Rund 2500 junge Bäume haben Wanderer aus mehreren europäischen Ländern am Donnerstag bei Regen nahe Oberwiesenthal gepflanzt – gemeinsam mit dem Staatsbetrieb Sachsenforst und der Stiftung Wald für Sachsen. Es war eine der Aktionen der Festwoche Eurorando 2026 im Erzgebirge. Jetzt steuert das europäische Wandertreffen zusammen mit dem 123. Deutschen Wandertag auf seinen Höhepunkt zu.
An diesem Sonnabend, dem 26. September 2026, führt ein grenzüberschreitender Festumzug vom tschechischen Boží Dar in den Kurort Oberwiesenthal. Sachsens Kultur- und Tourismusministerin Barbara Klepsch (CDU) will bei der Abschlussfeier ein Grußwort sprechen. Für Wanderfans aus Deutschland und ganz Europa ist es das gemeinsame Finale zweier Großveranstaltungen mitten in einer Unesco-Welterberegion.
Der Festumzug soll vom tschechischen Boží Dar bis in den sächsischen Kurort Oberwiesenthal ziehen. Dabei kommen laut Programm Wandervereine und -gruppen aus ganz Europa zusammen. Im Anschluss findet die Abschlussfeier auf der Freiluftbühne Oberwiesenthal statt.
Steinernes Herz Europas
An der ehemaligen Zollstation zwischen Boží Dar und Oberwiesenthal soll am selben Tag ein dauerhaftes Denkmal enthüllt werden. Für das rund acht Meter hohe Steinerne Herz Europas haben Wanderer nach Angaben des Tourismusverbandes Erzgebirge Steine aus ihren Heimatregionen mitgebracht.
Das Objekt ist als Zeichen europäischer Verbundenheit sowie als Treff- und Rastpunkt gedacht. Die Enthüllung soll der Bergmännische Musikverein Jöhstadt-Grumbach musikalisch begleiten.
Wie international das Treffen ausfällt, zeigt eine Zwischenbilanz des Europäischen Wanderverbands (ERA). Demnach kamen zur Eurorando-Woche rund 1500 Teilnehmende aus 17 Ländern ins Erzgebirge. Etwas mehr als die Hälfte stammte nach diesen Angaben aus Deutschland. Besonders stark vertreten waren zudem Tschechien und Spanien.
Warum das Erzgebirge?
Eurorando ist ein großes europäisches Wandertreffen, das im Fünfjahresrhythmus stattfindet. Nach Straßburg, Südböhmen, Andalusien, Skåne und Sibiu ist 2026 das Erzgebirge an der Reihe.
Erstmals wird die Veranstaltung grenzüberschreitend ausgetragen – in der deutsch-tschechischen Unesco-Welterberegion Erzgebirge/Krušnohoří. Die ist seit 2019 Welterbe und umfasst 22 Bestandteile, 17 auf sächsischer und fünf auf tschechischer Seite. Rund um Fichtelberg und Keilberg stehen geführte und individuelle Wanderungen, Konzerte, Begegnungen und regionale Märkte auf dem Programm. 2025 war die Region nach Angaben des Tourismusverbandes mit gut 2,6 Millionen Übernachtungen Sachsens übernachtungsstärkste Flächendestination.
Parallel läuft vom 24. bis 27. September der 123. Deutsche Wandertag unter dem Motto „Bewegt verbunden – Gemeinsam durch das Erzgebirge“. Im Vorfeld rechnete die Gastgeberregion mit bis zu 20.000 Gästen und mehr als 35 Touren.
Das Banner kam zu Fuß aus Heiligenstadt
Eröffnet wurde der Wandertag am Donnerstag um 15 Uhr in Oberwiesenthal. Ein traditioneller Moment: Die Wimpelwandergruppe trug das Wandertags-Banner aus dem früheren Austragungsort Heilbad Heiligenstadt zu Fuß ins Erzgebirge. Verbandspräsident Michael Ermrich (CDU) nahm es entgegen. „Gerade die grenzüberschreitenden Wanderungen zeigen, dass Wege verbinden“, erklärte Ermrich nach Angaben des Deutschen Wanderverbandes.
Beide Großveranstaltungen setzen sichtbar auf Umweltthemen. Bei der Baumpflanzaktion am Donnerstag setzten die Teilnehmenden rund 2500 überwiegend Weißtannen; insgesamt sollen 5000 Bäume in den Boden kommen. Oberwiesenthals Bürgermeister Jens Benedict (EINZ) hatte zur Eröffnung die europäische Dimension betont. Er wünschte den Gästen sinngemäß, das Erzgebirge möge einen tiefen Eindruck hinterlassen – sie selbst aber möglichst keine nennenswerten Spuren in der Natur.
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Möglich wird das grenzüberschreitende Format auch durch EU-Geld. Das Interreg-VI-A-Projekt „Wandern im Erzgebirge im Herzen Europas – Eurorando 2026“ wird nach Angaben des Tourismusverbandes mit EFRE-Mitteln in Höhe von 866.725,72 Euro gefördert. Die Laufzeit reicht vom 1. September 2024 bis zum 31. März 2027. Lead-Partner ist die tschechische Destinační agentura Krušnohoří, Partner auf deutscher Seite ist der Tourismusverband Erzgebirge.
Klepsch: „Tolle Werbung für Sachsen“
Für den Freistaat ist das Wander-Doppel auch eine Werbebühne. „Das ist eine tolle Werbung für Sachsen“, wird Klepsch in der Mitteilung ihres Ministeriums zitiert. Das Erzgebirge biete mit seiner Natur- und Kulturlandschaft eine ideale Kulisse und zeige, wie eng Wandern, Kultur und Tourismus zusammengehörten.
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