Sachsen

Neue Carolabrücke ohne Autos? Dresdner Stadträte legen radikalen Vorschlag vor

Am 3. September entscheidet der Dresdner Stadtrat über die Zukunft der Carolabrücke. Jetzt fordert die PVP-Kooperation, auf reguläre Autospuren zu verzichten.

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Bei Abrissarbeiten ist der Brückenzug eingestürzt. In wenigen Tagen entscheidet der Stadtrat in Dresden über die neue Carolabrücke.

Bei Abrissarbeiten ist der Brückenzug eingestürzt. In wenigen Tagen entscheidet der Stadtrat in Dresden über die neue Carolabrücke.

© Robert Michael

Wenige Tage vor der entscheidenden Abstimmung über den Neubau der Carolabrücke ist der Streit über die künftige Verkehrsführung neu entbrannt. Die PVP-Kooperation im Dresdner Stadtrat schlägt vor, die neue Elbquerung ohne reguläre Fahrspuren für Autos zu bauen.

Nach dem Vorschlag soll vom Entwurf des Planerteams LAP lediglich der Brückenzug für Straßenbahn und Fußverkehr errichtet und um einen Radschnellweg ergänzt werden. Die ÖPNV-Trasse soll so ausgelegt werden, dass sie auch von Rettungsfahrzeugen und Bussen genutzt werden kann.

In besonderen Umleitungssituationen soll dort nach Vorstellung der Antragsteller ebenfalls Autoverkehr möglich sein. Damit geht die PVP-Kooperation deutlich weiter als die bisher diskutierte Reduzierung von vier auf zwei Kfz-Spuren.

PVP rechnet mit deutlich niedrigeren Kosten

Ein entscheidendes Argument der Antragsteller sind die Kosten. Die PVP-Kooperation schätzt, dass eine Variante ohne reguläre Kfz-Fahrspuren statt bis zu 140 Millionen Euro nur rund 70 Millionen Euro kosten könnte.

Weil der ÖPNV-Anteil der Brücke nach bisherigen Planungen zu einem großen Teil vom Bund gefördert werden kann, erwartet die PVP-Kooperation zudem einen deutlich geringeren Eigenanteil der Stadt Dresden. Dieser könnte nach ihrer Berechnung bei 20 bis 30 Millionen Euro liegen. Das eingesparte Geld solle unter anderem für andere Dresdner Brücken eingesetzt werden.

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Dass mit einer schmaleren Brücke grundsätzlich Geld gespart werden könnte, hatten zuvor auch Experten betont. Nach Angaben der SPD-Fraktion hatte ein Expertengremium im Juli darauf hingewiesen, dass eine Reduzierung der Fahrspuren Investitionskosten von etwa 25 bis 30 Millionen Euro einsparen könnte. Zugleich warnten die Experten vor einem hohen Risiko, dass der derzeitige Kostenrahmen von 140 Millionen Euro im weiteren Projektverlauf überschritten werden könnte.

Mehrheit bislang für vier Autospuren

Ob der neue Vorstoß Chancen auf eine Mehrheit hat, ist allerdings fraglich. Eine Mehrheit des Dresdner Stadtrates hatte sich bislang für vier Kfz-Spuren ausgesprochen. Die Grünen wollen eine Variante mit zwei statt vier Autospuren zur Abstimmung stellen.

Die endgültige Entscheidung soll am 3. September fallen. Dann will der Stadtrat festlegen, welcher der vier Entwürfe für den Neubau weiterverfolgt wird. Die frühere Carolabrücke war in der Nacht zum 11. September 2024 teilweise eingestürzt. Auch die verbliebenen Brückenzüge mussten anschließend abgerissen werden. Als Ursache des Einsturzes gilt Korrosion an Spanngliedern des Bauwerks.

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