Spätestens seit der ausgerufenen Zeitenwende des Ex-Bundeskanzlers Olaf Scholz (SPD) rückt die Bundeswehr zurück in die öffentliche Wahrnehmung. Mit Plakaten im Fußgängerbereich, mit Werbekampagnen in den sozialen Medien oder auch Informationsständen auf Veranstaltungen – die Bundeswehr erlangt seitdem wieder Omnipräsenz. Zuletzt war das in Sachsen-Anhalt auf dem Marktplatz in Halle (Saale) zu erleben. Dort fand nach Jahrzehnten ein öffentliches Gelöbnis von mehr als 100 Rekruten statt. Nun proben die Truppen der Heimatschutzdivision in Sachsen-Anhalt zwei Wochen lang den Ernstfall – erstmalig nach langer Zeit wieder im öffentlichen Raum.
„Heimatschutzkräfte des Heeres üben vom 18. September bis zum 2. Oktober 2026 in den Bundesländern Sachsen-Anhalt und Rheinland-Pfalz im öffentlichen Raum“, sagt Björn Lenz, Oberstleutnant und Sprecher der Division. „Die Übung trägt den Namen VIGILANT ROLAND II“, was mit wachsamen Roland zu übersetzen sei.
Übung erfolgt bei Stendal und Altengrabow
In Sachsen-Anhalt umfasse das beispielsweise die Autobahnbrücke in der Nähe von Stendal. Geprobt werde hier die Sicherung von verteidigungswichtiger Infrastruktur gegen mögliche Bedrohungen wie etwa Drohnen. „Ein weiterer Bestandteil der Übung ist die Sicherung eines sogenannten Convoy Support Centers (CSC) – eines militärischen Rastplatzes für militärische Konvois - bei Altengrabow“, wird weiter mitgeteilt. Während die Hansestadt Stendal nördlich der Landeshauptstadt liegt, laufen die Übungen in Altengrabow östlich davon ab.
Teilnehmen werden laut Angaben des Sprechers „rund 450 Soldaten und Soldatinnen aus dem Heimatschutzregiment 4“, mit Stationierung in Schleswig-Holstein und Niedersachsen. Aus Sachsen-Anhalt wird sich das in Möckern beheimatete Heimatschutzregiment 6 an der Übung beteiligen. Die Truppe mit Standort im Landkreis Jerichower Land umfasst eine Sollstärke von etwa 1.000 Soldaten.
Reservisten in Sachsen-Anhalt im Einsatz
Ein Großteil der an den Aktionen teilnehmenden Soldaten sind hierbei Reservisten. Da der geprobte Ernstfall im öffentlichen Raum ablaufen wird, könne es laut Angaben des Sprechers vereinzelt zu Behinderungen des Straßenverkehrs kommen. Nähere Angaben werden hierzu nicht gemacht.
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Die Heimatschutzdivision wurde im Jahr 2025 aufgestellt und ist für den Schutz des „deutschen Territoriums“ zuständig, für die Sicherung „verteidigungswichtiger Infrastruktur“, den Objektschutz sowie die Aufmarschunterstützung für Nato-Kräfte. Darüber hinaus „helfen die Soldatinnen und Soldaten“ in enger Zusammenarbeit mit dem zivilen Katastrophenschutz bei schweren Naturkatastrophen oder Unglücksfällen.
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