Wirtschaft

Sächsisches Handwerk fordert: Dresden muss mehr Druck auf Berlin ausüben

Das sächsische Handwerk schlägt Alarm: Viele Betriebe stehen mit dem Rücken zur Wand. Insbesondere eine Branche bereitet massiv Sorgen.

OAZ
2 Min
Laut Uwe Nostitz, Präsident des Sächsischen Handwerkstages, stehen viele Handwerksbetriebe in Sachsen unter erheblichen wirtschaftlichem Druck.

Laut Uwe Nostitz, Präsident des Sächsischen Handwerkstages, stehen viele Handwerksbetriebe in Sachsen unter erheblichen wirtschaftlichem Druck.

© Sebastian Kahnert/dpa

Beim Frühlingsempfang des sächsischen Handwerks in Dresden hat die Branche den Freistaat aufgefordert, über den Bundesrat stärker auf die Bundesregierung einzuwirken. Viele Betriebe stünden wirtschaftlich unter erheblichem Druck.

„Viele Handwerksbetriebe stehen mit dem Rücken zur Wand. Sie machen sich große Sorgen, ob ihre Geschäftsmodelle in Zukunft noch aufgehen“, sagte der Präsident des Sächsischen Handwerkstages, Uwe Nostitz, am Donnerstagabend in Dresden. Die Unternehmen bräuchten jetzt Ergebnisse, die in den Backstuben, Ladengeschäften und Werkstätten ankämen.

Sachsen habe zuletzt mehrere Initiativen in der Länderkammer mit Erfolg angeschoben oder begleitet, hieß es beim Empfang. Aus Sicht des Handwerks müssten nun weitere Schritte folgen. Notwendig seien höhere Investitionen sowie sinkende Arbeits- und Sozialkosten.

Bauwirtschaft als Sorgenkind

Besonders betroffen sind nach Angaben des Verbandes die rund 15.000 Bau- und Ausbauunternehmen im Freistaat. Lange Zeit hätten sie die sächsische Konjunktur getragen, inzwischen seien sie zum Sorgenkind geworden. Steigende Preise für Baustoffe, hohe Energie- und Spritkosten sowie bürokratische Belastungen drückten auf das Geschäft. Hinzu komme die Sorge, dass der Bauwirtschaft angesichts der schwachen Konjunktur Mitarbeiter verloren gingen.

Zwar steige die Zahl der Baugenehmigungen wieder, sagte Nostitz. „Eine Genehmigung ist aber noch kein Spatenstich und erst recht keine fertige Wohnung.“ Das Zinsniveau sei vergleichsweise hoch, zudem hätten sich die Baukosten pro Quadratmeter in den vergangenen 20 Jahren mehr als verdoppelt. Nicht jedes genehmigte Vorhaben werde tatsächlich umgesetzt.

Mit dem Zukunftspaket I habe der Freistaat nach Einschätzung des Handwerkstages bereits wichtige Impulse auf Landesebene gesetzt. Weitere Schritte seien jedoch dringend nötig, um aus dem Negativtrend herauszukommen.

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