Der Haushaltsdiscounter Mäc-Geiz hat im Zuge seiner Insolvenz einen harten Schnitt angekündigt: Rund 60 der bundesweit 183 Filialen fallen weg, 123 Standorte sollen nach Unternehmensangaben weiterlaufen. Für Kunden in mehreren Bundesländern bedeutet die Mäc-Geiz-Insolvenz, dass ihr nächstes Geschäft bald verschwinden könnte.
Welche Standorte genau betroffen sind, legt das Unternehmen bislang aber nicht offen. Über den Sanierungsplan, der das Verfahren beenden soll, entscheiden die Gläubiger voraussichtlich im Dezember am Amtsgericht Halle.
Berlin und Sachsen-Anhalt von Schließung betroffen
Eine vollständige Liste hat Mäc-Geiz bislang nicht veröffentlicht; betroffene Standorte lassen sich bislang nur über regionale Berichte zusammentragen.
In Sachsen-Anhalt trifft es laut Frankfurter Rundschau sieben Filialen: Blankenburg, Dessau, Genthin, Köthen, Salzwedel, Schönebeck und Wolmirstedt. Die übrigen 30 im Land bleiben bestehen.
In Berlin stehen regionalen Berichten zufolge unter anderem das Forum Kienberg, das Marktplatz-Center Hellersdorf und das Märkische Zentrum (Schließung zum 21. November) auf der Liste. In Bayern haben Bad Neustadt an der Saale und Münchberg bereits dichtgemacht.
Etwa 325 Jobs sind bedroht
Rund 850 Arbeitsplätze bleiben nach Unternehmensangaben erhalten. Im Frühjahr waren bei Mäc-Geiz noch knapp 1175 Menschen beschäftigt. Damit schrumpft die Belegschaft rechnerisch um rund 325 Stellen. Wie viele Beschäftigte tatsächlich entlassen werden, teilte das Unternehmen nicht mit.
Der Abbau läuft schon länger: Laut fuer-gruender.de fielen seit dem Antrag im Mai bereits 66 Stellen in Vertrieb, Logistik und Dienstleistungszentrum weg, dazu fünf bei der Servicetochter MTH. Das Logistikzentrum am Stammsitz in Landsberg bleibt erhalten. Den Antrag auf Eigenverwaltung stellte Mäc-Geiz im Mai und begründete ihn mit der Kaufzurückhaltung. Anfang August eröffnete das Amtsgericht Halle das Verfahren, als Sachwalter überwacht es Sanierungsexperte Lucas Flöther.
Mäc-Geiz gehört seit Ende Februar 2026 zu Kodi. Doch der neue Eigentümer meldete im Juli selbst Insolvenz an und schließt rund 43 seiner 150 Filialen. Mäc-Geiz konkurriert mit Ketten wie Action, Tedi und Woolworth.
Eine Discounter-Erfolgsgeschichte aus Ostdeutschland
Gegründet wurde der Non-Food-Discounter Mäc-Geiz im Jahr 1993/1994 von Dirk Bolmerg in Halle (Saale), wo 1994 auch die erste Filiale öffnete. 2004 verlegte das Unternehmen seinen Hauptsitz samt zentralem Logistikzentrum ins nahe Landsberg im Saalekreis, von wo aus die Kette bis heute gesteuert wird.
Krise bei Mäc-Geiz: Rund 50 Standorte von Schließung betroffen – Was jetzt passiert
Nach Insolvenz: Mäc-Geiz plant Schließungen in Berlin und Ostdeutschland
Mäc-Geiz gilt als eine der bekanntesten ostdeutschen Erfolgsgeschichten im Einzelhandel. Trotz bundesweiter Expansion liegt der Schwerpunkt des Filialnetzes bis heute in den neuen Bundesländern. Schon 2010 war das Unternehmen einmal insolvent.
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