Die sächsischen Handwerksbetriebe schlagen Alarm: Der Präsident des Sächsischen Handwerkstages, Uwe Nostitz, forderte die Bundesregierung am Montag mit Nachdruck auf, gegen die Preisentwicklung an den Tankstellen vorzugehen. Der Verband, der mehr als 54.000 Betriebe im Freistaat vertritt, sieht den konjunkturellen Aufschwung massiv gefährdet.
„Jetzt ist die Politik gefragt. Die Bundesregierung darf nicht weiter zusehen, wie die Spritpreise immer weiter nach oben gehen oder auf dem hohen Niveau verharren. Das Thema muss auf die Agenda. Die Kosten belasten die sächsischen Handwerksbetriebe, die Mitarbeiter und die Kunden enorm. Sie haben Dimensionen erreicht, die kaum noch zu schultern sind. Das gefährdet massiv den konjunkturellen Aufschwung im Land“, erklärte Nostitz in einem Pressestatement.
Er betonte, dass der Staat erheblichen Einfluss auf die Preisgestaltung habe, da der Steuer- und Abgabenanteil bei den Kraftstoffpreisen im Jahr 2025 bei Benzin rund 64 Prozent und bei Diesel 56 Prozent betrug. „Die Bundesregierung hat also alle Hebel in der Hand, die Preise zu senken“, so Nostitz weiter.
Spritpreise über zwei Euro: „Wo soll das noch hinführen?!“
Energiekrise und Iran-Krieg: Chemiepark Leuna vor dem Aus?
Gesamter Wirtschaftsstandort gefährdt
Die steigenden Preise treffen nicht nur die Unternehmen selbst, sondern auch die Nachfrage nach handwerklichen Dienstleistungen. Diese stünden in direkter Konkurrenz zu anderen Ausgaben, so Nostitz. „Handwerkliche Dienstleistungen konkurrieren immer mit anderen Ausgaben. Die Menschen können das Geld nur einmal ausgeben. Die Sorge in den Handwerksunternehmen ist groß, dass angesichts der hohen Kosten für Benzin und Diesel die Nachfrage nach Dienstleistungen und Produkten aus dem Handwerk einbricht oder auf die lange Bank geschoben wird.“
Der Sächsische Handwerkstag, die größte Landeshandwerksorganisation im Osten Deutschlands, macht auf die Bedeutung der Branche aufmerksam: Mit rund 280.000 Beschäftigten erwirtschafteten die Betriebe im vergangenen Jahr einen Umsatz von knapp 36 Milliarden Euro. Angesichts dieser Zahlen warnte Nostitz, dass die aktuelle Entwicklung nicht nur die Betriebe selbst, sondern auch den gesamten Wirtschaftsstandort gefährden könnte.
Ihre Meinung ist uns wichtig. Senden Sie uns Ihr Feedback zu diesem Artikel an: [email protected]