Vor dem Amtsgericht Greifswald hat heute der Prozess gegen zwei junge Männer von der Insel Usedom begonnen, denen ein brutaler Übergriff auf einen Jugendlichen in Zinnowitz (Landkreis Vorpommern-Greifswald) vorgeworfen wird. Die Tat soll sich im September 2024 ereignet haben. Die Angeklagten sind heute 19 und 20 Jahre alt.
Nach Darstellung der Anklage sollen sich die beiden über die Nachrichten-App Snapchat unter einer falschen Identität mit dem Jugendlichen verabredet haben. Am vereinbarten Treffpunkt sollen sie ihn gemeinsam mit einer dritten, bislang nicht identifizierten Person maskiert überrascht und gezwungen haben, sich auszuziehen.
Anschließend sollen die Täter den Jugendlichen mit Stöcken und Fäusten geschlagen, getreten, mit Bier übergossen und eine Zigarette auf seiner Haut ausgedrückt haben. Der Jugendliche gab an, die Tatverdächtigen hätten gedroht, ihn zu töten.
Foto im Netz mit falscher Vergewaltigungsbehauptung verbreitet
Laut Anklage blieb es nicht bei der körperlichen Misshandlung: Die Tatverdächtigen sollen zusätzlich ein Foto des Opfers im Internet verbreitet haben – versehen mit dessen Wohnort und der falschen Behauptung, er habe versucht, ein Mädchen zu vergewaltigen. Der betroffene Jugendliche musste nach dem Vorfall sowohl medizinisch als auch psychologisch behandelt werden.
Verhandelt wird vor dem Jugendschöffengericht unter anderem wegen gefährlicher Körperverletzung, Freiheitsberaubung, Nötigung und Bedrohung. Den beiden Angeklagten droht eine Jugendstrafe von bis zu zehn Jahren. Zu den Vorwürfen äußern sich die Angeklagten bislang nicht. Das Greifswalder Jugendschöffengericht hat für das Verfahren zwei Verhandlungstage angesetzt.
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