Vertreter der Linksfraktion aus dem Bundestag und dem Abgeordnetenhaus haben am Freitag die Einigung zwischen Bauminister Wolfgang Tiefensee und dem Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit (beide SPD) zum Bau des schlossähnlichen Humboldt-Forums in Frage gestellt. Die Berliner Abgeordneten Wolfgang Brauer und Thomas Flierl erklärten, nach Auffassung der Linksfraktion im Abgeordnetenhaus mache es "keinen Sinn", wenn die Zentral- und Landesbibliothek (ZLB) mit der Humboldt-Uni nur eine Fläche von 5 000 Quadratmetern nutzen solle. Für die ZLB sei dabei "nicht mehr als ein Schaufenster" im Humboldt-Forum vorgesehen. Es werde damit die "einmalige Chance für eine moderne metropolitane Bibliothek mit einem großen nutzerfreundlichen Freihandbereich in Berlin vertan". Die Linksfraktion im Abgeordnetenhaus fordere, dass die ZLB im Humboldt-Forum "mindestens" eine Fläche von 12 000 Quadratmeter erhalte. Ex-Kultursenator Thomas Flierl sagte, seine Fraktion sei bereit, dafür auch einen doppelt so hohen Anteil des Landes Berlin zu bezahlen: 60 Millionen Euro.Bauminister Tiefensee und der Regierende Bürgermeister hatten sich im April darauf verständigt, dass Berlin lediglich 5 000 Quadratmeter im Humboldt-Forum nutzt und für den Bau des 480 Millionen Euro teuren Projekts 32 Millionen Euro beisteuert. Außerdem sagte Berlin zu, sein Grundstück im Wert von 51,5 Millionen Euro einzubringen. Zurzeit laufen Verhandlungen, wie die 5 000 Quadratmeter zwischen Humboldt-Uni und ZLB aufgeteilt werden. Im Gespräch sind Flächenanteile von 4 000 Quadratmetern für die Bibliothek und von 1 000 Quadratmetern für die HU. Am Dienstag will der Senat dem Vernehmen nach darüber beraten. Senatssprecher Michael Donnermeyer machte am Freitag klar, dass Wowereit über eine Ausweitung der Flächen nicht mit sich reden lasse. "Die Vereinbarung mit dem Bauminister ist beschlossen und verkündet. Dabei bleibt es", sagte er. (ulp.)
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