Am Universitätsklinikum Leipzig (UKL) ist am Donnerstag der Grundstein für einen Erweiterungsbau am östlichen Ende der Liebigstraße gelegt worden. Als zweiter Bauabschnitt von Haus 7 entsteht dort ein Gebäude vor allem für die Strahlentherapie mit fünf Linearbeschleunigern, einem Ambulanzbereich und einer Station mit 42 Betten. Nach derzeitiger Planung soll der Bau im vierten Quartal 2029 baulich fertiggestellt sein, wie das Klinikum mitteilte.
Die Baukosten von rund 129 Millionen Euro kommen aus Mitteln des Freistaats Sachsen. Nach Angaben des UKL ist es derzeit dessen größtes einzelnes Bauprojekt. Der Neubau soll rund 9600 Quadratmeter Nutzungsfläche auf fünf Etagen und zwei Untergeschossen bieten. Durchbrüche auf allen Ebenen sollen ihn mit dem 2018 eröffneten Haus 7 verbinden, damit schließt der Bau die letzte Lücke südlich der Liebigstraße.
Die Klinik und Poliklinik für Strahlentherapie sitzt bislang in der Stephanstraße am Rand des Campus. Mit dem Umzug rückt sie neben das Universitäre Krebszentrum Leipzig (UCCL), die onkologische Tagesklinik und die Kinderonkologie, die bereits im ersten Bauabschnitt von Haus 7 untergebracht sind. Die fünf Linearbeschleuniger stellen laut UKL besondere Anforderungen an den Strahlenschutz.
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MehrWeitere Kliniken ziehen in den Neubau
Neben der Strahlentherapie sollen Bereiche der Inneren Medizin, der Neurochirurgie und der Radiologie einziehen. Ins Erdgeschoss sollen die hämatologische Tagesklinik und weitere Ambulanzen kommen, auch das Medizinische Zentrum für Erwachsene mit Behinderung erhält Flächen. Hinzu kommen Besprechungs- und Konferenzräume sowie ein Sportraum für Patienten und Mitarbeiter.
Der Medizinische Vorstand Christoph Josten sagte, der Neubau schaffe kurze Wege zwischen den Fachrichtungen und verbessere so die abgestimmte Behandlung komplexer Erkrankungen, vor allem bei Krebs. Nils Nicolay, Direktor der Klinik und Poliklinik für Strahlentherapie, erwartet nach eigenen Worten bessere Bedingungen für das Zusammenspiel von Bildgebung, Bestrahlungsplanung sowie ambulanter und stationärer Therapie.
Ministerpräsident Michael Kretschmer sagte bei der Grundsteinlegung, die medizinische Versorgung am Standort und in der Region werde sich unter anderem in der Strahlentherapie weiter verbessern. Wissenschaftsminister Sebastian Gemkow nannte als einzige Rechtfertigung der hohen Investition, Patienten auch künftig mit gebündeltem Wissen und den bestmöglichen Methoden und Geräten zu behandeln.
Masterplan mit mehr als einer Milliarde Euro
Der Bau gehört zur baulichen Masterplanung der Universitätsmedizin Leipzig. Bis Ende der 2030er-Jahre sollen in mehreren Phasen mehr als 100.000 Quadratmeter Bruttogrundfläche neu gebaut oder saniert werden; vorgesehen sind dafür insgesamt mehr als eine Milliarde Euro. Parallel entsteht hinter dem Verwaltungsgebäude Haus B das Fundament für eine neue Klinik für Nuklearmedizin, die dort an einem Standort zusammengeführt wird, ebenfalls maßgeblich aus Fördermitteln des Freistaats.
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Der Kaufmännische Vorstand Robert Jacob begründete die weiteren Bauvorhaben mit sich stetig verändernden Anforderungen durch medizinische Fortschritte und die Krankenhausreform. Das Klinikum werde seine Strukturen auch weiterhin anpassen müssen.
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