Joghurtbecher, Konservendose, Milchkarton: Wo diese Verpackungen landen, hängt in Brandenburg vom Wohnort ab. Ob Gelber Sack oder Gelbe Tonne, entscheidet jeder Landkreis und jede kreisfreie Stadt selbst, in Abstimmung mit den Dualen Systemen, die die Sammlung organisieren. Für die Haushalte ist beides kostenlos. Bezahlt wird das System über den Kaufpreis der verpackten Produkte, nicht über die Müllgebühren.
Was gehört hinein?
Das hängt nicht vom Behälter ab: leere Verpackungen aus Kunststoff, Metall und Verbundstoffen, also etwa Shampooflaschen, Joghurtbecher, Folien, Konservendosen und Getränkekartons. Ausspülen muss man sie nicht, sie sollten aber restentleert sein. Nicht hinein gehören Papier, Glas, Essensreste und Kunststoff, der keine Verpackung ist. Der kaputte Eimer oder das alte Spielzeug kommen in den Restmüll oder auf den Wertstoffhof. Potsdam hat im Januar 2025 als erste Kommune im Land die „Gelbe Tonne+“ eingeführt. Dort dürfen auch Gegenstände aus Kunststoff und Metall hinein, die keine Verpackungen sind.
Neu ab 2027
Brandenburg an der Havel stellt zum 1. Januar ganz auf die Tonne um. Jedes Grundstück bekommt ab Ende November automatisch eine Gelbe Tonne, meist mit 240 Litern. Bestellen muss man nichts. Befüllt wird erst ab Januar, vorher leert niemand die Tonnen. Danach dürfen keine Gelben Säcke mehr genutzt werden. Die Abfuhrtage will die Stadt im November bekannt geben. Geleert wird wöchentlich in Großwohnanlagen, alle zwei Wochen bei Mehrfamilienhäusern und alle vier Wochen in Eigenheimgebieten. Auch der Kreistag der Prignitz hat sich für die Gelbe Tonne ab 2027 entschieden.
Tipps
- Verpackungen lose in die Tonne werfen, nicht im Gelben Sack. Der Sack in der Tonne gilt als Fehlwurf. Am besten sammelt man in einem Eimer, sonst in einer durchsichtigen Tüte.
- Falsch befüllte Tonnen bekommen einen Aufkleber und bleiben stehen.
- Was vor Ort gilt, steht im Abfallkalender oder in der Abfall-App des Landkreises.
Abgeholt werden Sack und Tonne von einem Entsorger im Auftrag der Dualen Systeme. Der Inhalt kommt in eine Sortieranlage. Dort werden die Säcke aufgerissen, Magnete ziehen Weißblech heraus, Aluminium wird gesondert abgetrennt. Infrarot-Scanner erkennen die verschiedenen Kunststoffsorten, und Druckluftdüsen blasen sie auf eigene Bänder. Aus sortenreinem Material wird Granulat für neue Produkte. Nach Angaben des Umweltbundesamts ging 2024 mehr als die Hälfte des Inhalts der Gelben Tonnen und Säcke ins Recycling. Bei Kunststoffverpackungen aus der Sammlung lag die Quote bei 70 Prozent, 2018 waren es noch 42 Prozent. Der Rest landet überwiegend als Ersatzbrennstoff etwa in Zementwerken: Verbundmaterial, das sich nicht trennen lässt, Verschmutztes und Fehlwürfe. Deshalb gilt: Je sauberer getrennt wird, desto mehr lässt sich recyceln. Was im Restmüll landet, wird immer verbrannt.
Mysterien der Berliner Bürgersteige: Wie man Müll als Nächstenliebe tarnt
Igel in Gefahr: Wie Mäharbeiten in Berlin und Brandenburg zur Todesfalle werden
Ihre Meinung ist uns wichtig. Senden Sie uns Ihr Feedback zu diesem Artikel an: [email protected]