Die BSW-Fraktion im Brandenburger Landtag macht die Bundesregierung und die Europäische Union für die stark gestiegenen Düngemittelpreise und Lieferengpässe verantwortlich. Der landwirtschaftspolitische Sprecher der Fraktion, Gunnar Lehmann, sprach in einer Erklärung von einer „völlig verantwortungslosen US-Hörigkeit sowie Sanktions- und Energiepolitik von Bundesregierung und EU“. Hintergrund sind jüngste Berichte über Preissteigerungen und Knappheit bei Düngemitteln.
Lehmann erklärte, der „völkerrechtswidrige Angriffskrieg der USA und Israels gegen den Iran“ sowie die EU-Zollpolitik trieben die Preise für Dünger und andere Vorprodukte in die Höhe. Zugleich hätten eigene Sanktionen die Energiepreise stark steigen lassen. Landwirte, Bürger und Wirtschaft müssten dafür zahlen.
Der von der EU vorgelegte Düngeraktionsplan bleibe nach Auffassung Lehmanns hinter dem Notwendigen zurück. Er forderte, die CO2-Importsteuer CBAM auf eingeführte Düngemittel sowie die Strafzölle auf Düngemittel aus Russland und Belarus zu streichen. Die Landesregierung in Potsdam müsse Druck auf den Bund machen. Deutschland müsse sich nach den Worten Lehmanns „ernsthaft um Frieden in Nahost bemühen“ und die Sanktionspolitik beenden.
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Bauernpräsident warnt vor steigenden Kosten
Der brandenburgische Bauernpräsident Henrik Wendorff hatte kürzlich erklärt, er rechne wegen der Lage auf dem Düngemittelmarkt mit deutlich höheren Kosten für die Landwirtschaft. „Unsere Produktionskosten werden sich exorbitant erhöhen“, sagte Wendorff im RBB-Inforadio. Dünger sei „so teuer wie nie und vor allen Dingen nicht verfügbar“. Die Betriebe bräuchten für die kommende Saison Planungssicherheit.
Hintergrund des Engpasses ist die anhaltende Blockade der Straße von Hormus im Iran-Krieg. Nach Daten der UN-Organisation für Ernährung und Landwirtschaft (FAO) werden gewöhnlich 20 bis 30 Prozent der international gehandelten Düngemittelprodukte durch die Meerenge transportiert. Seit Juli 2025 gelten zudem EU-Zölle auf Düngemittelimporte aus Russland.
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