Kriminalität

400 Meter Kabel beschädigt: Kupferdiebe legen Bahnverkehr lahm

Unbekannte haben an der Bahnstrecke Bischofswerda–Zittau Kupferkabel im großen Stil entwendet. Der Bahnverkehr kam zeitweise zum Erliegen.

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An der Bahnstrecke von Bischofswerda nach Zittau haben Kupferdiebe zugeschlagen. Der Schaden ist beträchtlich. (Archivbild)

An der Bahnstrecke von Bischofswerda nach Zittau haben Kupferdiebe zugeschlagen. Der Schaden ist beträchtlich. (Archivbild)

© Lausitznews.de/Jens Kaczmarek/imago

An der Bahnstrecke zwischen Bischofswerda und Zittau sind am vergangenen Wochenende an zwei Stellen Kupferkabel zerschnitten und für den Abtransport bereitgelegt worden. Das teilte die Bundespolizei mit. Der Bahnverkehr auf der Strecke wurde massiv gestört, ein Schienenersatzverkehr musste eingerichtet werden.

Den ersten Fall bemerkten die Beamten laut eigenen Angaben am 12. September 2026 um 17.25 Uhr in Zittau, nachdem die Notfallleitstelle der Deutschen Bahn auf einen offenen Kabelschacht hingewiesen hatte. Dort waren an mehreren Stellen Kupferkabelstücke herausgetrennt worden. Das Gewicht des Materials schätzt die Bundespolizei auf rund 55 Kilogramm. Am Tatort stellten die Beamten mehrere Werkzeuge sicher, die nun kriminaltechnisch untersucht werden.

In der Nacht zum 14. September 2026 folgte der zweite Fall: Kurz vor halb zwei nachts meldete die DB-Notfallleitstelle eine Störung des Signalkabels zwischen Mittelherwigsdorf und Niederoderwitz. Einsatzkräfte durchsuchten den Bereich mit Unterstützung eines Diensthundes nach den Tätern, die jedoch nicht mehr angetroffen wurden. Vor Ort fanden die Beamten elf zerschnittene Kabelstücke mit einer Länge von jeweils 35 Metern – insgesamt also knapp 400 Meter Kupferkabel. Auch hier ließen die Täter Werkzeug zurück.

Die Bundespolizei ermittelt wegen besonders schweren Diebstahls und Störung öffentlicher Betriebe. Die Beamten gehen davon aus, dass die Täter das Kupfer an Schrotthändler verkaufen wollten. Angaben zu Zugausfällen und Verspätungen sowie mögliche Hinweise auf die Täter auf Grundlage der sichergestellten Werkzeuge sind laut Bundespolizei Gegenstand der weiteren Ermittlungen. Eine Schadenssumme liegt bislang nicht vor.

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Ermittler vermuten Verkauf an Schrotthändler

Zuletzt häuften sich die Fälle von Kupferdiebstahl in der Lausitz. Kriminelle Banden nehmen gezielt Solarparks, Tagebaugelände und Großbaustellen ins Visier, um die wertvollen Buntmetalle zu entwenden. Aufgrund der anhaltend hohen Rohstoffpreise auf dem globalen Markt ist der illegale Handel mit Kupfer für Diebe und Hehler extrem lukrativ geworden.

Die Täter dringen meist nachts mit Spezialwerkzeugen in die Areale ein, trennen kilometerweise Kabelstränge heraus und transportieren die tonnenschwere Beute mit Transportern ab.

Besonders drastisch zeigte sich dieses Vorgehen bei einem Einbruch in einen Solarpark bei Königsbrück, bei dem Diebe auf einen Schlag rund 42 Kilometer Kabel entwendeten und die Anlage damit teilweise lahmlegten. Auch Photovoltaikparks in Regionen wie Elsterwerda wurden wiederholt Opfer solcher Raubzüge, bei denen teils über 30 Kilometer Elektroleitungen entwendet wurden. Neben der Energiewirtschaft leidet auch der Nahverkehr unter der Kriminalität. Sabotagen und Diebstähle an Bahnanlagen, wie im Raum Görlitz, führen regelmäßig zu weitreichenden Zugausfällen und zwingen Verkehrsbetriebe zu monatelangen, kostenintensiven Reparaturen.

Die wirtschaftlichen Folgen für die Region sind massiv. Der reine Materialwert des gestohlenen Kupfers macht oft nur einen Bruchteil des Gesamtschadens aus. Viel schwerer wiegen die immensen Folgenschäden durch zerstörte Wechselrichter, aufgerissene Kabeltrassen, lange Lieferzeiten für Ersatzteile und den daraus resultierenden wochenlangen Produktions- und Ertragsausfall.

Die Kriminalpolizei in Sachsen und Brandenburg arbeitet intensiv an der Aufklärung dieser Delikte, prüft überregionale Bandenstrukturen und empfiehlt Betreibern dringend den Ausbau von videoüberwachten Zäunen, den Einsatz von Drohnentechnik sowie die Markierung von Metallen mit künstlicher DNA.

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