Theater

Anna Loos will weiter Intendantin in Brandenburg an der Havel werden

Die Intendanz am Theater in Brandenburg an der Havel ist seit Sommer 2025 unbesetzt. Nun soll die Stelle ausgeschrieben werden – Anna Loos hat weiter Interesse.

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Jan Josef Liefers, Schauspieler, und Frau Anna Loos, Sängerin,  auf dem Roten Teppich. Loos hat weiter Interesse, das Theater in ihrer Heimatstadt zu leiten.

Jan Josef Liefers, Schauspieler, und Frau Anna Loos, Sängerin, auf dem Roten Teppich. Loos hat weiter Interesse, das Theater in ihrer Heimatstadt zu leiten.

© Sebastian Christoph Gollnow/dpa

Das Theater in Brandenburg an der Havel soll im kommenden Jahr wieder einen Intendanten bekommen. Die Stadt will die seit Sommer 2025 unbesetzte Stelle nun ausschreiben. Die Schauspielerin und Sängerin Anna Loos hat weiter Interesse, das Haus in ihrer Heimatstadt zu leiten.

Die Ausschreibung solle zeitnah nach der Sitzung des Theater-Aufsichtsrats Mitte Dezember erfolgen, sagte Oberbürgermeister Daniel Keip (SPD) der Deutschen Presse-Agentur. Er hoffe, dass die Stelle Mitte 2027 besetzt ist. Zugleich sucht das Theater auch eine neue Geschäftsführung.

Im Sommer noch zurückgestellt

Noch im Juli hatte die Stadt die Neubesetzung auf Eis gelegt. Damals hieß es, ohne geklärte Finanzierung könne man Bewerbern keine seriöse Perspektive bieten. Ursprünglich hatte Keip die Stelle schon im ersten Halbjahr 2026 ausschreiben wollen.

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Inzwischen gebe es eine gewisse Sicherheit bei der Finanzierung, sagte der Oberbürgermeister. Außerdem erhöht das Land Brandenburg ab 2027 seine Zuschüsse für Theater und Orchester über den kommunalen Finanzausgleich um acht Millionen auf insgesamt 30 Millionen Euro jährlich. Das Geld verteilt sich allerdings auf Häuser im ganzen Land.

Eigene Stücke oder Gastspiele

Der Wirtschaftsplan müsse zeigen, „wie viel kauft man ein an Fremdproduktion und wie viel kann man selbst produzieren“, sagte Keip. Gemeint ist das Verhältnis zwischen eingekauften Gastspielen und eigenen Inszenierungen. Der Oberbürgermeister glaubt, dass die Stelle für Theatermacher interessant ist – „wenn wir sehen, dass Berlin auch nicht mehr so viel Geld für Kultur ausgeben kann“.

Anna Loos sei „eine derjenigen, die wir gern einladen, sich zu bewerben“, sagte Keip. Er stehe mit ihr regelmäßig in Kontakt. „Aber es ist eine offene Ausschreibung.“

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Loos will ein festes Schauspielensemble

Ihr Interesse bestehe unverändert, sagte Loos der Agentur. „Brandenburg ist meine Heimatstadt, und ich bin überzeugt, dass die Stadt wieder ein lebendiges Sprechtheater verdient.“ Die Schauspielerin wurde 1970 in der Havelstadt geboren, die heute rund 75.000 Einwohner hat, und wuchs dort auf.

Bereits Ende 2025 hatte sie sich als Intendantin beworben, und zwar aus eigenem Antrieb, denn ausgeschrieben war die Stelle damals nicht. Sie möchte wieder ein festes Schauspielensemble aufbauen. Keip hatte das im März aus finanziellen Gründen für nicht machbar gehalten.

Streit über Programm und Auslastung

Um den Jahreswechsel hatte Loos von einer Krise des Theaters gesprochen, das zu wenige Karten verkaufe und zu wenig Programm biete. Die Vorsitzende des Fördervereins der Brandenburger Symphoniker widersprach öffentlich und verwies darauf, dass die Vorstellungen aus ihrer Sicht gut ausgelastet seien. Loos wies diese Kritik an ihren Äußerungen zurück.

Das einstige Dreispartenhaus hat heute nur noch die Brandenburger Symphoniker als festes Ensemble. Seit Januar ist die bisherige leitende Dramaturgin Carola Söllner künstlerische Leiterin. Ihr Vertrag läuft bis zum Ende der Spielzeit 2026/27.

Wasserschaden und Wechsel an der Spitze

Hinzu kam ein Wasserschaden im Dezember 2025. Im Großen Haus musste der Spielbetrieb angepasst werden, einige Vorstellungen fanden an anderen Orten statt.

Geschäftsführerin Christine Flieger hat darum gebeten, ihren Vertrag zum 30. Juni 2027 aufzulösen. Sie kehrt in die Stadtverwaltung zurück. Wer ihr nachfolgt, soll im selben Verfahren wie die Intendanz gesucht werden.

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