Bundestagspräsidentin Julia Klöckner hat die muslimische Theologin und Islamwissenschaftlerin Rana Alsoufi zum 1. April in den Deutschen Ethikrat berufen. Dies gab das Gremium am Dienstag in einer Mitteilung bekannt.
Alsoufi wurde von der Bundesregierung benannt und folgt auf Muna Tatari, die im März 2025 vorzeitig aus dem Rat ausgeschieden war. Am 30. April 2020 war Tatari auf Vorschlag der Bundesregierung von Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble in den Deutschen Ethikrat berufen worden und war damit die erste Muslima in diesem Gremium. In den beiden Amtszeiten zuvor war der Islam durch den Mainzer Medizinethiker İlhan Ilkılıç vertreten gewesen.
Prof. Dr. Rana Alsoufi
© Deutsches Ethikrat
Rana Alsoufi ist Professorin für Islamische Normenlehre und Ethik am Institut für Studien der Kultur und Religion des Islam an der Goethe-Universität Frankfurt am Main. Sie hat islamisches Recht in Jordanien studiert und an der Universität Edinburgh in islamischer Theologie promoviert. Rana Alsoufi forscht zu Themen wie islamischem Recht und Ethik.
Alsoufi ist Mitverfasserin des Werks „Zwischen Leben und Tod – Medizinethische Beiträge aus Judentum und Islam“, in dem unter anderem Positionierungen zu Intersexualität und Transidentität verhandelt werden.
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Dem Ethikrat gehören 25 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus verschiedenen Disziplinen an, die sich mit ethischen Fragen angesichts gesellschaftlicher, rechtlicher, naturwissenschaftlicher und medizinischer Entwicklungen befassen.
Ethikrat in der Kritik
Während der Corona-Pandemie geriet der Ethikrat in die Kritik. Dem Gremium wurde vorgeworfen, allzu regierungsnah zu sein und beim Thema Impfpflicht und der Ausgrenzung Ungeimpfter aktivistisch gehandelt zu haben.
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