ZDF-Dokumentation

„Ja, das sieht doch super aus“: Amthors Strandkorb auf dem Kanzleramt-Balkon sorgt für Spott

Amthor ließ einen Strandkorb ins Kanzleramt bringen. Eine ZDF-Dokumentation zeigt die Szene. Dafür erntet er einige Kritik im Netz.

4 Min
Philipp Amthor (CDU) und sein Strandkorb sorgen für Kritik.

Philipp Amthor (CDU) und sein Strandkorb sorgen für Kritik.

© Berlinfoto/imago

Ein Strandkorb auf dem Balkon des Kanzleramts hat Philipp Amthor viel Spott eingebracht. Zu sehen ist die Szene in der zweiten Staffel der ZDF-Dokumentation „Inside CDU“.

Ein Lieferant rollt das Möbelstück ins Freie, der CDU-Politiker schaut zu: „Ja, das sieht doch super aus.“ Die Reaktionen in den sozialen Netzwerken ließen nicht lange auf sich warten.

Der 33-Jährige ist seit knapp zwei Monaten Staatsminister für die Bund-Länder-Beziehungen und arbeitet damit eine Etage unter Kanzler Friedrich Merz.

„Für den unwahrscheinlichen Fall“ – was Amthor in der Doku sagt

In der Dokumentation lässt Amthor den Strandkorb auf den Balkon vor seinem Büro bringen und überlegt laut, wie er ihn ausrichten will. „Für den unwahrscheinlichen Fall, dass ich den mal nutze zum Erholen, dann kann ich mir den immer noch in den Kanzlergarten drehen“, sagt er.

Für Amthor ist der Posten ein „Karrieresprung“, wie er im Film erklärt. Er stehe jetzt in der „ersten Reihe in der Politik“, da dürfe man „kein Drückeberger“ sein.

Dem ZDF-Reporter zeigt er den Strandkorb sichtlich stolz. In der Abenddämmerung könne er von dort sogar den Fuchs beobachten, der sich im Garten des Kanzleramts herumtreibe.

Warum der Strandkorb im Netz für Spott und Häme sorgt

Die Szene stieß auf ein großes Echo in den sozialen Netzwerken. Mehrere Instagram-Nutzer schrieben, sie hätten zunächst an Satire oder an KI-generierte Inhalte gedacht.

Andere warfen Amthor Überheblichkeit vor. Ein Nutzer sprach von „spätrömischer Dekadenz im Endstadium“. Es gab aber auch mildere Töne. „Ach irgendwie ist das lustig mit dem Strandkorb. Ich gönne ihm den Strandkorb“, kommentierte eine Nutzerin.

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Wie stark die Szene polarisiert, zeigt eine Zahl: Allein ein Instagram-Beitrag von „ZDF heute“ zu Amthor wurde bis Sonntagabend mehr als 1600 Mal kommentiert.

Wer ist Philipp Amthor?

Amthor zog 2017 mit nur 24 Jahren in den Bundestag ein. Der CDU trat er schon mit 16 Jahren bei, ebenso der Jungen Union. Er stammt aus Mecklenburg-Vorpommern, wo Strandkörbe die Ostseestrände säumen.

Bekannt ist Amthor auch als häufiger Talkshowgast und als Influencer mit rund 150.000 Followern bei Instagram. Bis vor Kurzem war er Digital-Staatssekretär. 2020 brachte ihn laut den vorliegenden Angaben eine Lobbyismus-Affäre beinahe zu Fall.

Den Sprung ins Machtzentrum machte Amthor im Windschatten von Friedrich Merz. 2024 rückte er als Mitgliederbeauftragter in den CDU-Bundesvorstand. Danach wurde er parlamentarischer Staatssekretär im neuen Digitalministerium von Karsten Wildberger, ein Jahr später folgte der Posten des Staatsministers im Kanzleramt.

Warum es für Amthor in Mecklenburg-Vorpommern schwierig wird

Trotz des Aufstiegs steht Amthor unter Druck. Er soll den angeschlagenen CDU-Landesverband in Mecklenburg-Vorpommern wieder aufbauen.

Bei der Bundestagswahl 2025 unterlag er in seinem Wahlkreis dem AfD-Kandidaten Enrico Komning deutlich: 19,9 Prozent für Amthor, 45,2 Prozent für Komning. Schon 2021 hatte er das Direktmandat verpasst.

Bei der jüngsten Landtagswahl scheiterte die CDU in Mecklenburg-Vorpommern an der Fünf-Prozent-Hürde.

Was die zweite Staffel von „Inside CDU“ zeigt

Die neuen Folgen begleiten die CDU durch das politisch schwierige Jahr 2026 – vom Parteitag in Stuttgart über die Wahlkämpfe in den Ländern bis zu den Landtagswahlen in Mecklenburg-Vorpommern und Berlin.

Neben Amthor stehen unter anderem Kanzler Merz, der frühere Generalsekretär Carsten Linnemann und dessen Nachfolgerin Franziska Hoppermann im Fokus. Die vier Episoden sind seit dem 22. September 2026 im ZDF-Streamingportal abrufbar.

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