte die Bundeswehr für rund 1,2 Milliarden Euro drei neue A350.
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