Proteste

„Ihre Politik fährt unsere Zukunft gegen die Wand“: „Gen Z regelt“ schreibt Brandbrief an Merz

Die Initiative „Gen Z regelt“ ruft am 31. Oktober zu bundesweiten Protesten auf. Ein Brandbrief an den Kanzler findet einige Zustimmung.

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Die Initiative „Gen  Z regelt“ ruft zu Protesten am 31. Oktober auf.

Die Initiative „Gen  Z regelt“ ruft zu Protesten am 31. Oktober auf.

© Erbil Basay/Anadolu Agency/imago

Mit einem Brandbrief an Kanzler Friedrich Merz (CDU) hat die Initiative „Gen Z regelt“ zu bundesweiten Protesten am 31. Oktober aufgerufen – in 23 Städten.

In dem Brief wird der Bundesregierung vorgeworfen, die Zukunft der jungen Menschen zu verspielen. Die Gruppe bestehe aus Schülern, Studenten und jungen Berufstätigen, die „nicht länger dabei zusehen können, wie Sie unsere Zukunft verspielen. Ihre Sparpolitik nimmt uns jede Hoffnung“.

Weiter heißt es: „Ihre Politik fährt unsere Zukunft gegen die Wand.“ Die Initiative macht dafür unter anderem marode Schulen und drohende Kürzungen verantwortlich.

Sechs Forderungen gegen die Sparpolitik der Regierung

Die Liste ist konkret: Die Bewegung verlangt mehr Geld für Schulen, Suchthilfe und Psychotherapie statt Einsparungen sowie ein bezahlbares Leben. Lasten sollen gerecht verteilt werden, statt bei der jungen Generation zu sparen.

Außerdem wendet sich die Initiative klar gegen eine mögliche Wehrpflicht und fordert konsequenten Klimaschutz. In ihrem bundesweiten Protestaufruf verlangt sie zudem, Grundrechte zu schützen, statt die Überwachung auszubauen.

18.500 Unterschriften für Petition von „Gen Z regelt“

Mehr als 18.500 Menschen haben (Stand Donnerstagmorgen) die Petition bereits online unterschrieben. Dazu kommt ein verlinktes Crowdfunding.

Auch ein Crowdfunding ist unter dem Schreiben verlinkt, bei dem den Angaben zufolge bereits über 13.900 Euro zusammenkamen. Unter den prominenten Erstunterzeichnern finden sich Heidi Reichinnek von der Linken, Ricarda Lang von den Grünen und Musiker Bela B.

Rückzug in Berlin: Yali und „Maximaldemokratisch“ steigen aus

Kurz vor den Demos bröckelt die Unterstützung in der Hauptstadt. Der Sänger Battal Yali und Max Schneller, in sozialen Netzwerken als „Maximaldemokratisch“ bekannt, teilten den Schritt am Dienstagabend gemeinsam auf Instagram mit.

Ihren Rückzug begründen beide nicht mit Streit, sondern mit offenen Punkten. Jetzt stoppen sie ihr Engagement – wegen offener Fragen zu Zuständigkeiten, Entscheidungen und finanzieller Transparenz. Am Anliegen selbst halten sie aber fest, wie sie in ihrem gemeinsamen Instagram-Beitrag betonen.

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Wer hinter „Gen Z regelt“ steckt

Die Strukturen der Initiative bleiben undurchsichtig. Das Impressum der Website wurde binnen einer Woche zweimal geändert, am Donnerstag stand dort eine Schweizer Anschrift.

Die Behörden schauen genau hin. Nach Angaben des Bundesinnenministeriums überwacht der Verfassungsschutz verstärkt einschlägige Internetseiten und soziale Netzwerke. Die Initiative selbst kündigt ausdrücklich friedliche Proteste an und grenzt sich von französischen Verhältnissen ab. In Frankreich kommt es seit Wochen zu schweren Ausschreitungen.

Auch die Bundesschülerkonferenz mahnt zur Vorsicht. „Wir befürchten eine Entwicklung wie in Frankreich und wollen nicht, dass die Anliegen junger Menschen dadurch in den Hintergrund geraten“, sagte BSK-Vizegeneralsekretärin Lilli Berthold der Neuen Osnabrücker Zeitung vom Mittwoch.

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