Wer am Martinstag einen Gänsebraten plant, kann weitgehend aufatmen: Die Preise für Martinsgänse bleiben in diesem Jahr in Deutschland auf stabilem Niveau. Nach Angaben des Sächsischen Geflügelwirtschaftsverbands rechnen die Erzeuger allenfalls mit einem Aufschlag von bis zu fünf Prozent. Hauptgrund sind der gestiegene Mindestlohn und höhere Futterkosten. Für Verbraucher heißt das: Der klassische Gänsebraten, der traditionell zum Martinstag am 11. November und auch in der Weihnachtszeit auf den Tisch kommt, wird teurer, aber nicht dramatisch.
Wie viel genau fällig wird, hängt stark davon ab, ob die Gans frisch vom Hof oder tiefgekühlt aus dem Supermarkt kommt – oder fertig gebraten im Restaurant serviert wird. Die Spanne ist groß – und ein aktuelles Gesundheitsrisiko für die Tiere könnte die ruhige Preislage bald beenden.
Was deutsche Gänse 2026 kosten
Für frische Ware aus deutscher Erzeugung nannte der Sächsische Geflügelwirtschaftsverband zuletzt rund 20 Euro pro Kilogramm. Tiefgekühlte deutsche Gänse lagen bei etwa 15 Euro je Kilo.
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MehrDiese Marke dürfte 2026 nur leicht steigen. Der Verband geht von höchstens fünf Prozent mehr aus – vor allem wegen der höheren Löhne in der arbeitsintensiven Haltung.
Seit dem 1. Januar 2026 gilt ein gesetzlicher Mindestlohn von 13,90 Euro pro Stunde. Zuvor waren es 12,82 Euro. Dieser Sprung schlägt sich bei einem Produkt, das viel Handarbeit verlangt, direkt nieder.
Teurer Futtersack, günstiger Supermarkt
Auch die Futterkosten spielen eine Rolle. Der Index der Einkaufspreise landwirtschaftlicher Betriebsmittel lag im Juli 2026 laut Statistischem Bundesamt um 4,0 Prozent über dem Vorjahr. Getreide verteuerte sich im Frühsommer um 4,5 Prozent.
Futtermittel für Gänse sind in diesem Jahr teurer geworden.
© imago stock&people
Einen vergleichbaren Anstieg erwartet auch Züchter Lorenz Eskildsen, der jedes Jahr rund 30.000 Tiere für seine Hofläden und regionale Kleinbetriebe schlachtet. Als Gründe nennt er ebenfalls Futter und Mindestlohn.
Im Supermarktregal bleibt der Aufschlag vermutlich moderat. Die Nahrungsmittelpreise lagen im September 2026 nur 0,4 Prozent über dem Vorjahr, während die allgemeine Inflation bei 3,3 Prozent lag.
Hofladen, Bio oder Restaurant: Die große Preisspanne
Wie unterschiedlich die Kosten ausfallen, zeigt der Direktvertrieb. Der Biohof Lochmüller in Bad Berneck im Fichtelgebirge verlangt für die Saison 2026 21 Euro je Kilo für die Martinsgans und 22 Euro für die Weihnachtsgans – nah an der Verbandsangabe.
Deutlich höher liegt dagegen Spitzenzüchter Eskildsen: Seine küchenfertige Freiland-„SaxenGans“ mit rund 4,5 Kilo kostet im Online-Hofladen 159 Euro. Das entspricht etwa 35 Euro pro Kilogramm.
Wer lieber essen geht oder sich eine fertig gebratene Gans nach Hause liefern lässt, zahlt ebenfalls mehr. Viele Restaurants bieten ein sogenanntes Gänsetaxi an – ein Trend, der sich seit der Coronazeit bis heute gehalten hat. Eine komplette Gans für vier Personen inklusive Beilagen und einer Flasche Wein, geliefert vom Dresdner Restaurant Luisenhof, kostet 159 Euro. Im Magdeburger Restaurant Hoflieferant wird ein Gänse-Menü mit drei Gängen für 63 Euro pro Person kredenzt.
Ein Risiko, das den Preis sprengen könnte
Über der stabilen Lage schwebt allerdings die Geflügelpest. Nach schweren Ausbrüchen im Winter 2025/26 zirkuliert das H5N1-Virus laut Fachberichten ganzjährig in heimischen Wildvögeln.
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Allein zwischen Oktober 2025 und Juni 2026 kosteten Tötung, Entsorgung und Entschädigung bundesweit rund 82 Millionen Euro. Im Betrieb von Eskildsen in Grimma-Mutzschen wurden 6500 Zuchttiere gekeult.
Nach einem Ausbruch dauert es sieben bis acht Monate, bis die Produktion wieder anläuft, erklärte Christian Riedel, Vorsitzender des Sächsischen Geflügelwirtschaftsverbands, bereits im Februar 2026. Der Markt für Jungtiere sei europaweit wie leergefegt.
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