Iran-Krieg

Straße von Hormus: Drei Öltanker fahren mit abgeschalteten Trackern durch Krisengebiet

Trotz der Spannungen mit dem Iran exportieren Golfstaaten weiter Rohöl durch die Straße von Hormus. Neue Schiffsdaten zeigen, dass mehrere Tanker ihre Ortungssysteme deaktivierten.

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Schiffe in der Straße von Hormus

Schiffe in der Straße von Hormus

© kyodo/dpa

Mehrere mit Rohöl beladene Supertanker haben die Straße von Hormus in den vergangenen Tagen mit abgeschalteten Ortungssystemen passiert. Das geht aus Schiffsdaten der Analysefirmen Kpler und LSEG hervor, über die Reuters berichtet. Demnach versuchen Produzenten und Händler im Nahen Osten weiterhin, trotz der Spannungen mit dem Iran Ölexporte aus dem Persischen Golf aufrechtzuerhalten.

Am Sonntag passierten laut den Daten die beiden Großtanker „Agios Fanourios I“ und „Kiara M“ die Meerenge mit deaktivierten Transpondern. Beide Schiffe transportierten jeweils rund zwei Millionen Barrel irakisches Rohöl.

Die „Agios Fanourios I“ soll ihre Ladung laut Kpler am 26. Mai an der Raffinerie Nghi Son in Vietnam entladen. Reuters zufolge hatte der Tanker zuvor mindestens zwei erfolglose Versuche unternommen, die Straße von Hormus zu durchqueren, nachdem er am 17. April die Rohölsorte Basrah Medium geladen hatte. Auch der Tanker „Kiara M“ verließ den Golf laut den Daten am Sonntag mit abgeschaltetem Tracking-System. Wohin die unter der Flagge San Marinos fahrende „Kiara M“ ihre Ladung bringen soll, war zunächst unklar.

Adnoc verschifft weiter Öl aus dem Golf

Bereits Anfang Mai hatte Reuters berichtet, dass die staatliche Abu Dhabi National Oil Company (Adnoc) mehrere Tanker mit deaktivierten AIS-Transpondern durch die Straße von Hormus schickte. Nun zeigen neue Daten, dass sich diese Praxis offenbar fortsetzt.

Demnach verließ auch der Tanker „Basrah Energy“ die Meerenge bereits am 6. Mai mit zwei Millionen Barrel der Rohölsorte Upper Zakum an Bord. Geladen worden war die Fracht am 1. Mai am Zirku-Terminal von Adnoc in Abu Dhabi. Laut Kpler wurde das Öl später im emiratischen Fujairah entladen.

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Reuters zufolge versuchen Adnoc und Abnehmer aus Asien damit, im Golf festgesetzte Öllieferungen trotz der Krise weiter zu exportieren. Die Emirate und andere Golfstaaten sehen sich seit Beginn des Kriegs zwischen den USA, Israel und dem Iran erheblichen Risiken für ihre Energieexporte ausgesetzt.

Abschalten von Transpondern gilt als riskant

Um ihre Position zu verschleiern, deaktivieren die Tanker ihre AIS-Transponder. Über diese Systeme werden Schiffspositionen normalerweise automatisch an andere Schiffe und Behörden übermittelt. Das Abschalten solcher Systeme gilt in der internationalen Schifffahrt als riskant und wird häufig mit Sanktionsumgehung oder militärischen Konflikten in Verbindung gebracht.

Reuters verweist darauf, dass der Iran selbst seit Jahren Tanker mit abgeschalteten Transpondern nutzt, um US-Sanktionen zu umgehen. Nun greifen offenbar auch Golfstaaten und internationale Händler auf ähnliche Methoden zurück. Die betroffenen Reedereien reagierten laut Reuters zunächst nicht auf Anfragen. Auch Adnoc äußerte sich demnach nicht zu den Vorgängen.

Auch Flüssiggastransporte nehmen wieder zu

Bereits am Wochenende hatte Bloomberg berichtet, dass der LNG-Tanker „Al Kharaitiyat“ die Straße von Hormus passiert und den Golf von Oman erreicht habe. Nach Angaben des Finanzdienstes handelte es sich um die erste katarische Flüssiggaslieferung aus der Region seit Beginn des Kriegs. Demnach nutzte das Schiff eine von Iran genehmigte Route entlang der iranischen Küste.

Reuters berichtete zuvor, mehrere frühere Durchfahrtsversuche katarischer Tanker seien gestoppt worden. Branchenbeobachter gehen davon aus, dass inzwischen zunehmend Schiffe ihre Ortungssignale abschalten oder manipulieren, um Angriffe oder Kontrollen in der Meerenge zu vermeiden.

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