Schlafmythen

Perfekter Schlaf bleibt für Thüringer ein Traum – doch gibt es ihn überhaupt?

Einer Studie zufolge leiden Thüringer besonders unter Schlafproblemen. Doch gibt es überhaupt den perfekten Schlaf? Rund um das Thema kursieren hartnäckige Überzeugungen.

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Guter Schlaf ist gesund. Doch nicht immer gelingt es.

Guter Schlaf ist gesund. Doch nicht immer gelingt es.

© Christin Klose/dpa

In Thüringen schlafen laut einer Studie der Krankenkasse Barmer besonders viele Menschen schlecht. Eine Auswertung und Hochrechnung von Versichertendaten habe ergeben, dass im vergangenen Jahr rund 190.000 Thüringer wegen Schlafstörungen in ärztlicher Behandlung waren, teilte die Krankenkasse mit. Das seien rund 9,1 Prozent der Menschen im Freistaat. Damit seien in keinem anderen Bundesland Schlafstörungen so weit verbreitet wie in Thüringen.

Gibt es den perfekten Schlaf?

Nach einer schlechten Nacht merken wir sofort, was fehlt: Energie, Konzentration und gute Laune. Schlaf ist kein Luxus, sondern eine zentrale Voraussetzung für körperliche und mentale Gesundheit. Rund um das Thema kursieren jedoch zahlreiche Schlaf-Mythen – und nicht jeder davon stimmt. Während wir schlafen, verarbeitet das Gehirn Eindrücke, der Körper regeneriert sich, und wichtige Stoffwechselprozesse laufen auf Hochtouren. Dauerhafter Schlafmangel macht deshalb nicht nur müde, sondern kann auch krank machen. Grund genug, die bekanntesten Annahmen über den Schlaf einmal zu überprüfen: Was ist dran an acht Stunden, Mittagsschlaf und dem schlechten Schlaf bei Vollmond? Dieser Überblick trennt Irrtümer von belegten Fakten.

Wie viel Schlaf ist wirklich gesund?

„Sieben bis acht Stunden pro Nacht“ – diese Faustregel kennt fast jeder. Tatsächlich schlafen Erwachsene in Europa im Schnitt etwa sieben Stunden. Der individuelle Bedarf kann aber deutlich schwanken.

Manche fühlen sich schon nach fünf Stunden erholt, andere brauchen neun. Entscheidend ist weniger die Zahl auf der Uhr als das eigene Wohlbefinden am Tag. Wer sich dauerhaft unter Druck setzt, „richtig“ schlafen zu müssen, erreicht oft das Gegenteil.

Brauchen junge Menschen mehr Schlaf als ältere?

Mit zunehmendem Alter verändert sich der Schlaf: Er wird oft leichter, man wacht häufiger auf oder muss nachts zur Toilette. Pauschal weniger Schlaf benötigen ältere Menschen deshalb aber nicht. Der Bedarf bleibt individuell – unabhängig vom Alter. Als grobe Orientierung gilt: Wer sich tagsüber fit fühlt, hat in der Regel genug geschlafen.

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Lässt sich Schlaf am Wochenende nachholen?

Unter der Woche zu wenig, am Wochenende dafür ausschlafen – das klingt logisch, funktioniert aber nur begrenzt. Studien zeigen, dass sich chronischer Schlafmangel nicht einfach nachholen lässt.

Im Gegenteil: Ein stark wechselnder Rhythmus kann den Körper zusätzlich belasten. Besser ist ein möglichst regelmäßiger Schlaf-Wach-Rhythmus – auch am Wochenende.

Mittagsschlaf, Bildschirmzeit und der Schlaf vor Mitternacht

Ein kurzes Nickerchen kann guttun. 10 bis 20 Minuten reichen oft, um Konzentration und Energie zu steigern. Wer länger schläft, fühlt sich danach eher benommen. Menschen mit Schlafproblemen sollten tagsüber lieber verzichten, um abends besser einzuschlafen.

Dass vor allem das blaue Licht von Smartphone und Computer schadet, ist wissenschaftlich bislang nicht eindeutig belegt. Eine Rolle spielen eher Inhalte, die emotional aufwühlen oder aktivieren.

Was den Schlaf vor Mitternacht betrifft, da steckt ein Körnchen Wahrheit drin. Zu Beginn der Nacht ist der Tiefschlafanteil am höchsten – die Phase, in der sich Körper und Gehirn besonders gut erholen. Wer sehr spät ins Bett geht, verpasst einen Teil davon. Für Menschen mit abweichendem Schlafrhythmus gilt die „Mitternachtsregel“ allerdings nicht, weil ihre Schlafphasen zu anderen Tageszeiten liegen.

Schlafen wir bei Vollmond schlechter?

Viele sind davon überzeugt – wissenschaftliche Belege gibt es dafür jedoch nicht. Studien konnten keinen Zusammenhang zwischen Mondphasen und Schlafqualität nachweisen.

Das Gefühl, schlechter zu schlafen, lässt sich eher durch die eigene Erwartungshaltung erklären.

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