Landespolitik

Brandenburger BSW-Abgeordneter verlässt Partei und Fraktion

Oliver Skopec verlässt das BSW. Zuletzt kam es in Thüringen zu massenhaften Austritten aus der Partei.

3 Min
Der Brandenburger Landtagsabgeordnete Oliver Skopec verlässt die BSW-Fraktion.

Der Brandenburger Landtagsabgeordnete Oliver Skopec verlässt die BSW-Fraktion.

© Soeren Stache/dpa

Der Brandenburger Landtagsabgeordnete Oliver Skopec hat das BSW verlassen. Partei und Fraktion kehrt er gleichzeitig den Rücken. Das teilte der 41-Jährige am Vormittag mit.

Sein Landtagsmandat will er behalten – künftig als „unabhängiger und fraktions- und parteiloser Abgeordneter“, wie er erklärte. Für das BSW Brandenburg ist das der nächste Verlust: Die Fraktion sinkt von neun auf acht Sitze. Ursprünglich zählte sie 14 Mitglieder.

Anders als frühere Aussteiger begründet Skopec seinen Schritt nicht mit einem Zerwürfnis, sondern mit dem grundsätzlichen Kurs der Partei.

Warum Oliver Skopec aus dem BSW Brandenburg austritt

Für Skopec steht das BSW an einem Scheideweg. „Wollen wir vor allem Protestpartei sein oder wollen wir irgendwann Gestaltungspartei werden?“, fragte er.

Die Antwort der Partei fällt aus seiner Sicht eindeutig aus. Das BSW habe sich entschieden, eine linke Anti-Establishment-Partei sein zu wollen.

„Ich sehe das BSW eben als eine laute Protestpartei. (...) Mir persönlich reicht das nicht“, sagte er. Er wünsche sich konkrete Lösungen – und genau den Wechsel vom Protest zur Gestaltung erwarte er beim BSW nicht mehr.

„Kein totes Pferd“: Skopec bleibt inhaltlich beim BSW

Einen Bruch im Streit will Skopec ausdrücklich nicht. „Mein Austritt ist kein politischer Seitenwechsel. Ich verlasse das BSW auch nicht im Zorn“, betonte er.

Inhaltlich stehe er weiter hinter seiner früheren Partei. Nach dem Einzug in den Landtag in Sachsen-Anhalt sieht er das BSW sogar im Aufwind.

Sein Bild dafür: „Es ist für mich kein totes Pferd, das ich nicht mehr reiten will. Es ist ein Pferd, das eben auf der Stelle poltert und steigt, und ich hätte gerne eins, das losrennt und zeigt, was es kann.“

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Wie stark die BSW-Fraktion in Brandenburg geschrumpft ist

Skopecs Austritt reiht sich in eine Serie ein. Im November 2025 traten vier Abgeordnete aus dem Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) aus – diesen Schritt hatte Skopec damals noch kritisiert.

Als der frühere Landeschef Robert Crumbach im Januar Partei und Fraktion verließ, zerbrach die bundesweit einzige SPD/BSW-Koalition. Insgesamt kehrten damals fünf Abgeordnete Fraktion und Partei den Rücken. Crumbach und Jouleen Gruhn schlossen sich der SPD-Fraktion an. Drei frühere BSW-Abgeordnete gründeten inzwischen die Gruppe „Wir für Brandenburg“.

Ob Skopec dieser Gruppe irgendwann beitritt, ließ er offen. Vorerst will er sein Mandat allein und ohne Fraktion ausüben.

BSW in Thüringen: Ganze Fraktion hat sich aufgelöst

In Thüringen löste sich die einst 15-köpfige BSW-Fraktion vergangene Woche komplett auf. Kurz danach gründeten dieselben Abgeordneten in Erfurt eine neue Fraktion – ohne BSW-Parteibuch. Sie trägt den Namen „Thüringen.Gerecht“, wie die zuvor im Eilverfahren gegründete Partei um Vize-Ministerpräsidentin Katja Wolf.

An der Minderheitsregierung von CDU-Ministerpräsident Mario Voigt soll sich vorerst nichts ändern: Die neue Fraktion will sie gemeinsam mit CDU und SPD weiter stützen. Der neuen Fraktion gehören zehn Abgeordnete an, von denen nach Angaben der neuen Fraktionsvorsitzenden Sigrid Hupach nur neun auch Mitglied der Partei „Thüringen.Gerecht“ sind.

Hintergrund war laut den Beteiligten ein monatelanger Streit mit dem BSW-Bundesvorstand und Parteigründerin Sahra Wagenknecht – über die Regierungsbeteiligung und den Umgang mit der AfD. Der Abgeordnete Steffen Schütz sprach von „roten Linien“, die überschritten worden seien, und warf der Parteispitze „Flirts mit Rechtsradikalen“ vor.

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