Sechs Monate vor der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern laufen die Vorbereitungen in den Parteizentralen auf Hochtouren. Neben politischen Inhalten steht die Frage im Raum, wie und wo die knappen Ressourcen für Wahlkampfmaßnahmen eingesetzt werden. Dabei spielen sowohl traditionelle Ansätze wie Haustürgespräche als auch ein verstärkter Fokus auf Social Media eine Rolle.
Die Sozialdemokraten, unter der Führung von Ministerpräsidentin Manuela Schwesig, setzten bereits 2021 ein Budget von rund einer Million Euro ein und planen Ähnliches für den bevorstehenden Wahlkampf. Besonders im Fokus steht Schwesigs persönliche Inszenierung auf Social-Media-Plattformen wie Instagram, wo sie mit 51.000 Followern den anderen Spitzenkandidaten weit voraus ist. Unterstützt wird sie dabei erneut von Social-Media-Expertin Lilly Blaudszun (SPD). Trotz der digitalen Präsenz betont der Politikwissenschaftler Wolfgang Muno von der Universität Rostock, dass vor allem das direkte Gespräch mit den Bürgern entscheidend bleibe.
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Auch die CDU will mit einem Budget von über einer Million Euro den Wahlkampf intensivieren. Spitzenkandidat Daniel Peters plant mehr Großplakate als 2021 und will den Haustürwahlkampf stärken. Peters betont jedoch, dass der Fokus auf den politischen Inhalten liege und Social Media eine ergänzende Rolle spiele.
AfD dominiert in Sozialen Medien
Mit 15.700 Followern ist die AfD im Nordosten die dominierende Kraft auf Social Media. „Im Netz sind wir mit großem Abstand die Nummer Eins“, sagte Ministerpräsidenten-Kandidat Leif-Erik Holm. Man werde dies natürlich ausgiebig nutzen. Er kündigt zudem einen bürgernahen Wahlkampf mit vielen Infoständen und Haustürbesuchen an. Die Partei wird laut Holm einen hohen sechsstelligen Betrag investieren.
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Die Linke, mit einem Budget von rund 600.000 Euro, setzt auf einen Mix aus traditionellen Wahlkampfmethoden und verstärkter Präsenz in sozialen Netzwerken. Besonders junge Wähler sollen angesprochen werden. Landesvorsitzender Hennis Herbst betont, dass die Partei gezielt eine verständliche Sprache verwenden wolle, um Menschen dort zu erreichen, wo sie sich aufhalten.
Die Grünen planen mit 350.000 Euro, während das Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) 480.000 Euro investieren will. Beide Parteien setzen auf klassische Formate wie Infostände, verstärken aber auch ihre Aktivitäten online.
Campact plant Kampagne gegen AfD
Die bundesweit agierende Kampagnen-Organisation Campact vermutet bei der AfD in MV ein Wahlkampfbudget von bis zu einer Million Euro. Die Organisation plant, dieselbe Summe aufbringen, um damit gegen die AfD agitieren und so in den Landtagswahlkampf eingreifen. In Sachsen-Anhalt, wo ebenfalls dieses Jahr ein neuer Landtag gewählt wird, hat Campact laut der eigenen Webseite dasselbe vor.
In Mecklenburg-Vorpommern soll die Aktion „Zusammen bewegen“, die Ende Februar erstmals in die Öffentlichkeit trat, davon profitieren, wie eine Sprecherin des Bündnisses sagt. Dabei handelt es sich um einen Zusammenschluss einer Reihe von Initiativen und Einzelpersonen im Nordosten, darunter auch Organisationen wie „Omas gegen Rechts“.
Die verbleibenden 50 Prozent will Campact eigenen Angaben zufolge für eigene Kampagnen gegen die AfD nutzen und dabei aus Erfahrungen von vergangenen Wahlkämpfen zurückgreifen. So schaltete Campact bei der Landratswahl 2025 in MV nach eigenen Angaben für 30.000 Euro Online- und Zeitungsanzeigen gegen die AfD-Kandidaten, die es in die Stichwahl geschafft hatten. (mit dpa)
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