US-Präsident Donald Trump hat ein baldiges Treffen mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin und dem ukrainischen Staatschef Wolodymyr Selenskyj in Aussicht gestellt. „Es wird sehr bald ein Treffen geben“, sagte Trump am Mittwoch (28. Oktober) vor Journalisten, wie die Nachrichtenagentur AFP berichtet. „Ich glaube, dass dabei große Fortschritte erzielt werden könnten“, fügte er mit Blick auf die Bemühungen um ein Ende des Ukraine-Krieges hinzu.
Ob Trump damit ein gemeinsames Treffen der drei Präsidenten oder zunächst getrennte Gespräche meinte, ging aus seinen Äußerungen nicht eindeutig hervor. Einen konkreten Termin oder Veranstaltungsort nannte er nicht. Eine Einigung über einen solchen Gipfel wurde bislang weder von Russland noch von der Ukraine bestätigt.
Die Ankündigung folgt auf intensive diplomatische Bemühungen der vergangenen Tage. Vertreter Russlands, der Ukraine und der USA bereiten derzeit neue Verhandlungen vor, die im November stattfinden sollen.
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Die Vorbereitungen waren nach einem Treffen von Trumps Sondergesandtem Steve Witkoff mit Putin am 21. Oktober in St. Petersburg vorangekommen. Die Gespräche dauerten rund drei Stunden.
Einen Tag zuvor hatte Witkoff in Oslo mit Selenskyj und europäischen Regierungsvertretern beraten. Dabei ging es unter anderem um Sicherheitsgarantien für die Ukraine, mögliche Waffenstillstandsvereinbarungen und die Voraussetzungen für eine Friedenslösung.
Im Anschluss erklärte sich Russland grundsätzlich bereit, die unterbrochenen Verhandlungen mit der Ukraine und den USA wieder aufzunehmen.
Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtete, verständigten sich die drei Staaten auf neue Gespräche ihrer Verhandlungsteams in der ersten Novemberhälfte. Als mögliche Veranstaltungsorte wurden Abu Dhabi in den Vereinigten Arabischen Emiraten und die Schweiz genannt.
Selenskyj hatte bereits am 21. Oktober erklärt, dass diese Verhandlungen auch ein persönliches Treffen der Staatschefs vorbereiten sollten.
Der Kreml dämpfte allerdings die Erwartungen an schnelle Ergebnisse. Putins außenpolitischer Berater Juri Uschakow erklärte laut Associated Press, dass zunächst über die Sicherheitsordnung nach einem möglichen Kriegsende gesprochen werden solle. Als Termin brachte Moskau die Zeit nach dem 10. November ins Gespräch.
Über die geplante Wiederaufnahme der Verhandlungen hatte diese Zeitung bereits am Wochenende berichtet.
Treffen zwischen Putin und Selenskyj: Ukraine fordert Gespräche auf höchster Ebene
Die Ukraine drängt darauf, die schwierigsten Fragen eines möglichen Friedensabkommens direkt zwischen den Präsidenten zu klären.
Noch am Dienstag bekräftigte Außenminister Andrij Sybiha diese Forderung. Die bisherigen Verhandlungsteams seien nicht auf einer ausreichend hohen Ebene angesiedelt, um die besonders sensiblen Fragen zu entscheiden, sagte er laut der ukrainischen Nachrichtenagentur Ukrinform.
Im Mittelpunkt steht vor allem die Zukunft der ukrainischen Gebiete, die Russland besetzt hält oder für sich beansprucht.
Moskau fordert unter anderem die vollständige Kontrolle über den Donbas, einschließlich der Gebiete, die russische Truppen bislang nicht erobert haben. Die Ukraine lehnt einen Rückzug aus diesen Territorien ab und verlangt verbindliche Sicherheitsgarantien gegen einen erneuten russischen Angriff.
Auch über einen möglichen Waffenstillstand bestehen erhebliche Differenzen. Die ukrainische Regierung unterstützt eine Feuerpause als Ausgangspunkt für weitere Verhandlungen. Russland verlangt dagegen, dass zunächst die Bedingungen für eine umfassende Friedensvereinbarung geklärt werden.
Neue Diplomatie zwischen Russland und europäischen Staaten
Parallel zu den amerikanischen Vermittlungsbemühungen haben auch europäische Regierungsvertreter ihre direkten Kontakte zu Putin intensiviert.
Am Dienstag telefonierten Finnlands Präsident Alexander Stubb und Norwegens Ministerpräsident Jonas Gahr Støre rund 90 Minuten mit dem russischen Staatschef. Nach Angaben von Reuters drängten sie auf eine Deeskalation und ein Ende des Krieges.
Selenskyj begrüßte die Initiative. Die Ukraine verlangt weiterhin, dass ihre europäischen Unterstützer an Entscheidungen über eine Friedensvereinbarung beteiligt werden.
Der ukrainische Präsident erklärte am Dienstagabend, sein Land erwarte im November Gespräche zwischen Vertretern der Ukraine, der USA und Russlands. Europa müsse in alle diplomatischen Bemühungen eingebunden werden.
Trump stellt nun zusätzlich ein Treffen auf Präsidentenebene in Aussicht. Voraussetzung dafür wäre allerdings, dass sich die Beteiligten über ein entsprechendes Format verständigen. Eine Annäherung bei den zentralen Streitfragen ist bislang nicht bekannt geworden.
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