Die Deutsche Regas, Betreiberin des Flüssigerdgas-Terminals im Hafen von Mukran auf Rügen, will die Einspeisekapazität des Standorts ab dem Winter 2027/2028 wieder deutlich erhöhen. Dazu soll ein zweites schwimmendes Terminalschiff am Standort stationiert werden. Ein entsprechender Chartervertrag mit der japanischen Reederei Mitsui O.S.K. Lines (MOL) sollte nach Unternehmensangaben am Donnerstag in Tokio unterzeichnet werden. Zuerst hatte das Handelsblatt berichtet.
Mit dem zweiten Schiff werde die Regasifizierungskapazität auf bis zu 13,5 Milliarden Kubikmeter pro Jahr zurückkehren, teilte das Unternehmen mit. Geschäftsführer Ingo Wagner erklärte, das Terminal habe als einziger LNG-Standort in Ostdeutschland seine Rolle für die Versorgungssicherheit nachgewiesen. Die Partnerschaft mit MOL stärke die Energiesicherheit langfristig und schaffe zusätzliche Importflexibilität für Verbraucher, Industrie und Energiemärkte.
In Mukran waren zeitweise bereits zwei Terminalschiffe im Einsatz. Eines davon hatte die Deutsche Regas von der Bundesregierung gechartert, den Vertrag jedoch 2025 gekündigt. Als Grund führte das Unternehmen unter anderem die Preispolitik der staatlichen Deutschen Energy Terminal (DET) an, die die LNG-Terminals an der Nordseeküste betreibt. Nach eigenen Angaben ist der Standort in Mukran das einzige privat finanzierte LNG-Terminal in Deutschland.
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Pipelines dominieren weiter die Gasversorgung
Die Bundesregierung hatte den Aufbau der LNG-Importinfrastruktur nach dem russischen Angriff auf die Ukraine beschleunigt, um die Abhängigkeit von russischen Gaslieferungen zu beenden. Mehrere schwimmende Terminals sind inzwischen in Betrieb, die Mehrheit davon an der Nordseeküste.
Der Anteil der LNG-Terminals an den deutschen Gasimporten lag im ersten Halbjahr 2026 laut Bundesnetzagentur bei rund 12 Prozent. Der größte Teil des Gases erreicht Deutschland weiterhin über Pipelines, vor allem aus Norwegen. Die Terminals sollen als Rückversicherung dienen, falls andere Lieferwege ausfallen. Kritiker halten den Ausbau dagegen für einen überdimensionierten Aufbau fossiler Infrastruktur.
Gaspreis klettert erstmals seit 2022 auf 100 Euro
Am europäischen Markt stieg der Preis für Erdgas am Mittwoch erstmals seit 2022 auf 100 Euro je Megawattstunde. Als wesentlicher Preistreiber gilt der Iran-Krieg: Die für den Weltmarkt zentralen LNG-Lieferungen durch die Straße von Hormus sind gestört.
Zusätzlich wirkt sich das verstärkte Füllen der deutschen Gasspeicher vor dem Winter aus. Diese sind derzeit zu mehr als 61 Prozent gefüllt. Vor einem Jahr hatte der Stand bei etwa 75 Prozent gelegen.
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