Infrastruktur

Mittelsachsen: Diese Radwege und Brücken bekommen Geld – erster Bau startet im März 2027

Der Kreistag hat sechs Bauprojekte an Kreisstraßen ausgewählt. Das Geld stammt aus dem Sachsenfonds. Wo rollen zuerst die Bagger?

Alexander Angierski
4 Min
Brückenbau und Radwege: Der Kreistag hat sechs Projekte an Kreisstraßen für Sachsenfonds-Geld ausgewählt (Symbolbild).

Brückenbau und Radwege: Der Kreistag hat sechs Projekte an Kreisstraßen für Sachsenfonds-Geld ausgewählt (Symbolbild).

© HMB-Media/imago

Radfahrer in Kaltofen, Grünlichtenberg und bei Döbeln bekommen neue Wege, in Großweitzschen wird eine baufällige Brücke über die Bahn ersetzt. Möglich macht das vor allem der Sachsenfonds. Über die Liste der Projekte an Kreisstraßen, die aus dessen Förderarm Straßenbau bezahlt werden können, hat der Kreistag entschieden. Auf der Liste stehen sechs Maßnahmen. Aus der eigenen Kasse muss der Landkreis dafür nur sehr wenig beisteuern.

Für alle, die dort mit dem Rad oder zu Fuß unterwegs sind, lohnt der Blick auf den Zeitplan. Die erste Baustelle beginnt im März 2027, das letzte der vorgestellten Projekte soll erst 2030 starten. Es geht um Millionen: Allein für die neue Brücke und für den Radweg samt Straßenbau zur Talsperre Kriebstein sind jeweils mehr als fünf Millionen Euro eingeplant.

Woher das Geld aus dem Sachsenfonds kommt

Gefüllt wird der Sachsenfonds mit Mitteln aus dem Sondervermögen der Bundesregierung. Für mindestens ein Vorhaben kam er gerade recht: Der Radweg bei Kaltofen sollte ursprünglich anders finanziert werden. „Eigentlich sollte das Vorhaben aus einem anderen Programm gefördert werden, dort ist aber kein Budget mehr verfügbar“, sagt Claudia Landgraf, Leiterin der Abteilung Straßen im Landratsamt.

Ausgereizt ist der Fonds mit den sechs Maßnahmen nicht. „Das Budget aus dem Sachsenfonds für Kreisstraßen ist noch nicht ausgeschöpft. Das Förderprogramm läuft über zwölf Jahre, daher haben wir uns bewusst entschieden später über weitere Maßnahmen zu entscheiden und uns noch nicht zu sehr zu binden“, so Landgraf.

Gadewitzer Brücke: Erst Abriss, dann Neubau

Mit mehr als fünf Millionen Euro gehört die Brücke in Großweitzschen zu den großen Vorhaben. Die Gadewitzer Brücke spannt sich über eine Bahnstrecke und ist so marode, dass nur noch Fußgänger hinüberdürfen. 2027 wird sie abgerissen, als Übergangslösung entsteht eine provisorische Fußgängerbrücke. Der eigentliche Neubau folgt 2028.

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Bezahlt wird nicht nur aus dem Sachsenfonds: Ein weiterer Teil kommt über das Eisenbahnkreuzungsgesetz. Weil die Bahnstrecke für die Arbeiten gesperrt werden muss, wird jeder Bauschritt mit der Deutschen Bahn abgestimmt.

Sachsenfonds-Radwege: Hier wird schon 2027 gebaut

Den Anfang macht im März 2027 ein Radweg an der Kreisstraße 8214. Er beginnt in Kaltofen und führt in Richtung Berbersdorf durch die Autobahnunterführung. Nach einem Kilometer ist an der Abzweigung zu den Kalkbrüchen Schluss. Mehr als 750.000 Euro sind eingeplant, 85 Prozent davon übernimmt der Freistaat. Die Eigenmittel zahlt laut Vertrag die Gemeinde, nicht der Landkreis.

Ebenfalls 2027 soll in Grünlichtenberg in der Gemeinde Kriebstein ein 1,6 Kilometer langer Radweg an der Kreisstraße 8215 entstehen. Die Kosten liegen bei über 700.000 Euro. Auch hier soll die Kommune den Eigenanteil tragen. Die Vereinbarung dazu wird noch vorbereitet, das letzte Wort hat der Kreistag.

Lückenschluss bei Döbeln, Geduld an der Talsperre

Bei einem Radweg springt der Landkreis selbst ein: An der Kreisstraße 7512 bei Döbeln übernimmt er den Eigenanteil, weil der Abschnitt überregional bedeutsam ist. Die 600 Meter schließen die Lücke zwischen Rübenbahnweg und Jahnatalweg. Gebaut werden soll 2028. Rund 300.000 Euro wird das nach Schätzung der Verwaltung kosten.

Am längsten dauert es an der Talsperre Kriebstein. Dort ist an der Kreisstraße 8214 ein drei Kilometer langer Radweg geplant. Beginnen soll er an der Staatsstraße, enden am Parkplatz der Talsperre. Zugleich bekommt die Straße eine neue Fahrbahn; ist beides fertig, bleibt auf der Kreisstraße ab dem Burgberg kein unsanierter Abschnitt mehr. Veranschlagt sind mehr als fünf Millionen Euro. „Ein komplexes Vorhaben, daher wird mit einem Umsetzungsstart 2030 gerechnet“, sagt Landgraf. Geplant sind zwei Jahre Bauzeit.

Sachsenfonds: Wie es jetzt weitergeht

Der Fahrplan steht: 2027 entstehen die Radwege bei Kaltofen und in Grünlichtenberg, zugleich verschwindet die alte Gadewitzer Brücke. 2028 folgen der Lückenschluss bei Döbeln und der Brückenneubau, für die Strecke zur Talsperre ist der Start 2030 angepeilt. Offen ist noch die Vereinbarung für Grünlichtenberg.

Weitere Projekte aus dem Sachsenfonds sind möglich, denn der Topf ist noch nicht leer. Die erste Baustelle öffnet im März 2027 – der Rest des Geldes wartet noch auf seine Vorhaben.

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