Geopolitik

Russischer Regierungsflieger landet in Köln: Das ist bekannt

Eine russische Regierungsmaschine landete am Mittwoch offenbar in Köln/Bonn. Das ist zu den möglichen Hintergründen bekannt.

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Eine russische Regierungsmaschine vom Typ Ilyushin Il-96-300 (Symbolbild).

Eine russische Regierungsmaschine vom Typ Ilyushin Il-96-300 (Symbolbild).

© Sergey Bobylev/Imago

Eine russische Regierungsmaschine ist am Mittwochvormittag offenbar am Flughafen Köln/Bonn gelandet. Das legen Daten des Trackingportals Flightradar24 nahe.

Die Maschine des Typs Ilyushin Il-96 mit der Kennung RA-96018 auf startete zuvor aus Moskau. Um vier Uhr Ortszeit hob die Ilyushin Il-96 von der Startbahn 06 des Moskauer Flughafens Vnukovo ab, wie aeroTELEGRAPH berichtet. Die EU sperrt ihren Luftraum seit 2022 für russische Flugzeuge.

Statt den kürzesten Kurs über Polen zu wählen, steuerte der Jet demzufolge zunächst Richtung Sankt Petersburg und Finnischen Meerbusen. Bei Ust-Luga ging es hinaus aufs offene Meer.

Von dort umflog die Maschine Estland, Lettland und Litauen. Sie passierte Gotland auf der linken und Bornholm auf der rechten Seite, erreichte bei Rügen deutschen Boden und nahm anschließend Kurs auf das Rheinland.

Warum das EU-Landeverbot den Flug so ungewöhnlich macht

Seit dem russischen Angriff auf die Ukraine im Jahr 2022 ist der EU-Luftraum für russische Flugzeuge gesperrt. Wer ihn durchqueren oder in einem EU-Land landen will, braucht eine Sondergenehmigung.

Der direkte Weg über Polen blieb der Maschine ohnehin verwehrt. Nach dem wiederholten Auftauchen russischer Drohnen im polnischen Luftraum hat Warschau erklärt, keine Flüge mit russischen Regierungsmitgliedern über seinem Gebiet zuzulassen. Auch die baltischen Staaten verweigern solche Überflüge, wie aeroTELEGRAPH berichtet.

Behörden schweigen zum Flug

Offiziell will sich niemand äußern. Die Pressestelle des Flughafens Köln/Bonn lehnte gegenüber dem Westdeutschen Rundfunk (WDR) eine Stellungnahme ab, „da es sich um einen militärischen Flug handelt“, so eine Sprecherin.

Auch die Bundespolizei am Flughafen wollte die Landung laut WDR „weder bestätigen, noch dementieren“.

Der offizielle Hintergrund des Fluges ist bislang nicht bekannt. Das russische Generalkonsulat in Bonn-Bad Godesberg wird an diesem Freitag endgültig geschlossen. Möglicherweise soll die Il-96 die letzten diplomatischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ausfliegen – darüber spekulieren mehrere Medien.

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Hintergrund der Schließung ist ein Drohnenvorfall am Flughafen Leipzig/Halle, für den die Bundesregierung Russland verantwortlich macht. Als Reaktion kündigte die Bundesregierung mehrere Maßnahmen an, darunter die Schließung des Konsulats in Bonn und des Russischen Hauses in Berlin.

Was hinter der Ilyushin Il-96 steckt

Die Maschine mit der Kennung RA-96018 wird von der russischen Spezialflugstaffel Rossija betrieben. Dabei handelt es sich nicht um eine gewöhnliche Fluggesellschaft, sondern um eine staatliche Einrichtung, die der für Logistik und Transport zuständigen Verwaltung des russischen Präsidenten untersteht. Nach deren offiziellen Angaben befördert die Staffel den Präsidenten, den Ministerpräsidenten und weitere hochrangige Amtsträger. Wer sich bei diesem Flug an Bord befand, ist bislang nicht bekannt.

Die Staffel ist am Moskauer Flughafen Vnukovo stationiert. Nach Daten von Flightradar24 hob die RA-96018 um 12.39 Uhr wieder in Köln/Bonn ab und flog zurück nach Moskau.

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