Innerhalb weniger Tage sind nun an einem dritten Rostocker S-Bahnhof geätzte Graffitis entdeckt worden. Der neue Vorfall ereignete sich am Mittwochabend am S-Bahnhof Holbeinplatz.
„Wir können bestätigen, dass es gestern, am 23. September, einen weiteren Sachverhalt am S-Bahnhof Holbeinplatz in Rostock gab. Auch hier wurden wieder Graffitis geätzt“, sagte Sascha Alexas, Sprecher der Bundespolizei Rostock, am Donnerstag.
Nach bisherigen Erkenntnissen waren am Holbeinplatz ein Fahrstuhl und ein Verkaufsautomat betroffen. Einsatzkräfte sperrten den Bereich zeitweise ab. Zuvor waren bereits an den S-Bahn-Haltepunkten Lichtenhagen und Parkstraße entsprechende Schmierereien festgestellt worden.
Bundespolizei vermutet speziellen Stift als Tatwerkzeug
Die Ermittler gehen derzeit davon aus, dass die Schriftzüge mit einem speziellen Stift angebracht wurden. In einem solchen Stift wird eine ätzende Flüssigkeit transportiert, die an der Spitze austritt und beim Schreiben Oberflächen aus Glas oder Metall angreift.
Ob beim jüngsten Fall am Holbeinplatz tatsächlich Säure zum Einsatz kam, steht jedoch noch nicht fest. „Die Ermittlungen dazu laufen. Ich kann noch nicht bestätigen, dass es sich auch in diesem Fall um Säure gehandelt hat, mit der die Graffitis angebracht wurde“, erklärte Alexas.
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Damit ist bislang lediglich gesichert, dass die Oberfläche geätzt wurde. Welche Substanz dafür verwendet wurde, müssen weitere Untersuchungen zeigen.
Säure bei Fällen in Lichtenhagen und Parkstraße bestätigt
Bei den beiden vorherigen Vorfällen hatte die Feuerwehr Flüssigkeitsreste an den betroffenen Flächen sichergestellt und deren pH-Wert untersucht.
„Dieser hat ergeben, dass es sich um eine Säure handelt. Um welche, muss das Laborergebnis zeigen, die Flüssigkeiten werden noch untersucht“, sagte der Sprecher.
Auch bei den ersten beiden Fällen ist noch unklar, welche konkrete Säure verwendet wurde. Frühere Vermutungen, wonach es sich möglicherweise um Flusssäure handeln könnte, sind durch die bisherigen Untersuchungen nicht bestätigt.
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Am Montag, 21. September, waren die ersten Schmierereien an einem Fahrstuhl am S-Bahn-Haltepunkt Lichtenhagen aufgefallen. Einen Tag später entdeckten Beamte der Bundespolizei frische Anhaftungen an einem Fahrstuhl und an Metallpfeilern am Bahnhof Parkstraße. Die Feuerwehr neutralisierte die betroffenen Stellen. Verletzt wurde nach bisherigen Erkenntnissen niemand. Der Bahnverkehr konnte weiterlaufen.
Keine politischen Botschaften in den Graffiti
Das Einätzen von Schriftzügen oder Symbolen in Glas und Metall wird in der Graffiti-Szene als „Etching“ bezeichnet. „Das sogenannte Etching ist ein Phänomen, das immer mal wieder in Großstädten auftaucht“, erklärte Alexas. Hinweise auf ein politisches Motiv oder eine organisierte Gruppe gebe es bislang nicht.
„Der Inhalt der Graffiti ergibt keinen großen Sinn, es sind keine politischen Botschaften und es scheint auch keine bestimmte Szene dahinterzustehen, es sind einfach Schmierereien.“
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Offen ist weiterhin, ob alle drei Fälle von derselben Person verursacht wurden. Das ähnliche Tatmuster und die zeitliche Abfolge könnten für einen Zusammenhang sprechen. Eine offizielle Bestätigung dafür gibt es bislang jedoch nicht.
Polizei: Ätz-Graffiti keinesfalls berühren
Die Bundespolizei ermittelt wegen des Verdachts der gemeinschädlichen Sachbeschädigung. Zugleich warnt sie eindringlich davor, verdächtige Schriftzüge oder daran haftende Flüssigkeiten anzufassen.
Wer entsprechende Graffiti entdeckt, sollte Abstand halten und die Polizei, die Feuerwehr oder das Bahnhofspersonal informieren. „Immerhin ist die Säure so beschaffen, dass sie etwas in Metall ätzen kann“, betonte Alexas.
Ungeklärt bleiben vorerst die genaue Zusammensetzung der verwendeten Flüssigkeiten, die Höhe des entstandenen Sachschadens und die Identität des Verursachers. Auch im Fall Holbeinplatz muss erst untersucht werden, ob tatsächlich Säure verwendet wurde.
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