Politik

„Organisierte Kriminalität ist scheiße“: Ferat Koçak nennt neue Details zu Chats mit Firas Remmo

Ferat Koçak äußert sich erneut zu den Chats mit dem Sohn von Issa Remmo. Der Neuköllner Linken-Politiker wurde zuletzt heftig kritisiert.

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Ferat Koçak äußert sich erneut zu seinen Kontakten zu Firas Remmo.

Ferat Koçak äußert sich erneut zu seinen Kontakten zu Firas Remmo.

© dts Nachrichtenagentur/imago

Der Neuköllner Linken-Politiker Ferat Koçak hat sich auf Instagram erneut zu der Kritik an ihm geäußert. Zuletzt hatte er angekündigt, seinen Sitz im Innenausschuss des Bundestags abzugeben. Hintergrund sind seine Chats mit Firas Remmo, einem Sohn von Clan-Chef Issa Remmo.

Der Linken-Abgeordnete aus Neukölln räumt in dem Video einen Fehler ein. Gegen eine zentrale Deutung der veröffentlichten Nachrichten wehrt er sich aber.

Welche Konsequenz Ferat Koçak im Innenausschuss zieht

Koçak gibt nach eigenen Worten seinen Sitz im Innenausschuss des Bundestags ab. Sein Verhalten habe Fragen aufgeworfen und werde seinem Anspruch an einen Abgeordneten in diesem Gremium nicht gerecht, sagt er in dem Video.

„Organisierte Kriminalität ist scheiße“, so Koçak in dem Statement weiter. „Sie zerstört den Zusammenhalt, den wir hier in Neukölln so groß schreiben. Weder ich noch meine Partei haben da mit irgendwas zu tun“.

Er mache seinen Job anders als viele Politiker, so Koçak weiter. Er gebe auch Menschen seine Handynummer. „Was ist also geschehen? Ich hatte einen Aufruf gestartet, in dem ich nach gebrauchten Handys für AktivistInnen fragte“. Dutzende Leute hätten sich gemeldet, so auch Firas Remmo. Zu diesem Zeitpunkt habe er nicht gewusst, wer das sei, er habe jeden Tag mit Dutzenden Menschen zu tun.

Dass er die Person nicht überprüft habe, sei „sein Versäumnis“ und sei ihm nun „zum Verhängnis“ geworden.

Wie der Chat mit Firas Remmo öffentlich wurde

Firas Remmo hatte am Sonntagabend einen Ausschnitt des Nachrichtenaustauschs in seiner Instagram-Story veröffentlicht. Koçak sagt dazu am Freitag: „In einer Nachricht liest es sich, als würde ich seinen Vater Isa Remmo grüßen. Das stimmt so nicht. Ich habe auf eine Nachricht reagiert, in der er Grüße von seinem Vater ausgerichtet hat und höflich zurückgegrüßt. Zu dem Zeitpunkt wusste ich nicht, wer der Vater ist“.

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Bei der Abholung des Handys sei Issa Remmo anwesend gewesen. „In diesem Moment wurde mir klar, wer der Vater war, der mir vorher Grüße ausgerichtet hat. Denn natürlich weiß ich, wer Isa Remmo ist“. Danach sei er dem persönlichen Kontakt mit Fitas Remmo aus dem Weg gegangen. Dass er ihm nach dem Treffen seine Bundestagsrede zugeschickt habe, sei „unvorsichtig“ gewesen. Dieselbe Nachricht habe er im selben Wortlaut an mehrere weitere Personen verschickt, betont er im Video.

Warum die Rede über Clankriminalität eine Rolle spielt

Der Redeausschnitt stammte aus einer Debatte über Clankriminalität vom 29. Januar 2026. Laut Plenarprotokoll sagte Koçak dort: „Der Begriff ‚Clankriminalität‘ ist kein klar definierter Straftatbestand. Er ist ein politischer Kampfbegriff mit einer rassistischen Geschichte.“ Zugleich betonte er: „Ja, Organisierte Kriminalität existiert in allen Bereichen der Gesellschaft.“

Er habe Personen, die „der organisierten Kriminalität zugeschrieben werden“, weder Vorteile gewährt noch von ihnen Vorteile erhalten. Koçak gibt allerdings zu, dass sein Verhalten Fragen aufgeworfen habe.

Wie die Linke auf den Fall reagiert

Issa Remmo war am 20. September überraschend auf der Wahlparty der Neuköllner Linken aufgetaucht. Spitzenkandidatin Elif Eralp erklärte im ZDF: „Er war nicht eingeladen und wurde wieder rausgeschickt.“ Der Neuköllner Bezirksverband ging ebenfalls auf Distanz. Jorinde Schulz aus dem Bezirksvorstand erklärte nach Angaben der dpa: „Es gibt weder politische noch persönliche Beziehungen zu dieser Person.“

Parteichefin Ines Schwerdtner hatte bereits vor Koçaks Stellungnahme eine interne Klärung angekündigt: „Wir werden das mit Herrn Koçak klären.“

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