Berlin-Wahl

Ermittlungen gegen Berliner SPD-Spitzenkandidaten Steffen Krach – Durchsuchungen in Berlin und Hannover

Wenige Tage vor der Wahl zum Regierenden Bürgermeister in Berlin gerät SPD-Kandidat Steffen Krach ins Visier der Justiz. Die Staatsanwaltschaft Hannover bestätigt Durchsuchungen an drei Objekten.

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Der SPD-Politiker Steffen Krach will Regierender Bürgermeister von Berlin werden.

Der SPD-Politiker Steffen Krach will Regierender Bürgermeister von Berlin werden.

© Sebastian Christoph Gollnow/dpa

Gegen Steffen Krach, SPD-Spitzenkandidat für das Amt des Regierenden Bürgermeisters in Berlin, läuft ein Ermittlungsverfahren. Das bestätigte Kathrin Söfker, Sprecherin der Staatsanwaltschaft, der Berliner Zeitung.

„In diesem Zusammenhang gab es Durchsuchungsmaßnahmen in zwei Objekten in Berlin und in einem Objekt in Hannover“, sagte Söfker. Eine Vertreterin der Staatsanwaltschaft sei bei den polizeilichen Maßnahmen in Berlin vor Ort gewesen. Weitere Details nannte die Sprecherin nicht – mit Verweis darauf, dass Angaben den Ermittlungserfolg gefährden könnten.

Krach ist derzeit formal noch Regionspräsident in Hannover, befindet sich aber im unbezahlten Urlaub, um in Berlin Wahlkampf zu führen.

Möglicher Bezug zu Grundstücksverkauf in Lehrte

Medienberichten zufolge könnte das Verfahren im Zusammenhang mit dem Vergabeverfahren zum Verkauf des früheren KRH-Klinikgeländes in Lehrte stehen. Bereits im Mai hatte es Durchsuchungen bei der G&W Vermögensverwaltung und deren Geschäftsführer Gaurav Garg gegeben. Im Raum stand der Vorwurf der Korruption.

Garg war im Vergabeverfahren unterlegen und hatte anschließend schwere Vorwürfe gegen das Klinikum erhoben. Den Zuschlag erhielt stattdessen die Hahne-Gruppe aus Garbsen. Krach soll sich im Aufsichtsrat für eine Vergabe an die G&W von Garg eingesetzt haben.

Welche konkreten Vorwürfe gegen Krach erhoben werden, ist bislang nicht bekannt. Ob gegen Krach eine Anzeige erstattet wurde oder die Staatsanwaltschaft von Amts wegen ermittelt, dazu wollte sich Söfker nicht äußern. Auch seit wann gegen den SPD-Spitzenkandidaten von Berlin ermittelt wird, ließ sie offen.

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Krach für Stellungnahme nicht erreichbar

Der SPD-Politiker war zunächst nicht für eine Stellungnahme erreichbar. Die Berliner SPD reagierte über ihren Sprecher Matthias Kuder: „Als SPD Berlin und im Namen unseres Landesvorsitzenden und Spitzenkandidaten weisen wir die Vorwürfe in aller Entschiedenheit zurück.“ Man werde „selbstverständlich mit den Behörden vollumfänglich kooperieren“, um die „haltlosen Vorwürfe auszuräumen“, kündigte Kuder an.

„Die Fragen zu dieser Entwicklung muss Steffen Krach beantworten. Ich habe volles Vertrauen in unsere Sicherheitsbehörden“, äußerte sich Stefan Evers, Berliner CDU-Spitzendandidat. Mehr wollte er nicht sagen.


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