Sachsenumfage

Neue Studie: Sachsen bleiben optimistisch, sorgen sich aber um Wirtschaft, Überfremdung und Rente

Die Mehrheit der Sachsen bewertet die eigene Lebenssituation weiterhin positiv. Gleichzeitig trübt sich der Blick auf die wirtschaftliche Entwicklung des Freistaats deutlich ein.

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Die Flagge vom Bundesland Sachsen mit dem sächsischen Wappen.

Die Flagge vom Bundesland Sachsen mit dem sächsischen Wappen.

© Monika Skolimowska/dpa

61 Prozent der Sachsen blicken „eher optimistisch“ auf ihre persönliche Zukunft, 37 Prozent „eher pessimistisch“. Das geht aus dem aktuellen Sachsen-Monitor hervor, den die sächsische Staatsregierung in Auftrag gegeben hat. Gegenüber der vorangegangenen Erhebung aus dem Jahr 2023 (63 zu 36 Prozent) haben sich die Werte kaum verändert.

67 Prozent der Befragten bewerten ihre eigene wirtschaftliche Lage als gut. 81 Prozent sind überzeugt, ihr Leben selbst gestalten zu können, 70 Prozent glauben, dass sich persönliche Anstrengung auszahlt. 85 Prozent sind stolz auf die Entwicklung Sachsens seit 1990, mehr als drei Viertel sehen den Freistaat auf Augenhöhe mit vielen westdeutschen Bundesländern.

Auch die Lebensbedingungen vor Ort werden positiv beurteilt: Neun von zehn Sachsen fühlen sich an ihrem Wohnort wohl, 88 Prozent halten ihn für lebenswert, 86 Prozent fühlen sich sicher. Besonders gut bewertet werden Wohnsituation, Gesundheit und Beschäftigungssituation.

Erstmals überwiegt Skepsis bei der Wirtschaftslage

Beim Blick auf die wirtschaftliche Lage des Freistaates kippt die Stimmung erstmals ins Negative. Nur noch ein Prozent bewertet sie als „sehr gut“, 34 Prozent als „eher gut“. 2023 lagen die Vergleichswerte bei drei beziehungsweise 50 Prozent. Als größte Herausforderungen nennen die Befragten die wirtschaftliche Entwicklung, den Arbeitsmarkt und den Fachkräftemangel. Chancen sehen sie vor allem in Industrieansiedlungen sowie in Forschung und Innovation.

Migration ist dagegen nur noch für zwölf Prozent das drängendste Problem. Vor drei Jahren stand dieses Thema mit 25 Prozent noch an erster Stelle.

Internationale und gesellschaftliche Entwicklungen bereiten vielen Menschen Unbehagen. 83 Prozent befürchten weitere Kriege und militärische Konflikte, 80 Prozent sehen wachsende Unterschiede zwischen Arm und Reich. 73 Prozent erwarten einen Verlust des gesellschaftlichen Zusammenhalts, ebenso viele sorgen sich, dass es künftigen Generationen schlechter gehen könnte als heute. 72 Prozent befürchten, dass ihre Rente künftig nicht mehr zum Leben reicht.

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Zustimmung zur Demokratie, aber Kritik am Funktionieren

87 Prozent halten die Demokratie grundsätzlich für die beste Regierungsform. Mit ihrem Funktionieren in Deutschland sind jedoch nur 44 Prozent zufrieden, in Sachsen selbst 48 Prozent. 87 Prozent glauben, Volksentscheide könnten das politische Interesse stärken.

60 Prozent halten Deutschland „durch die vielen Ausländer in einem gefährlichen Maße überfremdet“ – vier Prozentpunkte weniger als 2023. Im eigenen Wohnumfeld sehen jedoch nur 24 Prozent darin ein Problem. Zwölf Prozent meinen, die Deutschen seien anderen Völkern von Natur aus überlegen.

Polizei und Wissenschaft genießen höchstes Vertrauen

Beim Vertrauen in Institutionen liegen Polizei und Wissenschaft mit jeweils 72 Prozent vorn, gefolgt von den Gerichten mit 62 Prozent. Bundestag, Bundesregierung und EU-Institutionen schneiden deutlich schlechter ab. Das Vertrauen in die Medien wächst wieder: Zwar haben weiterhin 43 Prozent der Sachsen wenig und 29 Prozent gar kein Vertrauen in Presse und Rundfunk, der Zuwachs im Vergleich zu 2023 fällt mit 13 Prozentpunkten jedoch stärker aus als bei allen anderen Institutionen.

Für den Sachsen-Monitor befragte das Meinungsforschungsinstitut Ipsos zwischen April und Juni dieses Jahres 2031 Menschen ab 18 Jahren in persönlichen Interviews. Die Umfrage gilt nach Angaben der Staatsregierung als repräsentativ und wird alle zwei bis drei Jahre erhoben.

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