Die Stadt Leipzig hat am Donnerstag in Halle 7 der Baumwollspinnerei ein neues Zentrum für Gründungen, Innovation und Transfer eröffnet. Dort arbeiten künftig die Stadt, SpinLab, die HHL Leipzig Graduate School of Management und die Gründungsinitiative SMILE der Universität Leipzig unter einem Dach. Junge Unternehmen sollen von der ersten Idee bis zur Wachstumsphase begleitet werden, teilte das Dezernat Wirtschaft, Arbeit und Digitales mit.
In den Bau des Innovationszentrums flossen bei zwei Jahren Bauzeit 17,8 Millionen Euro. Bereits zuvor waren rund 13,9 Millionen Euro in die Sanierung der Gebäudehülle und den Ausbau der Flächen für die Theater der Spinnerei investiert worden. Nach Angaben der Stadt wurde das mit Fördermitteln aus dem Programm Stadtumbau Ost in Höhe von 7,2 Millionen Euro sowie drei Millionen Euro Fördermitteln der Stadt realisiert.
Die Stadt begründet das Projekt mit der Phase nach der Gründung: Junge Firmen bräuchten dann Flächen, Kapital und Kontakte zu etablierten Unternehmen und Kunden. Fehle das, drohe die Abwanderung. Deshalb sollen Start-ups in der Halle 7 gezielt mit Kapitalgebern wie dem TGFS Technologiegründerfonds Sachsen und SI Ventures zusammengebracht und langfristig in der Region gehalten werden.
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Betreiber der Halle 7 ist SpinLab. SpinLab bündelt dort seine Accelerator- und Innovationsprogramme und unterstützt wachstumsorientierte Start-ups bei Skalierung, Marktzugang und Finanzierung. Zugleich ist SpinLab Träger des Smart Infrastructure Hub Leipzig in der Digital Hub Initiative des Bundes.
Die HHL verlegt ihre Gründungsförderung in das Zentrum. Der HHL DIGITAL SPACE und die HHL Gründerinnen-Initiative bilden dort einen gemeinsamen Entrepreneurship Hub mit dem PROTOLAB für erste Produktentwicklungen und dem Traction Lab für den Weg zu ersten Kunden. Auch die HHL Executive Education, die nach Angaben der Stadt jährlich über 900 Führungskräfte weiterbildet, und das Institut für Familienunternehmen und Unternehmernachfolge ziehen ein.
SMILE richtet in der Halle 7 den SMILE Incubation Space ein. Gründungsteams der Universität erhalten dort vor allem in der Vorgründungsphase Arbeitsplätze, Coaching und Zugang zur Infrastruktur. Nach Angaben der Stadt hat die Initiative seit ihrer Gründung mehr als 650 Gründungen unterstützt und rund 41 Millionen Euro Frühphasenfinanzierung eingeworben. Integriert ist auch das Process Living Lab des SEPT Kompetenzzentrums, in dem Produkte und Prozesse prototypisch erprobt werden können.
Kretschmer und Schülke setzen auf regionales Wachstum
Ministerpräsident Michael Kretschmer erklärte, die Zukunft der deutschen Wirtschaft werde maßgeblich von kleinen und mittelständischen Unternehmen geprägt. Deshalb sei es entscheidend, Gründerinnen und Gründer in der frühen Phase mit Räumen, Netzwerken und Unterstützung zu fördern.
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Clemens Schülke, Bürgermeister und Beigeordneter für Wirtschaft, Arbeit und Digitales, betonte: „Wir wollen Leipziger Start-ups groß machen und Unternehmen stärken, die hier gewachsen sind.“ Die Ostbeauftragte der Bundesregierung, Staatsministerin Elisabeth Kaiser, nannte solche Orte gerade für Ostdeutschland wichtig, weil sie Ideen, Talente und Kapital besser verbänden.
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