Panorama

Britischer Rentner findet mittelalterlichen Ehering in einem Acker

Im Südwesten Englands stieß ein Hobby-Schatzsucher auf ein altertümliches Artefakt: einen mittelalterlichen Ehering in fast perfektem Zustand.

Greta Lowak Anna Löhnert
3 Min
Der Eine Ring.

Der Eine Ring.

© Noonans

Jeder Schatzsucher träumt davon, irgendwann den ganz großen Fund zu machen. Auch David Board  aus der englischen Grafschaft Dorset. Der 69-jährige pensionierte Lastwagenfahrer stieß auf einem Acker in der Nähe von Thorncombe auf einen mittelalterlichen Ehering, der als „The Lady Brook Medieval Diamond Ring“ am 29. November bei einer Auktion in Mayfair, London, 38.000 Pfund einbrachte.

Es war im Jahr 2019, als Board wieder einmal mit seinem Metalldetektor unterwegs war. Er war schon dabei aufzugeben, als der Detektor plötzlich ein Signal von sich gab. Anfangs hielt er den Fund für ein Bonbonpapier, dann aber erkannte er, dass es sich um einen Ring handelte, tendenziell allerdings „Schrott“, wie er glaubte. Er steckte das mit Schlamm bedeckte Teil trotzdem ein.

„Als ich nach Hause kam und ihn abgewaschen hatte, stellten wir fest, dass es viel besser war, als wir dachten“, erzählt er. Der Ring war aus Gold, wurde von zwei verschlungenen Bändern geformt und von einem umgekehrten Diamanten geziert. Auf der Innenseite waren die Worte „Ieo vos tien foi tenes le moy“ eingraviert, was sich als mittelalterliches Französisch entpuppte und übersetzt so viel heißt wie: „Ich halte deinen Glauben, halte du meinen“. Der Ring, kein Zweifel, war alt, sehr alt. David Board sagte in einem Interview mit CNN: „Es wird nie wieder einen solchen Ring geben.“

Der Ring sei in „fast perfektem Zustand“, erklärte Nigel Mills, Berater für Münzen und Antiquitäten des Aktionshauses Noonans. Aufgrund des Fundortes  vermutet man, dass es sich um den Ehering einer gewissen Joan Brook handelt, welcher ihr seinerzeit von ihrem Ehemann Thomas Brook geschenkt wurde. Die Heirat im Jahr 1388 brachte der Familie Brook großen Reichtum, da Joan die Witwe des vermögenden Tuchhändlers und zweimaligen Bürgermeisters von Bristol Robert Cheddar war. Das alles passierte zu einer Zeit, in der die heute verklärten mittelalterlichen Ideen von Ritterlichkeit und höfischer Liebe das Denken prägten; beides spiegele auch der Ring wider, so die Experten von Noonans.

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Die Entdeckung des Rings ergänzt eine Liste unglaublicher Funde in Großbritannien. Ein Amateur-Schatzsucher entdeckte im Jahr 2020 in einem schottischen Feld eine Menge bronzezeitlicher Objekte, was Experten damals als „national bedeutsame“ Entdeckung bezeichneten. Erst letztes Jahr berichtete CNN, dass ein unerfahrener Sondengänger in Dänemark einen riesigen Hort von Goldartefakten aus der Eisenzeit gefunden hatte.

David Board ist auf alle Fälle „super glücklich“, wie er sagt: „Ich trinke gerne ein Pint, ich denke aber, das kann ich nun gelegentlich zu Champagner upgraden.“ Einen Großteil des Geldes will er allerdings seiner Tochter überlassen, die gerade für ihre Familie ein Haus baut „und das sicher brauchen kann“.

Außerdem geht er weiterhin dreimal pro Woche mit seinem Detektor los, wenn es das Wetter zulässt, in der Hoffnung, unter den üblichen Musketenkugeln und  Barockmünzen, die er so findet, ein weiteres großes Relikt zu entdecken. „Es wäre erstaunlich, wenn ich das täte“, sagt er, fügt allerdings hinzu: „Man weiß nie, was das nächste Signal bringen wird.“

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