Sächsische Schweiz

Neue Sturmschäden: Kirnitzschtalbahn dicht, Felsenbühne zieht um

Es ist Hochsaison im Elbsandsteingebirge. Doch nach erneuten Unwettern gibt es weitere Einschränkungen.

3 Min
Die Kirnitzschtalbahn verkehrt vorerst nicht, ein Baumsturz hatte die Oberleitung zerrissen.

Die Kirnitzschtalbahn verkehrt vorerst nicht, ein Baumsturz hatte die Oberleitung zerrissen.

© Marko Förster

Ein Gewitter mit Hagel, Sturmböen und Starkregen hat am Dienstagabend in der Sächsischen Schweiz erneut Schäden angerichtet. Im Kirnitzschtal stürzten Bäume um . Ein großer Ahorn riss  dabei die Oberleitung der historischen Kirnitzschtalbahn in Höhe des Nassen Grundes entzwei. In Hinterhermsdorf fiel ein Baum auf ein Ferienobjekt. Verletzt wurde glücklicherweise niemand. Die Fahrgäste der Bahn konnten mit Bussen evakuiert werden.

Die Aufräumarbeiten durch die Feuerwehr Ottendorf im Kirnitzschtal begannen zwar bereits gestern Abend, damit auch die Talstraße wieder befahrbar ist. Aber die Reparaturen an der Oberleitung der Straßenbahn dauern noch an, der Betrieb der beliebten Bahn ist vorerst ausgesetzt. Der Betreiber RVSOE schreibt auf seiner Webseite: „Eine genaue Dauer der Betriebsunterbrechung kann aktuell noch nicht verbindlich angegeben werden. Es wird mit Hochdruck daran gearbeitet, den Bahnbetrieb schnellstmöglich wieder aufzunehmen. Ziel ist es, die Kirnitzschtalbahn ab dem kommenden Wochenende wieder verkehren zu lassen.“

Die beliebte Kirnitzschtalbahn fährt gewöhnlich zwischen Kurpark Bad Schandau und dem Lichtenhainer Wasserfall und war einst Drehkulisse im Hollywood-Blockbuster „Der Vorleser“ mit Kate Winslet.

Alternativ verkehren derzeit die Busse der Linie 241 stündlich im Tal.

Ein Ahorn war durch den Sturm auf die Gleise gekippt und hatte die Oberleitung der Bahn beschädigt.

Ein Ahorn war durch den Sturm auf die Gleise gekippt und hatte die Oberleitung der Bahn beschädigt.

© Marko Förster

Kastanie fällt auf Ferienwohnungen

Anwohner wurden zuvor über die Warn-App NINA über das aufziehende Unwetter informiert. Urlauber wie Robert Jonas „konnten nur noch zuschauen“. Der Brandenburger war in der Pension „Sonnenhof“ in Hinterhermsdorf untergebracht, als eine etwa im Jahr über 250 Jahre alte  Kastanie im Hof von den heftigen Windböen entwurzelt wurde. „Wir saßen gerade im Hof nach unserem Tagesausflug und dann ging es auch schon los. Es kam eine kräftige Windböe, es krachte und dann hat es den Baum entschärft“, so der Schönefelder. Der mächtige Baum stürzte auf eine Scheune mit Ferienwohnungen und beschädigte das Dach erheblich.

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Zum Zeitpunkt des Unglücks hielten sich rund 30 Menschen auf dem Gelände oder im Gebäude auf. Nur wenige Meter vom späteren Einschlagsort entfernt standen mehrere Personen. Dass die Kastanie aufgrund der Windrichtung auf das Gebäude und nicht auf die Menschen fiel, war großes Glück im Unglück.

Feuerwehr, Polizei und Rettungsdienst rückten zum Sonnenhof aus. Nach der Kontrolle konnte Entwarnung gegeben werden. Wie hoch der entstandene Sachschaden ist, ist derzeit noch unklar.

Auch in Neustadt in Sachsen sowie den Ortsteilen Langburkersdorf und Krumhermsdorf mussten Feuerwehren ausrücken, um umgestürzte Bäume von Straßen zu beseitigen, Straßen waren vorübergehend blockiert.

Bäume liegen quer über die Zuschauerplätze, die Beleuchtung nahm an der Felsenbühne Rathen ebenfalls Schaden. Bis zum Saisonende ziehen die Vorstellungen in Ausweich-Theater um.

Bäume liegen quer über die Zuschauerplätze, die Beleuchtung nahm an der Felsenbühne Rathen ebenfalls Schaden. Bis zum Saisonende ziehen die Vorstellungen in Ausweich-Theater um.

© Sebastian Kahnert/dpa

Felsenbühne zieht auf Weißen Hirsch um

Das Naturtheater oberhalb von Rathen wurde bereits am Freitag so stark beschädigt, dass es den Spielbetrieb vorerst absagte. Nun wird am Donnerstag wieder auf dem „Konzertplatz Weißer Hirsch“ in Dresden aufgenommen. Das für die Felsenbühne geplante „Weiße Rössl“ findet nun an diesem Ausweichort statt, ebenso die Vorstellungen von „Rotkäppchen“.

Besucher mit Tickets abgesagter oder verlegter Vorstellungen werden automatisch vom Besucherservice der Landesbühnen kontaktiert. Sind die Eintrittskarten über Eventim erworben worden, „wenden Sie sich bitte dorthin“, so die Felsenbühne.

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