Ein Feuerwehreinsatz, ein Blitzerfoto und ein Bußgeldbescheid: Der Fall des Tauchaer Feuerwehrmanns Ray Lange sorgte bundesweit für Schlagzeilen. Mehr als ein Jahr später hat die Debatte nun Konsequenzen für die Stadtverwaltung. Taucha ordnet den Bereich Öffentliche Sicherheit und Soziales neu – und besetzt die Leitung des künftigen Fachbereichs Bürgerdienste vorzeitig.
Stadt sieht Verbesserungsbedarf nach Fall Ray Lange
Im Mai 2025 war Feuerwehrmann Ray Lange während einer Einsatzfahrt mit der Drehleiter geblitzt worden. Gegen ihn wurden zunächst ein Bußgeld von 369 Euro, Punkte und ein Fahrverbot verhängt. Nach einem monatelangen Streit sprach ihn das Amtsgericht Eilenburg später frei. Grund war unter anderem, dass die Tempo-30-Anordnung an der Messstelle rechtlich nicht wirksam war.
Feuerwehrmann nach Blitzer frei
Die Stadt Taucha nimmt den Fall nun zum Anlass, ihre Verwaltungsstrukturen zu verändern. „Einzelne Fachverfahren und interne Abläufe müssen wir verbessern“, heißt es in einer Stellungnahme von Bürgermeister Tobias Meier (FDP). Man wolle Irritationen vermeiden und verhindern, dass Vertrauen in die Arbeit der Verwaltung verloren gehe.
Meier betont zugleich die Bedeutung des Ehrenamts. Feuerwehr, Vereine und Initiativen würden wesentlich zur Sicherheit und zum Zusammenhalt in Taucha beitragen.
Neuer Fachbereich soll Abläufe verbessern
Zum 1. Januar 2027 soll der bisherige Fachbereich „Öffentliche Sicherheit und Soziales“ in den neuen Bereich „Bürgerdienste“ übergehen. Dort werden künftig unter anderem Bürgerbüro, Einwohnermeldeamt, Gewerbeamt, Standesamt, Straßenverkehrsbehörde, Bußgeldstelle, Gemeindevollzugsdienst sowie Brandschutz und Feuerwehr gebündelt.
Bereits seit März 2026 ist der Bereich Brandschutz, Freiwillige Feuerwehr sowie Zivil- und Katastrophenschutz direkt dem Bürgermeister zugeordnet. Mit der neuen Struktur soll die Zusammenarbeit zwischen Verwaltungsspitze und Feuerwehr transparenter und direkter werden. Entscheidungen sollen schneller und klarer getroffen werden.
Ordnungsamtschef wird vorzeitig freigestellt
Der bisherige Leiter des Fachbereichs Öffentliche Sicherheit und Soziales, Jens Rühling, geht regulär zum 30. Juni 2027 in den Ruhestand. Die Leitung des neuen Fachbereichs soll allerdings bereits zum 1. Januar 2027 neu besetzt werden. Dafür hat der Stadtrat einen entsprechenden Vorgriffsbeschluss für den Haushalt gefasst.
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Im Zuge der Umstrukturierung wird Rühling zum Jahresbeginn von seinen Dienstaufgaben freigestellt. Bis zu seinem Ausscheiden erhält er weiterhin seine Bezüge.
Die Stadt sucht nun eine neue Fachbereichsleitung. Die Stelle ist als Schlüsselposition ausgeschrieben und umfasst künftig die Verantwortung für etwa 15 Mitarbeiter. Zu den Aufgaben gehören unter anderem die Leitung von Bußgeldstelle und Feuerwehr sowie komplexe ordnungsrechtliche Verfahren und Aufgaben im Zivil- und Katastrophenschutz.
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