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Vergleich von ARD und AfD: Jan Josef Liefers kritisiert „Tatort“ und „Polizeiruf“-Sparkurs beim MDR

Der MDR pausiert den „Tatort“ und den „Polizeiruf“. Jan Josef Liefers kritisiert das scharf. Warum er die ARD mit der AfD vergleicht.

4 Min
Jan Josef Liefers spielt beim Münster-„Tatort“ die Rolle des Prof. Boerne.

Jan Josef Liefers spielt beim Münster-„Tatort“ die Rolle des Prof. Boerne.

© Jens Krick/FutureImage

Der Schauspieler Jan Josef Liefers, seit 2002 als Prof. Boerne im Münster-„Tatort“ zu sehen, hat die Entscheidung des MDR scharf kritisiert, den „Tatort“ und den „Polizeiruf 110“ in Mitteldeutschland für drei Jahre auf Eis zu legen.

„Das habe ich gar nicht verstanden. Man würde doch denken, dass es eher die totalitäre AfD wäre, die solche rabiaten Dinge tut“, so Liefers im Podcast „Lanz + Precht“ an der Seite von Markus Lanz und Richard David Precht.

Was Jan Josef Liefers der ARD vorwirft

Für Liefers ist die Pause mehr als eine Sparmaßnahme. „Das habe ich gar nicht verstanden“, sagte er im Podcast. Er zweifelt, ob es bei den angekündigten drei Jahren bleibt. Für ihn klinge das eher nach einem endgültigen „Wir lassen das“.

Beide Krimireihen bezeichnete er als „das Tafelsilber der ARD“. Den Verlust des Magdeburger „Polizeiruf“ trifft ihn besonders. Der gebürtige Dresdner erinnerte daran, dass die Reihe den Sprung ins westdeutsche Fernsehen geschafft habe und sehr erfolgreich gewesen sei. Für ihn ist das Format „das letzte große deutsche Lagerfeuer“.

Moderator Markus Lanz pflichtete ihm bei. Die Pause sei „in Wahrheit ein Eingeständnis dafür, dass sich dieser Rundfunk dringend reformieren müsste“.

Warum der MDR Tatort und Polizeiruf pausiert

Der Grund für die Pause ist Geld. Der MDR verweist auf die ausbleibende Erhöhung des Rundfunkbeitrags und eine daraus entstehende Finanzierungslücke.

Schon 2024 hatte der Sender ein Sparprogramm von 160 Millionen Euro bis 2028 aufgelegt. Weil die Bundesländer die geplante Beitragserhöhung nicht umsetzten, fehlen dem MDR nach eigenen Angaben zusätzlich rund 20 Millionen Euro pro Jahr.

Betroffen sind nicht nur die Krimis. Der MDR gibt auch das ARD-Mittagsmagazin ab. Und die Sendung „MDR um 2“ soll ab 2027 nicht mehr im linearen Fernsehen laufen, sondern als Streamingvariante.

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„Schmerzhafte Entscheidung“: So begründet der MDR die Pause

MDR-Unternehmenssprecher Michael Naumann nennt den Schritt eine „schmerzhafte Entscheidung“. Ein endgültiges Aus sei es aber nicht.

Man drehe mit den Crews jeweils noch „zwei Tatorte“ und „Polizeirufe“, die erst produziert werden müssten. „Und wir haben vor, nach der Pause auch wieder neue zu drehen“, so Naumann.

Der Sender müsse derzeit aufs Geld schauen und könne sich „wie in jedem normalen Haushalt für eine gewisse Zeit nicht alles leisten“.

Protest in Dresden: Kommissare und Linke wehren sich

Widerstand kommt auch aus Sachsen. Die Dresdner „Tatort“-Kommissare Cornelia Gröschel und Martin Brambach kritisierten die Entscheidung auf ihrem Instagram-Kanal.

Es wäre „ein äußerst fatales politisches Signal, dass in den quotenstärksten und beliebtesten TV-Reihen im Deutschen Fernsehen der Osten Deutschlands einfach nicht mehr vorkommt“, erklärten sie. Sie fürchten das endgültige Aus, weil gewachsene Strukturen in der Pause verloren gingen.

Die Dresdner Linke brachte einen Eilantrag in den Stadtrat ein. Fraktionschef André Schollbach sprach von einer „eklatanten Fehlentscheidung“, die den Osten „einmal mehr als Landstrich zweiter Klasse“ behandle.

Liefers über die AfD und die Wahl in Sachsen-Anhalt

Im Podcast ging es auch um die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt am 6. September, bei der erstmals eine AfD-Regierung möglich scheint. Die AfD hat angekündigt, im Fall einer Regierungsmehrheit die Rundfunkverträge zu kündigen.

Liefers, 1964 in Dresden geboren und in der DDR aufgewachsen, blickt der Wahl gelassen entgegen. Einen „Weltuntergang“ erwartet er nicht. Die Demokratie sei „eine starke und gut entwickelte Konstruktion und kein alter Tattergreis, der beim ersten Anstupser hinten überkippt“.

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