Bund hat aber Zweifel an weiterer Havelüberquerung

Bald acht Fahrspuren südlich von Potsdam

Martin Klesmann
2 Min

POTSDAM/BERLIN. Auf den Autobahnen rund um Potsdam wird es in den kommenden Jahren die eine oder andere Baustelle geben: Die A 10 zwischen den Autobahndreiecken Nuthetal und Potsdam soll nämlich dann acht Fahrspuren statt bisher sechs erhalten. "Das ist die meistbefahrene Straße in Brandenburg", sagte der SPD-Bundestagsabgeordnete Jörg Vogelsänger am Dienstag. Deshalb werde er mit der Mehrheit im Verkehrsausschuss des Bundestages am Mittwoch dafür stimmen, einer Verbreiterung dieser Ost-West-Trasse umgehend zuzustimmen. Vogelsänger: "Noch in diesem Jahrzehnt kann der Ausbau dann erfolgen." 78,7 Millionen Euro soll das kosten, und der ebenfalls beabsichtigte Umbau des Autobahndreiecks Nuthetal wird mit noch einmal 28 Millionen Euro veranschlagt.Ein Drittel mehr Pkw Vogelsänger rechnet in den nächsten zehn Jahren auf jener Strecke mit einem Anstieg des Pkw-Aufkommens um ein Drittel - derzeit fahren dort täglich 82 600 Pkw. Im Jahr 2015, so lange gilt der aktuelle Bundesverkehrswegeplan, sollen es dann schon rund 120 000 Pkw sein. Gründe dafür sind die prognostizierte Bevölkerungszunahme rund um Potsdam sowie die Zunahme des Lkw- und Reiseverkehrs nach der EU-Osterweiterung. Der westliche Berliner Autobahnring wird entgegen früheren Planungen nicht bis zur Autobahnabfahrt Berlin-Spandau von vier auf sechs Fahrspuren ausgebaut. Ein sechsspuriger Ausbau sei nur zwischen dem Autonbahndreieck Werder/Havel und der Anschlussstelle Groß-Kreutz geplant, bestätigte Vogelsänger. Ursprünglich sollte der Westring bis zur Anschlussstelle Berlin-Spandau ausgebaut werden, um das Berliner Olympiastadion zur Fußball-WM 2006 leichter erreichbar zu machen. Dieses Vorhaben wurde aber inzwischen auch wegen der fehlenden Maut-Einnahmen des Bundes aufgegeben. Einer weiteren Straße über die Havel, die die Bundesstraßen 1 und 2 im Potsdamer Stadtgebiet verbinden soll, räumt der Bund nach Angaben von Vogelsänger keine besondere Priorität ein. Hier müssten Stadt Potsdam und Landkreis Potsdam-Mittelmark erst einmal klären, ob die Havelüberquerung überhaupt notwendig sei. Vogelsänger: "Es gibt dringendere Projekte wie die Oder-Lausitz-Trasse." Selbst die Unesco hatte sich alarmiert gezeigt.

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