Fragen wird man ja mal dürfen – und siehe da: kein Problem. Der Kritiker bekommt nicht nur den derzeitigen Stand des Regiebuchs mit Textfassung, Licht- und Musikeinsätzen sowie Regieanweisungen zugeschickt, sondern ich darf sogar eine Probe besuchen. Frank Castorf adaptiert Klaus Manns Theaterroman „Mephisto“ für das Berliner Ensemble; der Regisseur und einstige Volksbühnenintendant hat mit dem Spielzeitbeginn die Proben wieder aufgenommen. Premiere ist in zehn Tagen.
Meine Neugier weckt die Inszenierung schon allein dadurch, dass Jens Harzer die Titelrolle spielt: den Theaterkünstler Hendrik Höfgen, der eine Entwicklung vom linken, gesellschaftskritischen Schauspieler und Regisseur der Weimarer Republik zum Staatstheaterintendanten unter den Nazis durchmacht, ein sich immer weiter aushöhlender Opportunist, der nur spielen will und Applaus braucht und darüber seine Ideale, Kollegen und Freunde verrät.
Theaterglück
Ein Besuch bei Frank Castorfs „Mephisto“-Proben im Berliner Ensemble
Es ist das erste Mal, dass Jens Harzer bei Frank Castorf spielt. Zwei Theaterwelten treffen aufeinander: Kann das gut gehen? Ein Probenbesuch im Berliner Ensemble.
8 Min
Link kopiert
Die Artikel-URL wurde erfolgreich in Ihrer Zwischenablage gespeichert.
Jens Harzer als Höfgen alias Gründgens.
© Moritz Haase
Werden Sie Teil des Ostablishments.
Sie haben bereits ein O+ Abo?
*