Nach der Vorstellung der neuen Minister von CDU und CSU am Montag fragen sich viele, wie viele Ostdeutsche Friedrich Merz in seine Regierung geholt hat und noch holen wird. Mit Katherina Reiche übernimmt bekanntlich eine gebürtige Brandenburgerin das Wirtschaftsministerium. Sie ist somit die Nachfolgerin von Robert Habeck. Die Diplom-Chemikerin saß von 1998 bis 2015 im Bundestag, war vier Jahre lang Vize-Fraktionschefin der Union.
Doch die Personalie Katherina Reiche ist leider nicht ganz unumstritten, sie gilt als Energie-Lobbyistin, Unterstützerin der Kernkraft. Das Portal queer.de listet homophobe Sprüche auf, die Reiche in Vergangenheit von sich gegeben haben soll. So soll sie 2012 Homosexuelle als „Gefahr für die Gesellschaft“ bezeichnet haben.
Klara Geywitz und Carsten Schneider könnten ins Kabinett kommen
Reiche ist bislang die einzige Ministerin aus dem Osten. In der zweiten Reihe finden sich da schon mehr Vertreter: Christian Hirte, langjähriger sowie zuverlässiger Bundestagsabgeordnete aus Thüringen, übernimmt als parlamentarischer Staatssekretär Verantwortung im Bereich Verkehr.
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Ebenfalls aus Thüringen rückt Tino Sorge für die CDU vom Bundestag in die Bundesregierung auf. Der gebürtige Ilmenauer wurde lange selbst als Gesundheitsminister gehandelt und wird nun Staatssekretär unter der designierten Gesundheitsministerin Nina Warken. Christiane Schenderlein wird Staatsministerin für Sport und Ehrenamt. Schenderlein wurde in Weißenfels in Sachsen-Anhalt geboren und kandidierte bei dieser Wahl für den Wahlkreis Nordsachsen.
Auch Philipp Amthor aus Mecklenburg-Vorpommern schafft den Sprung in die Bundesregierung. Der Ueckermünder, der in Greifswald Jura studiert hat, wird Staatssekretär im Ministerium für Digitalisierung und Staatsmodernisierung unter dem designieren Minister Karsten Windberger.
Wer wird Finanzminister? Wer wird Justizminister?
Wer rückt für die SPD ins Bundeskabinett auf? Die Sozialdemokraten übernehmen die früheren FDP-Ressorts Finanzen sowie Justiz. Die SPD behält das Arbeitsministerium und das Ministerium Verteidigung. Die Sozialdemokraten bekommen darüber hinaus die Ressorts Umwelt, Entwicklung sowie Wohnen/Bauen.
Dass mit Klara Geywitz eine gebürtige Potsdamerin das Ressort Bauen und Wohnen behält, ist gut möglich. Da Arbeitsminister Hubertus Heil und Verteidigungsminister Boris Pistorius (beide aus Niedersachsen) wohl ihre Ämter auch weitere vier Jahre ausführen werden, bleiben für Ostdeutsche noch die Ressorts Entwicklung und Umwelt sowie Finanzen und die Justiz. Nach Informationen der Berliner Zeitung könnte der Ostbeauftragte Carsten Schneider eine größere Rolle bei der Postenvergabe spielen. Mit einer Entscheidung bei der SPD, wer welches Ministerium bekommt, ist ab diesen Mittwoch, 30. April, zu rechnen.
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